• 17.04.2015, 09:42:33
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Schulpartner fordern mehr Geld für Schulen

Offener Brief an die Regierungsspitze

Utl.: Offener Brief an die Regierungsspitze =

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr
Vizekanzler!

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA), das höchste
schulpartnerschaftlich besetzte Gremium im Bereich der Bundesschulen
Österreichs, weist die medial kolportierten Einsparungspläne im
Schulwesen mit aller Entschiedenheit zurück.

Allein das Lostreten dieser Diskussion halten wir für eine Zumutung
und Verschwendung von Zeit- und Kraftressourcen, die im Klassenzimmer
dringend gebraucht werden - auch angesichts der enormen Aufgaben, die
Schulen - nicht zuletzt wegen zahlreicher, politisch schlecht
vorbereiteter Reformmaßnahmen - derzeit zu meistern haben.

Statt weitere Sparmaßnahmen auf Kosten unseres Schulwesens medial
kolportieren zu lassen, fordern wir die Regierung auf, dem
österreichischen Schulwesen schnellstmöglich zumindest den Anteil am
Brutto-Inlandsprodukt zur Verfügung zu stellen, der dem OECD-Mittel
entspricht. Das würde eine etwa zehnprozentige Erhöhung der den
Schulen zur Verfügung stehenden Ressourcen bedeuten. Diese
zusätzlichen Mittel böten den Schulen Freiraum, um die von Ihnen in
den letzten Monaten wiederholt erwähnte Schulautonomie zu leben.
Gesetzliche Möglichkeiten dafür gibt es, die Ressourcen aber fehlen.

Die folgenden Daten belegen, welch umfangreichen Sparmaßnahmen
Österreichs Schulwesen seit etwa zwei Jahrzehnten ausgesetzt ist:

Investitionen in das Schulwesen als Anteil am BIP (Stand 2011;
Quelle: OECD (Hrsg.), Education at a Glance 2014 - OECD Indicators
(2014), Table B2.2.):
OECD-Mittel: 1995 3,6 %, 2011 3,9 %
Österreich: 1995 4,2 %, 2011 3,6 %

Und der Anteil der Bildungsausgaben am BIP ist ein national und
international anerkanntes Maß:

• "Die Ausgaben für Bildung in % des BIP sind ein Maß für die
Priorität, die dem Bildungswesen im Rahmen der Ressourcenverteilung
zukommt." (Statistik Austria (Hrsg.), Bildung in Zahlen 2012/13.
Schlüsselindikatoren und Analysen (Wien 2014), S. 112.)

• "Public expenditure on education as a percentage of total public
expenditure indicates the government’s priority to education compared
to other public services …" (OECD (Hrsg.), Improving Schools in Wales
(2014), S. 32.)

Es ist für ein so wohlhabendes Land wie Österreich eine Schande, dass
dem Schulwesen und damit den Zukunftschancen unserer Jugend
realpolitisch offensichtlich immer weniger Bedeutung beigemessen
wird.

Von politischen Sonntagsreden haben wir genug, egal aus welchem Mund
sie kommen! Wir fordern für Österreichs Schulen endlich wieder eine
faire Ressourcenausstattung und ein Ende einer Reformpolitik, bei der
an den Schulen in immer dichterer Abfolge das Versagen auf
politischer Ebene ausgebadet werden muss.

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Faymann
Bundesschulsprecher

Ing. Theodor Saverschel, MBA
Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und
höheren Schulen Österreichs

Mag. Roland Gangl
Vorsitzender-Stellvertreter der BMHS-Lehrergewerkschaft

Mag. Dr. Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft

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