SJ-Herr/Czech: Wir lassen uns nicht verarschen! Ungewolltes Po-Grapschen muss ins Strafgesetzbuch

Sozialistische Jugend (SJ) mit Farbe und Unterhosen für neuen Gesetzesentwurf zur Ausweitung sexueller Straftaten

Wien (OTS) - Unter dem Motto "Ist eh noch nicht strafbar!" haben sich am 24. April vor dem Justizministerium AktivistInnen der Sozialistischen Jugend mit Händen voller Farbe gegenseitig "begrapscht". "Mit dieser Aktion zeigen wir, dass es sich beim ungewollten Griff ans Gesäß um kein Kavaliersdelikt sondern um sexuelle Belästigung handelt und bestraft gehört", sagt Julia Herr, Vorsitzende der Sozialistischen Jugend Österreich und fordert mit Blick auf die am 24. April endende Begutachtungsfrist, dass der vorliegende Entwurf nicht mehr abgeändert wird. "Die SJ setzt sich seit Jahren für eine Verschärfung im Strafgesetz ein. Wir fordern von Justizminister Brandstetter, den jetzigen Gesetzesentwurf nicht zu verwässern!"

"34,8% der Frauen geben an, in ihrem bisherigen Leben bereits berührt oder geküsst worden zu sein ohne dies gewollt zu haben und fast 10% haben dies in den letzten 3 Jahren erlebt", erklärt Herr und verweist auch auf eine neue Profil-Umfrage, nach der 61% der ÖsterreicherInnen Strafen für Po-Grapschen unterstützen. "Wir fühlen uns in unserem langjährigen Kampf gegen die Bagatellisierung sexueller Belästigung bestätigt. In dem neuen Gesetzesentwurf sehen wir einen großen Fortschritt", so Herr. Künftig soll nicht nur die Belästigung durch eine ungewünschte geschlechtliche Handlung strafbar sein, sondern auch eine nach Art und Intensität einer solchen vergleichbare, der sexuellen Sphäre im weiteren Sinn zugehörige körperliche Handlung.

"Sexistische Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Umso deutlicher zeigt sich, dass es endlich einen Wertewandel im Strafrecht und eine bessere Bewusstseinsbildung braucht", meint Silvia Czech, Frauenpolitische Beauftragte der SJ Österreich. "Ein weitreichender und intensiver Diskurs über Sexismus in der Gesellschaft ist notwendig", meinen beide SJ-Vertreterinnen unisono und stellen klar: "Wir lassen uns nicht verarschen! Po-Grapschen ist kein Kavaliersdelikt und muss ins Strafgesetzbuch."

Fotos zur Medienaktion sind online abrufbar unter:
https://www.flickr.com/photos/gegenrechts/sets/72157651737678457/

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