• 09.04.2015, 18:30:16
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: "Es ist längst noch nicht alles auf Schiene" - von Günter Fritz

Wien (OTS) - Österreich hat Frankreich als Land der Bahnfahrer
überholt und ist nun die neue Nummer eins in Europa - vom
Nicht-EU-Mitglied Schweiz einmal abgesehen. Das hängt nicht nur damit
zusammen, dass die Fortbewegung mit den ÖBB günstiger ist als in
vielen anderen Ländern, sondern auch mit gebotener Qualität und
gestiegener Konkurrenzfähigkeit dank breitflächigen Streckenausbaus.
Auch beim Güterverkehr auf der Schiene belegt die Alpenrepublik einen
Spitzenplatz.

Dieses Ergebnis der EU-Schienenregulierungsbehörde ist zwar
erfreulich, aber kein Anlass für Jubel. In Österreich verschlingt das
System Bahn trotz struktureller Verbesserungen und Turnaround der ÖBB
in den vergangenen Jahren jedes Jahr nach wie vor Milliarden.

Sowohl bei den Bundesbahnen als auch bei den rechtlichen
Rahmenbedingungen sind noch etliche Hausaufgaben zu erledigen - vom
Ausbau der Südstrecke und der Finanzierung von neuen Zügen über die
Anhebung des Pensionsantrittsalters, die Steigerung der Produktivität
bis zu Novellierungen des Eisenbahngesetzes.

uf europäischer Ebene liegt überhaupt noch vieles im Argen: Da fehlen
eine länderübergreifende Koordination ebenso wie einheitliche
technische Standards. Da wird mit EU-Förderungen in Nachbarländern
Infrastruktur gebaut, aber die Projekte werden nicht aufeinander
abgestimmt. Dazu kommen regulatorische Ungereimtheiten und
schleppende Marktliberalisierung. Die Bahn als umweltfreundliches
Personen- und Güterbeförderungsmittel hat zweifellos Zukunft -
vorausgesetzt, Europa bekommt Chauvinismus und Protektionismus
endlich in den Griff.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWB

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