Schulpartner fordern mehr Geld für Schulen

Offener Brief an die Regierungsspitze

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA), das höchste schulpartnerschaftlich besetzte Gremium im Bereich der Bundesschulen Österreichs, weist die medial kolportierten Einsparungspläne im Schulwesen mit aller Entschiedenheit zurück.

Allein das Lostreten dieser Diskussion halten wir für eine Zumutung und Verschwendung von Zeit- und Kraftressourcen, die im Klassenzimmer dringend gebraucht werden - auch angesichts der enormen Aufgaben, die Schulen - nicht zuletzt wegen zahlreicher, politisch schlecht vorbereiteter Reformmaßnahmen - derzeit zu meistern haben.

Statt weitere Sparmaßnahmen auf Kosten unseres Schulwesens medial kolportieren zu lassen, fordern wir die Regierung auf, dem österreichischen Schulwesen schnellstmöglich zumindest den Anteil am Brutto-Inlandsprodukt zur Verfügung zu stellen, der dem OECD-Mittel entspricht. Das würde eine etwa zehnprozentige Erhöhung der den Schulen zur Verfügung stehenden Ressourcen bedeuten. Diese zusätzlichen Mittel böten den Schulen Freiraum, um die von Ihnen in den letzten Monaten wiederholt erwähnte Schulautonomie zu leben. Gesetzliche Möglichkeiten dafür gibt es, die Ressourcen aber fehlen.

Die folgenden Daten belegen, welch umfangreichen Sparmaßnahmen Österreichs Schulwesen seit etwa zwei Jahrzehnten ausgesetzt ist:

Investitionen in das Schulwesen als Anteil am BIP (Stand 2011; Quelle: OECD (Hrsg.), Education at a Glance 2014 - OECD Indicators (2014), Table B2.2.):
OECD-Mittel: 1995 3,6 %, 2011 3,9 %
Österreich: 1995 4,2 %, 2011 3,6 %

Und der Anteil der Bildungsausgaben am BIP ist ein national und international anerkanntes Maß:

• "Die Ausgaben für Bildung in % des BIP sind ein Maß für die Priorität, die dem Bildungswesen im Rahmen der Ressourcenverteilung zukommt." (Statistik Austria (Hrsg.), Bildung in Zahlen 2012/13. Schlüsselindikatoren und Analysen (Wien 2014), S. 112.)

• "Public expenditure on education as a percentage of total public expenditure indicates the government’s priority to education compared to other public services …" (OECD (Hrsg.), Improving Schools in Wales (2014), S. 32.)

Es ist für ein so wohlhabendes Land wie Österreich eine Schande, dass dem Schulwesen und damit den Zukunftschancen unserer Jugend realpolitisch offensichtlich immer weniger Bedeutung beigemessen wird.

Von politischen Sonntagsreden haben wir genug, egal aus welchem Mund sie kommen! Wir fordern für Österreichs Schulen endlich wieder eine faire Ressourcenausstattung und ein Ende einer Reformpolitik, bei der an den Schulen in immer dichterer Abfolge das Versagen auf politischer Ebene ausgebadet werden muss.

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Faymann
Bundesschulsprecher

Ing. Theodor Saverschel, MBA
Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs

Mag. Roland Gangl
Vorsitzender-Stellvertreter der BMHS-Lehrergewerkschaft

Mag. Dr. Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft

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