Wie wissenschaftlich ist die Psychotherapie von heute?

Himberg (OTS) - Am 3.10.2015 veranstaltet der NÖ Landesverband für Psychotherapie (kurz NÖLP) eine Fachtagung für Psychotherapie. Der diesjährige Themenschwerpunkt liegt auf der Wissenschaftlichkeit der Psychotherapie.

"Auch wenn es bereits hinreichend bewiesen ist, dass Psychotherapie wirkt", so NÖLP-Vorsitzende Maria Werni, "ist dieses Wissen bei weitem noch nicht bei allen Entscheidungsträgern angelangt. Immer noch wird uns teilweise mit großer Skepsis begegnet. Diese Tagung soll helfen, diese Skepsis auszuräumen."

Die Veranstaltung findet fast schon traditioneller Weise in Kooperation mit der Donau Uni Krems (DUK) statt und es konnten auch diesmal wieder namhafte ExpertInnen auf diesem Gebiet gewonnen werden. Die Tagung wendet sich an alle PsychotherapeutInnen und VertreterInnen anderer Gesundheitsberufe, aber vor allem an VertreterInnen der Gesundheitspolitik und diverser Sozialversicherungsträger.

Die Landesvorsitzende kritisiert, dass psychisches Leiden immer noch nicht dem physischen gleichgestellt ist, obwohl es seit nunmehr mehr als 20 Jahren eine dafür eindeutige Gesetzeslage gibt. "Trotzdem müssen seelisch Leidende viel tiefer in die eigene Tasche greifen und sich eine Behandlung selbst finanzieren als körperlich Kranke. In Österreich sollte man nur psychisch krank werden, wenn man es sich auch leisten kann" formuliert Werni etwas zynisch.

Eigentlich ist es ganz klar im ASVG geregelt, dass zwischen den Trägern der Krankenversicherung und der Berufsvertretung der PsychotherapeutInnen ein Gesamtvertrag ausgehandelt werden muss. Mittlerweile haben die Kassen Einzelverträge mit Vereinen abgeschlossen, ein Hilfskonstrukt, das nicht gesetzeskonform ist. "Allerdings", so befürchtet Werni "halten in Österreich provisorische Lösungen erfahrungsgemäß am längsten." Dies jedoch zum großen Leidwesen der Betroffenen. "PatientInnen werden so in zwei Klassen geteilt: Die eine, die psychotherapeutische Behandlung kostenlos erhält und die andere, die auf rund ¾ der Kosten sitzen bleibt, weil sie nur Euro 21,80/Stunde refundiert bekommt. Ein Tarif, der übrigens seit über 20 Jahren nicht valorisiert wurde. Wobei es bei der Zuteilung der Plätze nicht auf das Einkommen der PatientInnen ankommt. Es zählen Schnelligkeit und Glück. Wer zuerst kommt, malt zuerst, der Rest muss warten. Denn die vollfinanzierten Kassenplätze sind viel zu knapp bemessen. Wartezeiten von mehr als einem halben Jahr sind keine Seltenheit. Ein unzumutbarer Zustand für einen leidenden Menschen. Wir fordern endlich eine Gleichstellung der psychotherapeutischen Leistung mit der ärztlichen."

Rückfragen & Kontakt:

Maria Werni, MSc
NÖLP-Vorsitzende
maria.werni@psychotherapie-werni.at
Tel.: 0680/2012635

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