• 10.04.2015, 14:42:07
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"Wer Zug und Bahn fährt, soll das nicht in einer Sardinendose tun"

LR Rauch: Auf Kapazitätsprobleme rasch reagieren - VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg ausgeschrieben

Utl.: LR Rauch: Auf Kapazitätsprobleme rasch reagieren -
VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg ausgeschrieben =

Bregenz (OTS) - (VLK) - Land Vorarlberg, Verkehrsclub Österreich
(VCÖ) und ÖBB haben heute (Freitag, 10. April) den Startpunkt für den
Mobilitätspreis Vorarlberg 2015 gesetzt. Um für die zukünftigen
Herausforderungen gerüstet zu sein, werden vorbildliche Projekte
gesucht, die schon heute zeigen, wie die umweltfreundliche Mobilität
der Zukunft aussehen kann. "Die Mobilität in Vorarlberg steht vor
großen Herausforderungen", sagte Landesrat Johannes Rauch.

"In Vorarlberg sind täglich 150.000 Personen mit öffentlichen
Verkehrsmitteln unterwegs", informierte der Landesrat. Immer mehr
Vorarlbergerinnen und Vorarlberg steigen um: Sie gehen zu Fuß, fahren
mit dem Fahrrad oder benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel. Der
Ballungsraum Rheintal mit seinen 250.000 EinwohnerInnen und 30.000
PendlerInnen wächst. Darauf wird sich die Mobilitätspolitik der
Zukunft einstellen müssen, betonte Rauch: "Die Einführung der
365-Jahreskarte war ein Meilenstein auf dem Weg dorthin". Im
vergangenen Jahr wurden knapp 60.000 Jahreskarten verkauft - das sind
bereits fast 10.000 Jahreskarten mehr als im Vorjahr. "Das bedeutet
aber auch, dass das Angebot gezielt weiter ausgebaut worden muss", so
Rauch, "wir haben zu Spitzenzeiten ein Kapazitätsproblem, auf das wir
rasch reagieren müssen". Denn, so der Landesrat, "wer Zug und Bahn
fährt, soll das nicht in einer Sardinendose tun". In Zukunft soll
sich die 365-Euro-Jahreskarte weiterentwickeln und auch Zugang zu
Carsharing, Fahrradverleih oder Bike-Stationen an Bahnhöfen bieten.
Auch der weitere Ausbau der Radwege liegt dem Mobilitätslandesrat "am
Herzen".

Abschaffung Autobahnvignette, flächendeckende LKW-Maut

Für die Zukunft der Mobilität in Vorarlberg wünscht sich Landesrat
Rauch die Abschaffung der Autobahnvignette - ein erklärtes Ziel im
Arbeitsprogramm der Landesregierung: "Die Pkw-Vignette ist eine der
Ursachen für unerwünschten Ausweichverkehr (z.B. Vignettenflucht
durch Bregenz) und verursacht unnötige systembedingte Kosten,
beispielsweise Produktions- und Vertriebskosten sowie Kosten für
Kontrolle". Gemeinsam mit anderen Bundesländern, vor allem Salzburg
und Tirol, soll auf der Grundlage des bestehenden Beschlusses ein
Vorstoß zur Abschaffung der Autobahnvignette unternommen werden. Das
würde zu erheblichen Entlastungen von Landesstraßen führen. Die
Gegenfinanzierung soll über eine Anhebung der Mineralölsteuer
erfolgen.

Eine Entlastung für Vorarlbergs Straßen könnte auch die Einführung
einer flächendeckenden LKW-Maut bedeuten. Die derzeitige Regelung von
Mauten nur auf Autobahnen und Schnellstraßen fördert
"Ausweichverkehr" in Gemeinden mit entsprechender Lärm- und
Gesundheitsbelastung. Eine flächendeckende LKW-Maut auch für
Klein-LKW kann diese Situation verbessern und fördert den Erhalt von
Landesstraßen. Die Schweiz hat mit einer flächendeckenden Maut einen
anderen Weg beschritten, informiert der Landesrat. "Es zeigt sich:
Unerwünschter Ausweichverkehr ist dann kein Thema. Die neue
Wegekostenrichtlinie der EU ermöglicht den Mitgliedstaaten die
Einführung einer flächenhaften Lkw-Maut ähnlich der Schweiz. Es ist
nunmehr, wenn auch in eingeschränktem und relativ bescheidenem
Rahmen, eine Querfinanzierung alternativer Verkehrsinfrastrukturen
zulässig." Ein gutes Beispiel dafür ist für Rauch die Finanzierung
des Schienenausbaus aus Mauteinnahmen der Straße. Derzeit prüfen die
Länder eine flächendeckende Maut.

Die ÖBB investieren heuer 59 Millionen Euro in den Ausbau und die
Erneuerung der Schieneninfrastruktur in Vorarlberg, um Mobilität noch
attraktiver zu machen, sagte Martin Gradnitzer, ÖBB-Projektleiter für
Tirol und Vorarlberg. Schwerpunkte in Vorarlberg sind die Schaffung
moderner, barrierefreier Haltestellen und Bahnhöfe zwischen Bregenz
und Bludenz und der nahverkehrsgerechte Ausbau zwischen St.
Margarethen und Lauterach, um damit den Zugang zur Bahn noch
attraktiver zu gestalten. Gradnitzer: "Besonders wichtig ist uns
auch, die Bahnhöfe für die Radfahrer attraktiv zu gestalten, in
diesem Sinne errichten wir eine Vielzahl von modernen Bike & Ride
Plätzen bei unseren Bahnhofsprojekten."

VCÖ-Mobilitätspreis 2015

Gesellschaftliche Entwicklungen, wie Urbanisierung,
Digitalisierung, das steigende Durchschnittsalter der Menschen und
auch der Klimawandel haben großen Einfluss auf den Verkehrsbereich.
"Mobilität im Wandel" lautet daher das Motto des diesjährigen
VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg, der vom VCÖ in Kooperation mit dem
Land Vorarlberg und den ÖBB durchgeführt wird und vom Verkehrsverbund
Vorarlberg und Rhomberg Bau unterstützt wird. "Wir stehen in der
Mobilität vor den größten Änderungen seit Beginn der
Massenmotorisierung. Änderungen, die zu einem großen Teil auch die
Folge von gesellschaftlichen Entwicklungen sind. Mit dem
VCÖ-Mobilitätspreis suchen wir innovative Projekte, die schon heute
zeigen, wie die umweltfreundliche Mobilität der Zukunft aussieht bzw.
aussehen kann", erklärte VCÖ-Expertin Bettina Urbanek.

Am VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg können Betriebe und Unternehmen,
Schulen, Fachhochschulen, Gemeinden und Städte sowie Vereine und
Organisationen mit umgesetzten Projekten teilnehmen. Von Seiten der
Wissenschaft sowie durch Studierende können auch Konzepte beim
VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg eingereicht werden. Und Privatpersonen
sind aufgerufen, mit Ideen für eine umweltfreundliche Mobilität beim
VCÖ-Mobilitätspreis mitzumachen. Die Projekte werden von einer
Fachjury bewertet, das am besten bewertete Projekt aus Vorarlberg
wird im Herbst ausgezeichnet. Zudem haben Vorarlbergs Projekte die
Chance auf Bundesebene zu gewinnen.

Einreichunterlagen und weitere Informationen gibt es beim VCÖ
unter www.vcoe.at. Einreichschluss ist der 30. Juni 2015.

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