Transportfirma wollte sich Abfertigung sparen und behauptete: „Selbst gekündigt“ - AK erkämpfte 12.000 Euro für Kraftfahrer

Linz (OTS) - Wenig freundlich war der Empfang, als ein Kraftfahrer aus Linz nach einem Krankenstand wieder bei seinem Arbeitgeber erschien. Was er denn hier wolle, wurde er gefragt, schließlich habe er selbst das Arbeitsverhältnis beendet. Obwohl der Mann Stein und Bein schwor, er habe keineswegs gekündigt, weigerte sich die Transportfirma, ihm seine Abfertigung zu bezahlen. Mit Hilfe der Arbeiterkammer bekam er schließlich mehr als 12.000 Euro.

Zwölf Jahre lang war der Mann bei der Firma beschäftigt gewesen, als er sich nach einem Krankenstand wieder an seinem Arbeitsplatz einfand. Dort wurde ihm mitgeteilt, er habe sein Arbeitsverhältnis doch längst beendet. Er habe nicht gekündigt, entgegnete der Kraftfahrer, doch seitens der Firma hieß es, man habe sogar Zeugen dafür, dass er noch vor seinem Krankenstand die Beendigung des Arbeitsverhältnisses erklärt habe. Offensichtlich wollte sich die Firma nicht nur die Entgeltfortzahlung, sondern auch die Abfertigung sparen, auf die der Arbeitnehmer bei Selbstkündigung keinen Anspruch gehabt hätte.

Der Kraftfahrer wandte sich an die Arbeiterkammer, die für ihn bei der Transportfirma intervenierte. Ein außergerichtlicher Vergleich scheiterte, weil das Angebot des Arbeitgebers sehr niedrig war. Deshalb ging die AK für den Kraftfahrer vor Gericht. In einem gerichtlichen Vergleich erklärte sich die Transportfirma schließlich bereit, mehr als 12.000 Euro (Abfertigung, Kündigungsentschädigung und Überstundenentgelt) zu zahlen, das waren immerhin 82 Prozent der geforderten Ansprüche.

Es kommt immer wieder vor, dass Firmen ihre Beschäftigten bei Krankmeldungen rückwirkend unbegründet abmelden oder kurz vor Erreichen des ersten oder nächsthöheren Abfertigungsanspruchs (bei Abfertigung alt) kündigen. "In einem solchen Fall sollten die Betroffenen auf jeden Fall zur Arbeiterkammer kommen und sich beraten lassen", rät AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

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