• 20.04.2015, 11:19:47
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„kreuz und quer“ am 21. April: „Du sollst Vater und Mutter pflegen!“ und „Die Liebe fürs Leben“

Wien (OTS) - Einen an Alzheimer oder einer anderen Demenzerkrankung
leidenden Menschen rund um die Uhr zu pflegen - und das oft jahrelang
- stellt Betreuende vor enorme Herausforderungen und vor Probleme,
die nicht selten unlösbar scheinen. "kreuz und quer" - präsentiert
von Christoph Riedl-Daser - zeigt am Dienstag, dem 21. April 2015, um
22.35 Uhr in ORF 2 die HD-Dokumentation "Du sollst Vater und Mutter
pflegen!" von Ruth Beckermann, die pflegende Angehörige in den Blick
nimmt, deren Schwierigkeiten und Probleme thematisiert, aber auch
Möglichkeiten vorstellt, mit der belastenden Situation besser
zurechtzukommen.

Um 23.10 Uhr folgt Michael Cencigs in HD produzierter Dokumentarfilm
"Die Liebe fürs Leben", der die Lebensgeschichten sehr
unterschiedlicher Paare erzählt und zu einer großen Liebesgeschichte
verknüpft. Vom porschefahrenden und golfspielenden Unternehmerpaar,
das vor Kurzem silberne Hochzeit gefeiert hat, bis zum
Bauern-Ehepaar, das bereits die Goldene Hochzeit hinter sich hat. Vom
christlich geprägten Ehepaar der bürgerlichen Mittelschicht, rund 40
Jahre verheiratet, bis zu einem Lesbenpaar, das seit rund 30 Jahren
zusammenlebt und nun vor der gesetzlichen Verpartnerung steht.

"Du sollst Vater und Mutter pflegen!" - Ein Film von Ruth Deutschmann

In Österreich leiden derzeit etwa 130.000 Menschen an einer Form von
Demenz - Tendenz steigend. Expertinnen und Experten rechnen bis 2050
sogar mit einer Verdoppelung der Zahl: Vermutlich werden dann mehr
als eine Viertelmillion Menschen an einer demenziellen Erkrankung
leiden - mit allen komplexen Auswirkungen, die diese für die
Betroffenen und ihre Umwelt hat.

Die Filmemacherin Ruth Deutschmann stellt Betroffene aus der
Steiermark und Kärnten vor, die rund um die Uhr betreut werden
müssen. Die meisten von ihnen wollen daheim, in ihren eigenen vier
Wänden, leben. Somit ruht die Last der Betreuung auf den Schultern
von Angehörigen, in der Regel auf denen von Frauen. Mit wenigen
Ausnahmen sind es die Ehefrauen oder Töchter, die als pflegende
Angehörige - neben ihrem Beruf, der Kindererziehung, dem Haushalt -
die häusliche Betreuung von Menschen mit Desorientierung übernehmen -
und dabei oft an ihre Belastungsgrenzen stoßen.

Nicht selten haben sie über kurz oder lang mit schweren
Erschöpfungszuständen zu kämpfen und fühlen sich im Alltag
aufgerieben zwischen der Verpflichtung, die sie übernommen haben, und
den eigenen Bedürfnissen. Es bleiben oft nicht nur die eigenen
Wünsche und Sehnsüchte auf der Strecke, in vielen Fällen brechen
Partnerschaften und Familien deswegen auseinander. Dazu kommt, dass
Demenz und Verwirrtheit in unserer Gesellschaft heute noch ein
Tabuthema sind und sich nicht nur Betroffene stigmatisiert fühlen,
sondern auch deren Angehörige.

Zu den Möglichkeiten, die schwierige Situation als pflegender
Angehöriger besser in den Griff zu bekommen, gehört die sogenannte
Validation, die von der US-Psychologin und Gerontologin Naomi Feil
entwickelt wurde. Es handelt sich dabei um die Theorie und Praxis
einer Kommunikationsform, die auch dazu beitragen kann, dass der
Alltag von desorientierten, dementen Menschen und Angehörigen - oder
dem Pflegepersonal - möglichst konfliktfrei gestaltet werden kann.

Zu Wort kommen neben der Begründerin der sogenannten
Validations-Methode, Naomi Feil, u. a. die Krankenhausseelsorgerin,
Altenbetreuerin und Validationslehrerin Sr. Anaclet vom Kloster
Wernberg in Kärnten, der Grazer Neurologe und Alzheimerexperte
Univ.-Prof. Dr. Reinhold Schmidt sowie Lotte Lettner, Leiterin der
Seniorenheimstätte Sekirn am Wörthersee, und die Vizepräsidentin der
Selbsthilfegruppe Alzheimer Austria, Monika Natlacen.

"Die Liebe fürs Leben" - Ein Film von Michael Cencig

Es gibt sie noch, die Liebe fürs Leben - auch in Zeiten von
Scheidungsraten an die 50 Prozent. Und während zeitweilig der
Eindruck vermittelt wird, lebenslange Zweierbeziehungen seien ein
Auslaufmodell, legt der Film das Augenmerk zur Abwechslung auf jene
ebenfalls rund 50 Prozent, die entgegen allen Trends zusammenbleiben.
"Die Liebe fürs Leben" - ein Film, der Mut machen will. Mut zum
Leben, zur Beziehung, zur Liebe. Mut zum Leben in einer
Liebesbeziehung. Was all diese höchst unterschiedlichen Paare, die im
Film gezeigt werden, gemeinsam haben, ist die Liebe als Leitmotiv
ihrer Beziehung. Ein Leitmotiv als tragendes Element, das sich auch
von heftigen Dissonanzen nie gänzlich übertönen ließ.

"Ich weiß, du hast eine Leidenschaft", sagt Margarete zu Franz, ihrem
Mann: "Und was ist deine Leidenschaft?" - "Du bist meine
Leidenschaft", antwortet er. Und das nach 64 Ehejahren. Im November
vergangenen Jahres sind Margarete und Franz ins Seniorenheim gezogen.
Nach 50 Jahren in einer 30 Quadratmeter großen Gemeindewohnung am
Schöpfwerk in Wien-Meidling. "Jetzt ist es am schönsten", stellen sie
übereinstimmend fest. In ihrem Zimmer haben sie mehr Platz als je
zuvor, für Essen und Pflege ist gesorgt - und vor allem, betont
Franz, für ein warmes Bett. Davon konnte er damals nur träumen, 1947,
als er Margarete kennenlernte - in einer Straßenbahn der Linie 8 im
zertrümmerten Wien der Nachkriegszeit. "Er hatte so ein süßes
Goscherl", schwärmt Margarete heute noch: "Aber er war schüchtern.
Gott sei Dank, sonst hätt er sich vielleicht eine andere genommen.
Aber ich war nicht schüchtern. Und eines Tages hab ich mir gedacht,
heut schnapp ich ihn mir."

"Einmal zu Weihnachten wurde mir wieder alles zu viel. Und da dachte
ich, wenn jetzt ein Mann vor der Türe stünde und mich einladen würde,
mit ihm zu kommen, dann täte ich es", erinnert sich Elisabeth an eine
viele Jahre währende Beziehungskrise. Damals litt ihre Ehe mit
Wolfgang unter akutem Kommunikationsmangel. Nach 25 Jahren erfüllte
ihr Wolfgang schließlich ihren Wunsch nach einem Eheseminar. Und dort
ging ihm ein Licht auf: "Ich war immer der Meinung, ich würde meine
Frau mit meinen beruflichen Problemen unnötig belasten. In Wahrheit
schloss ich sie durch mein Schweigen von meinem Leben aus, statt sie
teilhaben zu lassen."

Franziska und Norbert sind 26 Jahre verheiratet, stolze Eltern dreier
Kinder, und hatten sowohl privat als auch beruflich viel Glück im
Leben. Wie tragfähig ihre Liebe ist, wurde ihnen jedoch nie so
deutlich bewusst wie in jener Zeit, als Norbert plötzlich an einer
mysteriösen Krankheit litt. Er war wochenlang gelähmt. "Obwohl unsere
Kinder noch klein waren und sie den Betrieb allein schupfen musste,
besuchte mich Franziska jeden Tag im Krankenhaus und sprach mir Mut
zu. Das hat wesentlich zu meiner Gesundung beigetragen, und das werde
ich mein Lebtag nicht vergessen."

Der Alltag auf einem Bergbauernhof ist ohnehin hart genug. Für Rosa,
die frisch angetraute Jungbäuerin, kam erschwerend hinzu, dass sie
sich von ihrer Schwiegermutter von Anfang an abgelehnt fühlte. Und
Josef, einziges Kind seiner Mutter, die ihren Mann früh verloren
hatte, saß zwischen zwei Stühlen. Einerseits wollte er seiner Mutter
gegenüber loyal sein, andererseits durfte er seine Frau nicht "im
Regen stehen lassen", wie er sagt. "Wenn man Geduld und einen guten
Mann hat, geht alles", erzählt Rosa: "Wir haben viel miteinander
geredet. Er war einfach lieb zu mir." Heute, nach 52 Ehejahren, macht
Josef seiner Rosa vor laufender Kamera eine Liebeserklärung: "Ich
muss mich glücklich schätzen. So eine Frau findet man nicht alle
Tage."

"Ohne dich bin ich wie die Wolke ohne Regen, wie der Papst ohne
Segen, wie der Müll ohne Tonne, wie der Sex ohne Wonne", textet die
eine Barbara in einem Liebeslied an die andere Barbara. Mit ihrer
Band "enfemmes terribles" geben sie die Nummer in der Wiener
Sargfabrik zum Besten - und die Melodie wird zum Leitmotiv des Films.
Leitmotiv ihrer Beziehung ist die Veränderung, und auch wenn sie sich
demnächst hochoffiziell aneinander binden, versprechen sie einander
immer wieder von Neuem, nur so lange zusammenzubleiben, solange es
für beide passt. Und in den bisher 30 gemeinsamen Jahren hat einiges
gepasst. Von der gemeinsamen Arbeit für eine Berliner Putzfirma bis
zum kargen Leben auf einem Kärntner Bauernhof - "super alternativ und
brotlos", wie sie sich lachend erinnern.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar.

Das gesamte TV-Angebot des ORF - ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF
SPORT + - ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen
zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden
sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090
010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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