• 24.04.2015, 09:44:43
  • /
  • OTS0034 OTW0034

ÖVAG Konzernbilanz: 2014 war Jahr der einschneidenden Weichenstellungen

Aus ÖVAG wird immigon portfolioabbau ag

Utl.: Aus ÖVAG wird immigon portfolioabbau ag =

Wien (OTS) - - Weiterer erfolgreicher Abbau von Assets und Risiken
- Änderung des Geschäftsmodells der ÖVAG führt zu Bewertungsverlusten
- Konzernergebnis (IFRS) von EUR -500 Mio. nach Steuern und
Minderheitenanteilen
- Jahresergebnis auf Einzelinstitutsebene (UGB) von EUR -887,9 Mio.
nach Steuern -
Kapitalherabsetzung vorgesehen
- Kapitalquoten der VB Holding Kreditinstitutsgruppe: Harte
Kernkapitalquote 6,2 %, Eigenmittelquote 14,2 %

Der ÖVAG Konzern hat auch im Geschäftsjahr 2014 den Abbau von
Assets und Risiken zügig und konsequent fortgesetzt und die
Bilanzsumme deutlich auf EUR 15,1 Mrd. (2013: EUR 20,9 Mrd.)
vermindert. Zur Bewältigung von mittelfristig erwartbaren Problemen
hinsichtlich der Erfüllung regulatorischer Eigenkapitalvorschriften
wurde im Laufe des Jahres 2014 die Entscheidung zur völligen
Neuordnung des Verbunds sowie zur Änderung des Geschäftsmodells der
ÖVAG getroffen. Mit dieser Neustrukturierung soll die Basis für einen
neuen, nachhaltig zukunftsfähigen Volksbanken-Verbund geschaffen
werden.

Im Zentrum des Restrukturierungskonzepts steht die Spaltung der
ÖVAG: Jene Aufgaben, die die ÖVAG aufgrund gesetzlicher Vorgaben als
Zentralorganisation des Volksbanken-Haftungsverbunds erfüllt, sollen
an die Volksbank Wien-Baden übertragen werden. Ebenfalls übertragen
werden Servicefunktionen, die die ÖVAG dem Volksbank-Sektor zur
Verfügung stellt und die für den ordnungsgemäßen Bankenbetrieb
notwendig sind. Ziel der verbleibenden Rest-ÖVAG ist es, den
Abbauprozess, der seit zwei Jahren erfolgreich läuft, zügig
fortzusetzen, die Verbindlichkeiten der Gläubiger bei Fälligkeit zu
bedienen und damit die ÖVAG final abzuwickeln.

Die rechtliche Spaltung der ÖVAG, die damit verbundene Übertragung
des abgespaltenen Teils auf die Volksbank Wien-Baden, die
Zurücklegung der Bankkonzession durch die ÖVAG und das Ausscheiden
der ÖVAG aus dem Haftungsverbund sind für den 4. Juli vorgesehen. Die
Abbaugesellschaft wird ab diesem Tag unter dem Namen immigon
portfolioabbau ag firmieren. immigon ist ein Kunstbegriff,
zusammengesetzt aus dem ersten Teil des lateinischen Wortes imminuere
(= abbauen, verringern) und der Endung -gon, die in der Geometrie für
die Bezeichnung von Vielecken verwendet wird.
Die Neuordnung des Volksbanken-Verbundes, die Spaltung der ÖVAG und
die damit verbundene Übertragung des Abspaltungsteils auf die
Volksbank Wien-Baden werden derzeit geprüft und stehen unter dem
Vorbehalt der ausstehenden Genehmigung der Bankenaufsicht, der
Europäischen Kommission sowie weiterer Behörden und Institutionen.

Wie bereits früher berichtet führt die Änderung des Geschäftsmodells
mit dem Ziel der Schaffung einer Abbaugesellschaft zu einer Änderung
der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden bei den Vermögenswerten und
Verbindlichkeiten, die im Rahmen der Spaltung der Abbaugesellschaft
zugeordnet wurden. Daraus resultieren wesentliche Ergebniseffekte,
die das Einzelinstitut aufgrund der Bilanzierung nach UGB stärker
belasten als das Konzernergebnis, das nach IFRS ermittelt wird.

ÖVAG Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2014

Das Vorsteuerergebnis des ÖVAG-Konzerns beträgt per 31.12.2014 EUR
-466 Mio., das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen
liegt bei EUR -500 Mio.

Das Zinsergebnis ist um EUR 14 Mio. gestiegen und beträgt zum
Jahresultimo EUR 203 Mio. Der Provisionsüberschuss ist vor allem in
Folge der Abbaumaßnahmen des Non-core Bereichs leicht gesunken und
liegt per 31.12.2014 bei EUR 20 Mio. Mit EUR 27 Mio. liegt das
Handelsergebnis über dem Vorjahreswert.

Mit EUR -247 Mio. per 31.12.2014 blieb der Verwaltungsaufwand nahezu
unverändert. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich deutlich verringert
und lag zum Jahresende bei 1.317, nach 1.853 zum Ultimo 2013. Für die
Umstrukturierung der ÖVAG wurde ein Aufwand von EUR -36 Mio. erfasst.

Das sonstige betriebliche Ergebnis beträgt zum Jahresultimo EUR -82
Mio. Wesentliche Treiber waren die Bewertung von Veräußerungsgruppen,
das Entkonsolidierungsergebnis der verkauften VBLI Gesellschaften und
der VB Malta, die Bankenabgabe und die Anpassung der Buchwerte
verlusttragender Instrumente.

Die Risikovorsorgen lagen im Geschäftsjahr 2014 bei EUR -38 Mio.
Aufgrund des Abbaus der Non-core Kreditbestände war zwar der
Wertberichtigungsbedarf geringer als im Vorjahr, allerdings waren die
Auflösungen aus den Portfoliowertberichtigungen rückläufig, was
insgesamt zum Anstieg um EUR 14 Mio. führte.

Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen betrug im Berichtszeitraum EUR
-46 Mio. Im Ergebnis eines aufgegebenen Geschäftsbereichs wurde die
Equity Bewertung der VB Rumänien im Ausmaß von EUR -275 Mio.
ausgewiesen.

Die Bilanzsumme des ÖVAG Konzerns hat sich gegenüber dem
Vorjahreswert abbaubedingt um EUR 5,8 Mrd. verringert und beträgt per
31.12.2014 EUR 15,1 Mrd.

Eigenmittel
Der aufsichtsrechtliche Konsolidierungskreis wird seit 01.01.2014
durch die CRR (Capital Requirement Regulation) determiniert.
Kapitalquoten werden seit dem nicht mehr für die ÖVAG
Kreditinstitutsgruppe sondern für den höchsten Konsolidierungskreis
(VB Holding Kreditinstitutsgruppe, die im Wesentlichen aus dem ÖVAG
Konzern, der VB Regio Invest Bank AG und der VB Holding selbst
besteht) berichtet. Die harte Kernkapitalquote (bezogen auf das
Gesamtrisiko) beträgt zum Ultimo 2014 6,2%, die Eigenmittelquote
(Gesamtrisiko) liegt per 31.12.2014 bei 14,2%.

ÖVAG Einzelabschluss per 31.12.2014
Die Bewertungsverluste, die im Zuge der Vorbereitung der Spaltung der
ÖVAG im Ausmaß von EUR 550 Mio. zu verbuchen waren, führten auf
Einzelinstitutsebene zu einem Ergebnis nach Steuern gem. UGB per
31.12.2014 in Höhe von EUR -887,9 Mio. Wie bereits nach den
entsprechenden Hauptversammlungsbeschlüssen vom 23. Dezember 2014
bekanntgegeben kann die ÖVAG damit die Ordnungsnormen bis zur
Spaltung nicht einhalten. Die Aufsicht wurde darüber
selbstverständlich bereits im Vorfeld vollumfänglich informiert. Die
regulatorische Kernkapitalquote (Gesamtrisiko) beträgt zum Ultimo
2014 -2 %, die Eigenmittelquote (Gesamtrisiko) liegt per 31.12.2014
bei 4,2 %. Das ökonomische Eigenkapital beträgt zum Ultimo 2014 EUR
37 Mio.

Zur Ermöglichung der Spaltung wird der ÖVAG Vorstand der
Hauptversammlung, die am 28. Mai stattfindet, vorschlagen, in der
ÖVAG eine vereinfachte Kapitalherabsetzung vorzunehmen, um die
aufgelaufenen Verluste und Verlustvorträge aus den vergangenen Jahren
gegen das vorhandene Kapital aufzurechnen. Die Kapitalherabsetzung im
Ausmaß von 96,65 % soll das Aktien- und Partizipationskapital
betreffen.

Spaltungsbilanz

Die Abbaugesellschaft immigon wird mit 75 Mitarbeitern betrieben
werden und folgende Bilanzstruktur mit einer Bilanzsumme von rund EUR
7,1 Mrd. aufweisen.

Aktiva:
Non Core Kreditportfolio: 0,83 Mrd.
Kredit-Forderungen an Töchter: 0,88 Mrd.
Beteiligungen: Leasing in Ö., RZB, Factoring, KAGs, VB Leasing Int.:
0,50 Mrd.
Bankbuch: 1,31 Mrd.
Forderungen Banken: 1,82 Mrd.
Sonstige Aktiva: 1,76 Mrd.

Passiva:
Emissionen: 2,73 Mrd.
Schuldscheindarlehen: 1,19 Mrd.
Nachrangkapital: 0,58 Mrd.
Bankverbindlichkeiten: 0,96 Mrd.
Eigenkapital: 30 Mio.
Sonstige Passiva: 1,61 Mrd.

Bilanzsumme der immigon portfolioabbau ag: EUR 7,1 Mrd.

An die Volksbank Wien-Baden werden Assets in einem Volumen von rund
EUR 8,7 Mrd. übertragen, im Wesentlichen handelt es sich dabei um
folgende Aktiva und Passiva:

Aktiva:
Forderungen an Volksbanken: 2,54 Mrd.
Konsortialgeschäft: 1,43 Mrd.
Bankbuch: 2,35 Mrd.
Barreserve: 1,35 Mrd.
Beteiligungen (z.B.: start:gruppe): 14 Mio.
Sonstige Aktiva: 0,97 Mrd.

Passiva:
Covered Bond: 1,50 Mrd.
Verbindlichkeiten Volksbanken: 4,27 Mrd.
Kundeneinlagen: 1,03 Mrd.
Sonstige Passiva: 1,86 Mrd.

Summe: EUR 8,7 Mrd.

Ausblick
Der Fokus in den kommenden Monaten wird auf der konsequenten
Umsetzung der Restrukturierung und der Spaltung der ÖVAG liegen.

Generaldirektor Stephan Koren: "Die materiellen Grundlagen, die eine
freiwillige Abwicklung der ÖVAG ermöglichen, wurden durch den
erfolgreichen Abbau von Altlasten in den vergangenen Jahren
geschaffen. Dadurch konnte die Kapitalbasis erarbeitet werden, um die
ÖVAG ohne neue Belastung für die Steuerzahler und ohne Zuschuss durch
die Eigentümer geordnet abwickeln zu können."

Der Geschäftsbericht des ÖVAG Konzerns sowie der Jahresfinanzbericht
2014 sind online unter
http://www.volksbank.com/investor-relations/berichte/geschaeftsjahr-2
014 abrufbar. (Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VBF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel