• 15.04.2015, 11:01:54
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Landau: „Das massenweise Sterben im Mittelmeer ist eine Schande für Europa.“

Caritas Präsident fordert anlässlich aktueller Flüchtlingstragödie dringend Reform des europäischen Asylsystems.

Utl.: Caritas Präsident fordert anlässlich aktueller
Flüchtlingstragödie dringend Reform des europäischen
Asylsystems. =

Wien (OTS) - Zwei Tage nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor
der libyschen Küste werden im Mittelmeer nach Angaben von
Überlebenden noch bis zu 400 Menschen vermisst.
Es wäre eine der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer,
seit im Oktober 2013 mehr als 360 Menschen vor der italienischen
Insel Lampedusa ertranken.
Im vergangenen Jahr kamen rund 170.000 Flüchtlinge über Italien in
die Europäische Union. Mehr als 3.000 Menschen starben bei dem
Fluchtversuch in der Hoffnung auf ein sicheres Leben.

Michael Landau: "Will die EU glaubwürdig bleiben, muss sie dringend
eine auf Menschenrechten basierende, gemeinsame Strategie zum
Flüchtlingsschutz umsetzen. Wer Schleppern das Handwerk legen will,
muss Menschen auf der Flucht die Möglichkeit geben, legal Europa zu
erreichen. Die aktuelle Abwehrpolitik wird die EU nicht
weiterbringen, die weltweite Situation nicht ändern und die
betroffenen Menschen nicht schützen. Hier braucht es Wille und Mut -
zu Solidarität, zur Einhaltung von Menschenrechten, zu innovativer
Politik. Die Save-Lives Initiative der österreichischen Regierung ist
nur ein erster Schritt. Vorrangig gilt es aber, Menschen nicht
ertrinken zu lassen, die Initiative Mare Nostrum hat geholfen und
wäre weiterhin dringend nötig!"

Papst Franziskus hat immer wieder gesagt, das Mittelmeer darf kein
großer Friedhof werden - in der Zwischenzeit ist es längst zum
Massengrab geworden. Nach Schätzungen internationaler Organisationen
ertranken in den vergangenen 15 Jahren alleine im Mittelmeer
mindestens 20.000 Menschen. Die Dunkelziffer dürfte bedeutend höher
sein.

Für das laufende Jahr rechnen die Behörden noch einmal mit einem
starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. Bis heute sind über 18 000
Menschen angekommen, und in den Sommermonaten ist in der Regel eine
deutliche Zunahme zu verzeichnen.

"Um das Sterben im Mittelmeer auf lange Sicht hin zu beenden, braucht
es dringend einen effektiven Zugang zu Flüchtlingsschutz in der EU
über sichere und legale Wege, etwa durch mehr Resettlementplätze,
Visa-Möglichkeiten und/oder Antragsmöglichkeiten im Aufenthaltsstaat
unter rechtsstaatlichen Bedingungen. Denn Asyl ist ein Menschenrecht.
Die Migrationspolitik der EU muss insgesamt neue Wege finden.
Abschottung nach außen ist keine Lösung", und Landau weiter: "Hinzu
kommt, dass die Flüchtlingsproblematik nicht vom Himmel gefallen ist.
Der Bürgerkrieg in Syrien tobt nun schon seit 2011. Es war schon
länger absehbar, dass viele Menschen aus Verzweiflung fliehen müssen.
Wir brauchen ein System, das Menschenleben rettet und nicht eines,
das dabei zusieht, wie Menschen sterben!"

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