• 25.04.2015, 08:00:01
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„profil“: Ex-FMA-Vorstand Traumüller erhebt Vorwürfe gegen das „System Hypo“

Finanzministerium führte 2006 Abberufungsverfahren gegen Traumüller und Pribil

Utl.: Finanzministerium führte 2006 Abberufungsverfahren gegen
Traumüller und Pribil =

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag
erscheinenden Ausgabe berichtet, strengte das Finanzministerium unter
Karl-Heinz Grasser im Frühjahr 2006 auf Intervention von Jörg Haider
ein Abberufungsverfahren gegen die damaligen Vorstände der
Finanzmarktaufsicht Heinrich Traumüller und Kurt Pribil ein. Dies,
nachdem die FMA ein sogenanntes
Geschäftsleiterqualifikationsverfahren gegen das Hypo-Management um
Wolfgang Kulterer eingeleitet hatte (in Zusammenhang mit den nicht
ordnungsgemäß verbuchten "Swap"-Verlusten Ende 2004).

Das Verfahren gegen Traumüller und Pribil verlief zwar ergebnislos
im Sand, Traumüller erhebt nun in "profil" aber schwere Vorwürfe
gegen das "System Hypo": "Diese Sache war Teil eines größeren Ganzen.
Wir standen damals unter gewaltigem politischen Druck. Haider wollte
Kulterer um jeden Preis halten, weil Kulterer der Garant dafür war,
dass dieses fehlgeleitete System weiter bestehen konnte." Dass eine
Bank sich mit Unterstützung der Politik solcherart gegen eine
Aufsichtsbehörde stelle, sei in zivilisierten Teilen der Welt "wohl
einmalig".
Wie Traumüller weiter ausführt, habe er die Hypo-Manager immer wieder
von dräuenden Problemen insbesondere im kroatischen Kreditgeschäft
gewarnt. "Ich habe den Herren mehrfach gesagt: Wenn euch da etwas
passiert, reiß’ ich euch den Kopf ab. Wir als FMA waren der Meinung,
die seien auf dem besten Wege, die Bank geradewegs gegen die Wand zu
fahren. Das habe ich so auch der Regierungsspitze vom Bundeskanzler
abwärts kommuniziert."

Kulterer und Vorstandskollegen entgingen der behördlichen
Amtsenthebung ihrerseits durch Rücktritt, wobei Kulterer zunächst an
die Spitze des Aufsichtsrates wechselte. "Ich war entschlossen, alle
Entscheidungsträger rauszuschmeißen. Doch wir hatten keine Handhabe.
Als Kulterer Aufsichtsratsvorsitzender wurde, war mir klar, dass wir
als Behörde verloren hatten. Man hat uns verhöhnt", so Traumüller.

Grasser sagt dazu gegenüber "profil": "Ich kann mich ganz ehrlich
nicht daran erinnern, dass das Finanzministerium ein
Abberufungsverfahren gegen die damaligen FMA Vorstände eingeleitet
hätte."

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