- 09.04.2015, 10:25:31
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Die Tschechische Republik auf der positiven Watchlist (A4) - dank der Automobilindustrie und steigendem Konsum
Wien (OTS) - Die Tschechische Republik erholt sich von den Folgen der
Schuldenkrise in der Eurozone. Die Wirtschaft hat mit einem soliden
BIP-Wachstum von 2% in 2014 wieder Schwung geholt. Für dieses Jahr
wird ein Wachstum von 2,5% prognostiziert. Haupttreiber der
tschechischen Wirtschaft werden die Exporte von Personenkraftwagen
und der steigende private Konsum sein.
Die Abhängigkeit der Tschechischen Republik von der Auslandsnachfrage
ist stark, da die Exporte einen Anteil von 84% am BIP des Landes
ausmachen. Bisher hat die Exportwirtschaft davon profitiert, dass es
eine nationale Währung - die Krone - gibt. Die Abwertung der Krone
macht die Exporte wettbewerbsfähiger. Das wird darüber hinaus durch
die Strategie der Beibehaltung des CZK/EUR-Wechselkurs über 27 CZK
(mittels Wechselkursinterventionen) unterstützt. Trotz der positiven
Auswirkungen dieser Strategie hat die Exportdynamik im Laufe des
Jahres 2014 leicht abgenommen. Die enttäuschende Erholung der
wichtigsten Handelspartner (Eurozone) und die Verschlechterung des
Handels Richtung Osten hatten einen starken Einfluss. In diesem Jahr
sollte die Erholung der Eurozone die negativen Auswirkungen des
geringen Exportvolumens nach Russland ausgleichen und für eine
positive Wachstumsrate sorgen.
PKWs bleiben das Vorzeige-Exportprodukt 2015
Ein bedeutender Teil der tschechischen Exporte wird durch die
Automobilindustrie, dem Schwerpunkt der Industrie, angetrieben.
Weniger als 7% der tschechischen PKW-Produktion wurde im Jahr 2014 an
nationale Verbraucher abgegeben. Die Tschechische Republik ist mit
1,13 Millionen produzierten Fahrzeugen weltweit auf Platz 13. Skoda
ist dabei die größte Marke mit weltweiten Verkäufen von über eine
Million Einheiten im vergangenen Jahr. Ein Viertel davon fand
chinesische Abnehmer und macht das Land somit zum größten
Einzelmarkt.
Für 2015 sind die Aussichten für die tschechische Automobilindustrie
relativ gut und Coface schätzt das Risiko moderat ein. Der weltweite
Absatz nimmt zu. Die höchste Dynamik ist aufgrund der wachsenden
Mittelschicht, in den Schwellenländern zu finden. Auch wenn die
chinesische Wirtschaft dieses Jahr deutlich langsamer wächst, bleibt
der Trend der PKW-Verkaufszahlen positiv. Dies gilt jedoch nicht für
den russischen Markt. Hier bekommen die Automobilproduzenten die
Folgen der sinkenden Kauflust, der Verlangsamung der Wirtschaft und
der Abwertung der Landeswährung zu spüren.
"Die große externe Ausrichtung der Tschechischen Republik wird bei
der Automobilindustrie, die vor allem für den Export produziert,
deutlich. Der Sektor hat sich erholt und trägt in diesem Jahr zum
Wirtschaftswachstum des Landes bei. Aufgrund der hohen
Empfindlichkeit der Nachfrage und der Produktionskapazitäten
bestimmter Marken ist die Automobilindustrie leider keine
langfristige Wachstumsstütze", erklärt Grzegorz Sielewicz, Economist
Coface Central Europe.
Positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fördert den privaten
Konsum
Die Binnennachfrage spielt eine wesentliche Rolle beim tschechischen
Wirtschaftswachstum. Vor allem jetzt, da sich die erfreulichen
Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt positiv auf den privaten Konsum
auswirken. Die Arbeitslosenquote erreichte 5,8% im Dezember 2014. Das
ist der niedrigste Stand seit 2009 und eines der niedrigsten
Ergebnisse in der gesamten EU neben Deutschland und Österreich. Die
Haushaltsausgaben stiegen um 2,1% in den ersten drei Quartalen 2014
gegenüber dem Vorjahr. Die sehr niedrige Inflationsrate erhöhte
zusätzlich die Kaufkraft der Verbraucher.
In den letzten Jahren wurde der Einzelhandelssektor in der
Tschechischen Republik reifer und gesättigter. Der Zufluss
ausländischer Investoren, die vom steigenden Anteil der Mittelschicht
profitieren wollten, führte zu einem harten Wettbewerb. Die Margen
gingen zurück und einige Unternehmen meldeten Insolvenz an. Dieses
schwierige Wirtschaftsumfeld hat noch immer einen negativen Effekt
auf die Finanzergebnisse der Unternehmen. Ein gewisses Maß an
Investitionen ist jedoch weiterhin erforderlich, um die
Marktdurchdringung auf einem gewinnbringenden Niveau zu halten.
Obwohl die Verbraucher eher bereit sind mehr Geld als bisher
auszugeben, sind sie noch selektiv und relativ preissensibel. Das
lässt den Unternehmen nicht viel Raum, ihre Margen zu erhöhen.
In diesem Jahr werden die steigenden Haushaltsausgaben und die
Investitionsbereitschaft den Einzelhandel unterstützen. Die
Verbrauchervertrauen-Indikatoren erreichten dasselbe Niveau wie
zuletzt 2006 und sind auf dem höchsten Niveau in der CEE Region. Es
kann jedoch mit weiteren Konsolidierungsmaßnahmen in diesem Sektor
gerechnet werden. Da ausländische Handelsunternehmen im Zuge der
Kostenoptimierung weltweit um Margen kämpfen, könnten sich einige
Ketten aus Märkten wie der Tschechische Republik und anderen mittel-
und osteuropäischen Ländern zurückziehen. Das würde für bestehende
Unternehmen, die ihre Marktanteile erhöhen möchten, Chancen bieten.
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