• 22.04.2015, 11:37:04
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BMG und WHO: Masern-Elimination in Europa möglich und nötig!

BMG- und WHO- ExpertInnen informieren über aktuelle Problemlage und Lösungsansätze

Utl.: BMG- und WHO- ExpertInnen informieren über aktuelle
Problemlage und Lösungsansätze =

Wien (OTS) - Anlässlich der 10. Europäischen Impfwoche trafen in Wien
ExpertInnen der WHO und des Bundesministeriums für Gesundheit
zusammen, um Wege zur Masern-Elimination in Europa zu diskutieren und
über die aktuelle Problemlage sowie mögliche Lösungsansätze zu
informieren. "Die Masern sind in ganz Europa wieder auf dem
Vormarsch", stellt Mark Muscat vom WHO Regionalbüro für Europa fest.
Doch: "Masern können ausgerottet werden", ist Abigail Shefer vom WHO
Regionalbüro für Europa überzeugt. "Vor allem Personen, die im
Gesundheitsbereich oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten,
müssen ausreichend geimpft sein", fordert Günter Pfaff, Mitglied der
Europäischen Regionalen Verifizierungskommission für die Eliminierung
von Masern und Röteln beim WHO Regionalbüro Europa. "Wir werden alles
daran setzen, das Risiko von Masernausbrüchen in Österreich weiter zu
reduzieren. Wir werden unsere Ressourcen bündeln und noch enger mit
allen Verantwortlichen zusammenarbeiten", erklärt Pamela
Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion Öffentliche Gesundheit und
medizinische Angelegenheiten im BMG. ****

In der Europäischen Region der WHO wurden im vergangenen Jahr 16.156
Masernfälle registriert. Das ist zwar ein Rückgang der Fälle um 50
Prozent im Vergleich zu 2013 (etwa 32.000 Fälle), dennoch gibt es
nach wie vor in einigen Ländern große Ausbrüche. In Österreich wurden
zwischen 1. Jänner und 20. April 2015 bereits 147 Masernfälle
gemeldet. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2014 mit 117 Fällen.
Sieben der neun Bundesländer sind betroffen (alle außer Vorarlberg
und Burgenland), wobei die meisten Fälle von Niederösterreich (52%)
und Oberösterreich (25%) gemeldet wurden. So gut wie alle Fälle wären
durch eine Impfung vermeidbar gewesen.

Masern können ausgerottet werden!

Da der Mensch der einzige Wirt des Masernvirus ist, kann eine
konsequent hohe Durchimpfungsrate der Bevölkerung von 95 Prozent die
Virusübertragung stoppen und der Masernvirus eliminiert werden. "Wenn
es in einem Land keine lokalen sondern nur mehr ‚importierte‘
Masernfälle gibt und dieser Status drei Jahre aufrecht erhalten
werden kann, so gilt die Krankheit in diesem Land als eliminiert",
erklärt die WHO-Expertin Shefer. "Was in anderen Ländern und Regionen
möglich ist, kann auch in Österreich und in Europa erreicht werden",
erläutert Shefer.

"Wir müssen gezielt die Impflücken in der Bevölkerung schließen, auf
die strikte Einhaltung der Meldepflicht und eine ausführliche
Dokumentation achten. Die Erkrankungen müssen möglichst schnell
erfasst werden, um sofort nötige Reaktionen und Maßnahmen zur
Kontrolle einzuleiten", so Shefer.

Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit und sie können sowohl für
Säuglinge, Kinder als auch für Jugendliche und Erwachsene
schwerwiegende Folgen haben. In Österreich sind Impfungen gegen
Masern im kostenlosen Kinderimpfprogramm enthalten. Es ist jederzeit
- auch im Erwachsenenalter - möglich, diese Impfung an den
öffentlichen Impfstellen in den Bundesländern kostenlos nachzuholen.
Die Kosten für die Impfungen werden vom Bundesministerium für
Gesundheit, den Sozialversicherungsträgern und den Ländern getragen.

Durchimpfungsrate nicht hoch genug - auch nicht bei
Gesundheitspersonal und Erwachsenen!

Laut nationaler Impfstatistik liegt in Österreich die
Durchimpfungsrate bei den zweijährigen Kindern in Abhängigkeit vom
Geburtenjahrgang (2003-2011) zwischen 75 und 93 Prozent für zwei
Dosen der MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln). Um die notwendige
Durchimpfungsrate für MMR von 95 Prozent in Österreich zu erreichen,
startete das Bundesministerium für Gesundheit im Jänner 2014 die
Kampagne ‚Masern sind kein Kinderspiel!‘. "Mit dieser Kampagne
konnten wir die Anzahl der ausgelieferten kostenfreien
Masernimpfstoffe von 2013 auf 2014 um 23 Prozent steigern", freut
sich Sektionsleiterin Rendi-Wagner. "Dennoch ist das Ziel, Masern und
Röteln zu eliminieren, nach wie vor nicht erreicht", so Rendi-Wagner.

"Die aktuellen Masernausbrüche sind auch darauf zurückzuführen, dass
vor 20 bis 30 Jahren die Durchimpfungsrate relativ gering war und
daher viele Erwachsene heute keinen Impfschutz haben", erklärt Günter
Pfaff, Mitglied der Europäischen Regionalen Verifizierungskommission
für die Eliminierung von Masern und Röteln beim WHO Regionalbüro
Europa und Leiter der Abteilung ‚Epidemiologie und
Gesundheitsberichterstattung‘ beim Landesgesundheitsamt
Baden-Württemberg.

"Mehr als 40 Prozent der Betroffenen sind 20 Jahre oder älter. Leider
arbeiten viele von ihnen im Gesundheitsbereich, wo wir uns mehr
Bewusstsein für die Notwendigkeit eines Impfschutzes erwarten.
Patientinnen und Patienten vertrauen darauf, dass sie in
Gesundheitseinrichtungen nicht angesteckt werden", betont der WHO
Experte Mark Muscat. "Das Gesundheitspersonal trägt die persönliche
Verantwortung dafür, dass es nicht angesteckt wird und die ihm
anvertrauten Personen nicht ansteckt und gefährdet," ergänzt Pfaff.

"In Gesundheitseinrichtungen muss künftig viel effizienter darauf
geachtet werden, dass ungeimpftes Personal keine gefährliche
Infektionsquelle für ungeschützte Patientinnen und Patienten
darstellt, wie es leider im Rahmen der letzten Masernausbrüche
wiederholt der Fall war", so die BMG-Sektionschefin Rendi-Wagner.

Weitere Informationen unter www.bmg.gv.at und www.keinemasern.at .
(Schluss)

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