- 24.04.2015, 12:38:21
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Juraczka/Stiftner: Wiener Öffis sind durchaus wettbewerbsfähig – es gibt jedoch ein großes Aber
Wien (OTS) - "Ein komplexes Thema wie Verkehr in Wien in fünf Minuten
abzuhandeln ist nicht so einfach. Aber ich darf es versuchen und der
SPÖ, das wird sie jetzt überraschen, gratulieren: Die Wiener Öffis
sind durchaus wettbewerbsfähig und ein Vorzeigeprojekt. Ich freue
mich, dass sich die Sozialdemokratie im Gegensatz zum
Koalitionspartner zum U-Bahn-Ausbau bekennt", so ÖVP Wien-Obmann
Stadtrat Manfred Juraczka in der heutigen Aktuellen Stunde des Wiener
Gemeinderates.
Es gebe aber ein großes Aber, so Juraczka: "Um die Öffis besser zu
machen, braucht es Effizienz. Und die sehe ich nur bedingt. Die 365
Euro-Jahreskarte ist schön, aber es gibt unglaublich hohe Zahlungen
von der Stadt an die Wiener Linien, um deren Betrieb zu erhalten."
"Im Jahr 2013 wurden sogar Rückgänge bei den Fahrgastzahlen
verzeichnet. Das hat offensichtlich etwas mit der mangelnden Qualität
bzw. mit dem stockenden infrastrukturellen Ausbau zu tun", ergänzt
Verkehrssprecher Roman Stiftner. Die nun bejubelten
Fahrgaststeigerungen 2014 sind lediglich auf die neuen Verkehrsmittel
in den Stadtentwicklungsgebieten, wie zum Beispiel Aspern,
zurückzuführen.
Ein weiterer Punkt sei die Pendlerproblematik: "Es ist wunderbar,
wenn man sich am SPÖ-Landesparteitag vor wenigen Tagen zur Aussage
‚auch Autofahrer sind Menschen' durchgerungen hat. Aber das nach
viereinhalb Jahren Politik gegen die Autofahrer zu sagen, ist ein
bisschen spät", so Juraczka.
"Die extrem hohen Mittel, die in die sündteuren Radgaragen am
Westbahnhof geflossen sind, wie vor kurzem die "Krone" aufdeckte,
wären bei Park and Ride Anlagen deutlich besser aufgehoben", so
Stiftner weiter.
"Ich appelliere an die Stadtregierung, endlich auch die heißen Themen
anzugehen. Bei 250.000 Einpendlern pro Tag ist es hoch an der Zeit,
den U-Bahn-Ausbau an den Stadtrand und darüber hinaus endlich
anzugehen. Der niederösterreichische Verkehrslandesrat ist jederzeit
bereit, diesbezüglich Gespräche aufzunehmen. Aber auf Seiten der
Wieners Stadtregierung besteht offensichtlich kein Interesse", so
Juraczka abschließend.
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