"Wer Zug und Bahn fährt, soll das nicht in einer Sardinendose tun"

LR Rauch: Auf Kapazitätsprobleme rasch reagieren - VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg ausgeschrieben

Bregenz (OTS) - (VLK) - Land Vorarlberg, Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und ÖBB haben heute (Freitag, 10. April) den Startpunkt für den Mobilitätspreis Vorarlberg 2015 gesetzt. Um für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet zu sein, werden vorbildliche Projekte gesucht, die schon heute zeigen, wie die umweltfreundliche Mobilität der Zukunft aussehen kann. "Die Mobilität in Vorarlberg steht vor großen Herausforderungen", sagte Landesrat Johannes Rauch.

"In Vorarlberg sind täglich 150.000 Personen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs", informierte der Landesrat. Immer mehr Vorarlbergerinnen und Vorarlberg steigen um: Sie gehen zu Fuß, fahren mit dem Fahrrad oder benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel. Der Ballungsraum Rheintal mit seinen 250.000 EinwohnerInnen und 30.000 PendlerInnen wächst. Darauf wird sich die Mobilitätspolitik der Zukunft einstellen müssen, betonte Rauch: "Die Einführung der 365-Jahreskarte war ein Meilenstein auf dem Weg dorthin". Im vergangenen Jahr wurden knapp 60.000 Jahreskarten verkauft - das sind bereits fast 10.000 Jahreskarten mehr als im Vorjahr. "Das bedeutet aber auch, dass das Angebot gezielt weiter ausgebaut worden muss", so Rauch, "wir haben zu Spitzenzeiten ein Kapazitätsproblem, auf das wir rasch reagieren müssen". Denn, so der Landesrat, "wer Zug und Bahn fährt, soll das nicht in einer Sardinendose tun". In Zukunft soll sich die 365-Euro-Jahreskarte weiterentwickeln und auch Zugang zu Carsharing, Fahrradverleih oder Bike-Stationen an Bahnhöfen bieten. Auch der weitere Ausbau der Radwege liegt dem Mobilitätslandesrat "am Herzen".

Abschaffung Autobahnvignette, flächendeckende LKW-Maut

Für die Zukunft der Mobilität in Vorarlberg wünscht sich Landesrat Rauch die Abschaffung der Autobahnvignette - ein erklärtes Ziel im Arbeitsprogramm der Landesregierung: "Die Pkw-Vignette ist eine der Ursachen für unerwünschten Ausweichverkehr (z.B. Vignettenflucht durch Bregenz) und verursacht unnötige systembedingte Kosten, beispielsweise Produktions- und Vertriebskosten sowie Kosten für Kontrolle". Gemeinsam mit anderen Bundesländern, vor allem Salzburg und Tirol, soll auf der Grundlage des bestehenden Beschlusses ein Vorstoß zur Abschaffung der Autobahnvignette unternommen werden. Das würde zu erheblichen Entlastungen von Landesstraßen führen. Die Gegenfinanzierung soll über eine Anhebung der Mineralölsteuer erfolgen.

Eine Entlastung für Vorarlbergs Straßen könnte auch die Einführung einer flächendeckenden LKW-Maut bedeuten. Die derzeitige Regelung von Mauten nur auf Autobahnen und Schnellstraßen fördert "Ausweichverkehr" in Gemeinden mit entsprechender Lärm- und Gesundheitsbelastung. Eine flächendeckende LKW-Maut auch für Klein-LKW kann diese Situation verbessern und fördert den Erhalt von Landesstraßen. Die Schweiz hat mit einer flächendeckenden Maut einen anderen Weg beschritten, informiert der Landesrat. "Es zeigt sich:
Unerwünschter Ausweichverkehr ist dann kein Thema. Die neue Wegekostenrichtlinie der EU ermöglicht den Mitgliedstaaten die Einführung einer flächenhaften Lkw-Maut ähnlich der Schweiz. Es ist nunmehr, wenn auch in eingeschränktem und relativ bescheidenem Rahmen, eine Querfinanzierung alternativer Verkehrsinfrastrukturen zulässig." Ein gutes Beispiel dafür ist für Rauch die Finanzierung des Schienenausbaus aus Mauteinnahmen der Straße. Derzeit prüfen die Länder eine flächendeckende Maut.

Die ÖBB investieren heuer 59 Millionen Euro in den Ausbau und die Erneuerung der Schieneninfrastruktur in Vorarlberg, um Mobilität noch attraktiver zu machen, sagte Martin Gradnitzer, ÖBB-Projektleiter für Tirol und Vorarlberg. Schwerpunkte in Vorarlberg sind die Schaffung moderner, barrierefreier Haltestellen und Bahnhöfe zwischen Bregenz und Bludenz und der nahverkehrsgerechte Ausbau zwischen St. Margarethen und Lauterach, um damit den Zugang zur Bahn noch attraktiver zu gestalten. Gradnitzer: "Besonders wichtig ist uns auch, die Bahnhöfe für die Radfahrer attraktiv zu gestalten, in diesem Sinne errichten wir eine Vielzahl von modernen Bike & Ride Plätzen bei unseren Bahnhofsprojekten."

VCÖ-Mobilitätspreis 2015

Gesellschaftliche Entwicklungen, wie Urbanisierung, Digitalisierung, das steigende Durchschnittsalter der Menschen und auch der Klimawandel haben großen Einfluss auf den Verkehrsbereich. "Mobilität im Wandel" lautet daher das Motto des diesjährigen VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg, der vom VCÖ in Kooperation mit dem Land Vorarlberg und den ÖBB durchgeführt wird und vom Verkehrsverbund Vorarlberg und Rhomberg Bau unterstützt wird. "Wir stehen in der Mobilität vor den größten Änderungen seit Beginn der Massenmotorisierung. Änderungen, die zu einem großen Teil auch die Folge von gesellschaftlichen Entwicklungen sind. Mit dem VCÖ-Mobilitätspreis suchen wir innovative Projekte, die schon heute zeigen, wie die umweltfreundliche Mobilität der Zukunft aussieht bzw. aussehen kann", erklärte VCÖ-Expertin Bettina Urbanek.

Am VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg können Betriebe und Unternehmen, Schulen, Fachhochschulen, Gemeinden und Städte sowie Vereine und Organisationen mit umgesetzten Projekten teilnehmen. Von Seiten der Wissenschaft sowie durch Studierende können auch Konzepte beim VCÖ-Mobilitätspreis Vorarlberg eingereicht werden. Und Privatpersonen sind aufgerufen, mit Ideen für eine umweltfreundliche Mobilität beim VCÖ-Mobilitätspreis mitzumachen. Die Projekte werden von einer Fachjury bewertet, das am besten bewertete Projekt aus Vorarlberg wird im Herbst ausgezeichnet. Zudem haben Vorarlbergs Projekte die Chance auf Bundesebene zu gewinnen.

Einreichunterlagen und weitere Informationen gibt es beim VCÖ unter www.vcoe.at. Einreichschluss ist der 30. Juni 2015.

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