• 15.04.2015, 11:00:16
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Allianz Studie zur Eurozone: Österreichs Wirtschaft auf Platz 4

Alle 18 Euro-Länder mit Aufwärtstrend gegenüber dem Vorjahr Österreich mit geringster Verbesserung in Gesamtwertung Europa: Hohe Arbeitslosigkeit geht allmählich zurück

Utl.: Alle 18 Euro-Länder mit Aufwärtstrend gegenüber dem Vorjahr
Österreich mit geringster Verbesserung in Gesamtwertung
Europa: Hohe Arbeitslosigkeit geht allmählich zurück =

Wien (OTS) - 2014 haben sich alle 18 Mitgliedstaaten der Eurozone
gegenüber dem Vorjahr in ihrer wirtschaftlichen Gesamtbewertung
gesteigert, wie die Ergebnisse des aktuellen "Allianz Euro Monitor"
zeigen. Der Report zielt darauf ab, bestehende und neu aufkommende
Ungleichgewichte aufzudecken, um wirtschaftspolitische
Fehlentwicklungen, die zur Schuldenkrise im Euroraum geführt haben,
zukünftig rechtzeitig anzuzeigen. Die Ergebnisse für 2014 zeigen
insgesamt weitere Fortschritte in Richtung eines ausgewogenen
Wachstums. "Österreich verliert zwar zwei Plätze gegenüber dem
Vorjahr, kann sich im Vergleich zu den anderen Euroländern aber immer
noch gut behaupten", kommentiert Dr. Wolfram Littich,
Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, die
Ergebnisse der aktuellen Allianz Studie.

Gesamtwertung: Deutschland vor Estland und Lettland

Der Report misst die makroökonomischen Ungleichgewichte in der
Eurozone. Dabei bekommen Staaten in jedem der 15 Indikatoren einen
Wert zwischen 1 und 10 zugewiesen - je höher der Wert, desto besser
die Performance. Dr. Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz SE,
erklärt: "Die Indikatoren des Euromonitors zeigen, dass die
Mitgliedsländer wieder wirtschaftliche Stabilität gewonnen haben,
dass Ungleichgewichte abgebaut wurden und damit Ansteckungsgefahren
gemindert wurden. Es gibt wichtige strukturelle Verbesserungen, die
den Euroraum längerfristig wieder auf einen höheren Wachstumspfad
bringen könnten. Der positive Trend wird allerdings nur anhalten,
wenn die Reformen in den Mitgliedsländern fortgesetzt werden."
Deutschland erzielt als einziges Land seit 2011 eine Bewertung von
über 8, was als ausgewogene Entwicklung in der Breite anzusehen ist.
Allen 18 Euroraum-Ländern ist es gelungen, 2014 ihre Bewertung im
Vergleich zu 2013 zu verbessern. Dies zeigt, dass der Währungsraum
ökonomisch stabiler geworden ist. An der Spitze liegt nach wie vor
Deutschland (8,4) vor Estland (7,7) und Lettland (7,5). Schlusslicht
ist Zypern, das einen Indikatorwert von 4,5 aufweist.

Österreich: Niedrigste Arbeitslosenquote in der Euro-Zone

Österreich rutschte 2014 vom vorjährigen zweiten auf den vierten
Platz ab und muss mit einem Gesamtrating von 7,4 Punkten die beiden
Länder des Baltikums Estland und Lettland passieren lassen. Während
Staaten wie Lettland (+1,2 Punkte) und Finnland (+1,1 Punkte) ihr
Gesamtrating deutlich steigerten, konnte Österreich sein Rating nur
um 0,2 Punkte erhöhen und weist damit, ex aequo mit Portugal, den
geringsten Punktezuwachs im Vergleich zum Vorjahr auf.
Vergleichsweise schwach schneidet die Alpenrepublik in der Kategorie
"Solidität der Staatsfinanzen" ab (neunter Platz in der
Währungsunion), wobei sich das Rating gegenüber dem Vorjahr von 6,7
auf 6,3 Punkte verschlechtert hat. Der starke Anstieg des
Budgetdefizits von 1,5 Prozent im Jahr 2013 auf schätzungsweise 2,9
Prozent in 2014 lässt sich jedoch größtenteils auf
Restrukturierungsmaßnahmen im Zuge der Zerschlagung der Hypo Alpe
Adria zurückführen. Bei der Arbeitsproduktivität kann Österreich der
schon länger anhaltenden ungünstigen Entwicklung zwar etwas
entgegenwirken, befindet sich diesbezüglich aber immer noch unter dem
EWU-Durchschnitt (Platz 14). Dagegen punktet Österreich (zusammen mit
Deutschland) mit der niedrigsten Arbeitslosenquote des gesamten
Währungsraumes, weswegen das Land in der Kategorie "Beschäftigung,
Produktion und Ressourceneffizienz" alles in allem den dritten Platz
innehat (7,0 Punkte). Besonders positiv präsentiert sich Österreich
im Bereich "Private Verschuldung und Auslandsvermögensposition", wo
es eine Bewertung von 8,8 Punkten erhält: die Verschuldung des
Privat- sowie des Finanzsektors nimmt ab, zugleich ist das Land in
puncto Auslandsverschuldung im Jahr 2014 erstmals Nettogläubiger.

Ausblick: Weitere Reformanstrengungen notwendig

Für das EWU-Aggregat ist der Gesamtindikatorwert 2014 mit 6,4 Punkten
in etwa wieder auf das Niveau von 2008 geklettert. Trotz dieser
klaren Besserung wurden noch keine zufriedenstellenden
Stabilitätswerte erreicht. Auch beim erstmals einbezogenen Vergleich
mit den USA ist das Ergebnis erfreulich, denn der Euroraum schneidet
mit 6,4 Punkten leicht besser ab als die USA (6,2 Punkte). Gemessen
an den zentralen Einzelindikatoren ist die Widerstandsfähigkeit der
Eurozone gegenüber möglichen Störungen wesentlich größer geworden.
Die EWU-Krisenländer (ausgenommen Griechenland) scheinen über den
Berg und haben einen wirtschaftlichen Aufholprozess begonnen. Nun
stellt sich die Frage, ob die einzelnen Mitgliedsländer und der
Euroraum als Ganzes substanziell gestärkt aus der Schuldenkrise
hervorgehen. Heise: "Es handelt es sich nicht nur um eine zyklische
Aufwärtsbewegung aus dem tiefen Tal der Rezession, sondern es haben
auch strukturelle Veränderungen stattgefunden, die dauerhaft auf
einen stabileren Wachstumspfad führen."

Die Indikatoren des Euromonitors zeigen, dass die Mitgliedsländer
wieder wirtschaftliche Stabilität gewonnen haben, dass
Ungleichgewichte abgebaut wurden und damit Ansteckungsgefahren
gemindert wurden. Dies sei umso wichtiger vor dem Hintergrund der
aktuellen politischen Unsicherheiten, d.h. insbesondere dem Tauziehen
mit Griechenland, den anstehenden Wahlen in Portugal und Spanien
sowie den womöglich abnehmenden Reform-, Konsolidierungs- und
Integrationsbemühungen aufgrund zunehmenden Widerstands aus der
Bevölkerung. Doch bei allem Positiven zeigen die jüngsten ungünstigen
Wirtschaftsentwicklungen in Griechenland, dass noch nichts in
trockenen Tüchern ist und was passieren kann, wenn man vom "Pfad der
Tugend" abweicht. "Damit die Opfer während der Krise nicht umsonst
waren und um dauerhaft höheres Wirtschaftswachstum zu erlangen,
müssen die in Gang gekommenen Bereinigungsprozesse weiterlaufen,
insbesondere die öffentliche Haushaltskonsolidierung, der
Schuldenabbau im privaten Sektor und die Umsetzung von
Strukturreformen", so Heise abschließend.

Über den Allianz Euro Monitor

Der Allianz Euro Monitor ist ein makroökonomisches Monitoring- und
Frühwarnsystem zur Identifizierung bestehender und neu entstehender
Ungleichgewichte. Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf den Risiken,
die von einem unausgewogenen Wachstum ausgehen. Der Euro Monitor
bewertet die 18 Länder der Eurozone und stellt eine Rangliste auf.
Die Platzierung hängt von dem Beitrag ab, den das jeweilige Land zu
einem Wachstum ohne makroökonomische Ungleichgewichte und damit zur
Stabilität des Euroraums insgesamt leistet. Die Publikation gibt
einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation in allen
Ländern der Euro-Zone. Die Rangliste ergibt sich aus 15 Indikatoren
in den vier Schlüsselkategorien "Solidität der Staatsfinanzen",
"Wettbewerbsfähigkeit und Inlandsnachfrage", "Beschäftigung,
Produktivität und Ressourceneffizienz" und "Private Verschuldung und
Auslandsvermögensposition." Staaten bekommen in jedem der 15
einzelnen Indikatoren einen Wert zwischen 1 und 10 zugewiesen - je
höher der Wert, desto besser die Performance.

Downloads im Internet unter https://www.allianz.at

Foto: Dr. Wolfram Littich ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
Pressemeldung als PDF
Studie als PDF
Österreich-Charts als PDF

Bitte beachten Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
http://www.ots.at/redirect/allianz36

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