AK Energiepreismonitor: Steile Talfahrt bei Gas-Großhandelspreisen

„Niedrige Einkaufs-Preise müssen voll an Haushalte gegeben werden!“

Wien (OTS) - Bei dem Großhandelspreis für Erdgas ist es zu einem massiven Preissturz gekommen. "Aber die Lieferanten lassen sich reichlich Zeit, den günstigen Einkaufspreis auch an ihre Kunden weiter zu geben. Bei einem derartigen Preisverfall gibt es keine Ausreden mehr", kritisiert AK Energieexperte Dominik Pezenka. Alleine seit Dezember 2014 ist der Gas-Großhandelspreis um rund 40 Prozent gefallen. Aber nur vier der zwölf analysierten Gaslieferanten haben in den vergangenen Monaten Preissenkungen zwischen 3 und 10 Prozent vorgenommen - die anderen großen Gaslieferanten haben sich noch gar nicht bewegt. Bei den Strompreisen zeigt sich ein ähnliches Bild:
Seit Mitte 2008 hat sich der Stromgroßhandelspreis insgesamt beinahe halbiert (minus 47 Prozent). Aber rund die Hälfte der großen Strom-Versorger haben sogar ihre Preise um 2 bis 20 Prozent erhöht. Die andere Hälfte hat ihre Preise zwar gesenkt, allerdings nur um 4 bis 12 Prozent. "Die niedrigen Preise müssen endlich voll weiter gegeben werden!", fordert Pezenka.

Die AK beobachtet seit Juli 2008 laufend die Haushalts-Preisveränderungen bei Strom und Gas. Diese Haushaltspreise werden mit den Großhandelspreisen verglichen. Grund für den jüngst zu beobachtenden Preisverfall bei Gas ist der warme Winter, aber auch der stark gesunkene Rohölpreis der über Ölpreisbindung in vielen Gas-Verträgen auf den Gasgroßhandelspreis durchschlägt. Aufgrund des aktuellen Preissturzes bei Gas ist der Großhandelspreis auch in der langfristigen Betrachtung im Minus: satte 46,5 Prozent ist der Preis seit Mitte 2008 gesunken. Im selben Zeitraum sind die Haushalts-Preise für Erdgas bei fast allen großen Versorgern sogar gestiegen - nur die Vorarlberger VKW bildet mit einem Haushalts-Preisrückgang von 6 Prozent in der Langfrist-Betrachtung eine positive Ausnahme. Bei den meisten anderen Versorgern wurden die Gas-Preise im Betrachtungszeitraum zwischen 17 und 34 Prozent erhöht.

AK-Tipps für Haushalte:

+ Vergleichen Sie die Preise mit dem Strom- und Gaspreisrechner.
+ Achten Sie bei einem möglichen Tarif- bzw. Anbieterwechsel auf befristete Rabatte, automatische Preisanpassungen und Bindungsfristen.
+ Haushalte die GIS befreit sind, haben Anspruch auf eine Deckelung der Ökostrom-Förderkosten (max. 20 Euro pro Jahr). Anträge sind beim Gebühren Info Service (GIS) zu stellen.

Service: Der AK-Energiepreismonitor und der Tarifrechner sind unter www.arbeiterkammer.at abrufbar.

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Arbeiterkammer Wien
Katharina Nagele
(+43-1) 501 65 2678
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