LR Anschober: Neue Studie zu Beginn der Garten-Saison: Wirkstoff Glyphosat „wahrscheinlich krebserzeugend“.

Forderung: Keine Neuzulassung durch EU & Appell für Bio-Garteln

Linz (OTS) - Gefährliche Pflanzenschutzmittel können in Böden und Grundwasser eindringen, dadurch nicht nur unsere Umwelt belasten, sondern auch über unsere Lebensmittel die menschliche Gesundheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nun bekannt gegeben, dass der weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichtungswirkstoff Glyphosat - z.B. im Mittel "Roundup" - "wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen" (Kategorie 2a) sei. Schon seit den 1990er Jahren gibt es dazu Diskussionen, bisher hatte die WHO den Wirkstoff aber als unbedenklich eingestuft. Nun durchgeführte Studien in Kanada, den USA und Schweden sowie bei Labormäusen zeigen andere Befunde.
Aktuell steht die EU-Kommission vor der Entscheidung, die Zulassung für Glyphosat am europäischen Markt für weitere zehn Jahre zu verlängern - und hat dazu schon erste positive Signale gesendet.
LR Anschober: "Angesichts der neuen WHO-Erkenntnisse darf die EU-Kommission die erneute Zulassung für Glyphosat nicht durchwinken, sondern muss im Sinne des Vorsorgeprinzips für Gesundheit und Umwelt handeln. Es ist schon erschreckend, dass ein Konzern mit einem seit Jahrzehnten als gesundheitsschädlich diskutierten Mittel nach wie vor Milliardengewinne erzielen kann! Damit muss jetzt Schluss sein."

Glyphosat-Einsatz und Maßnahmen in OÖ
In Oberösterreich wird Glyphosat im öffentlichen Bereich bei Straßen und Gehwegen zur Unkrautvernichtung durch die Straßenmeistereien seit über einem Jahr nicht mehr eingesetzt, Grund dafür sind die Bestimmungen des oö. Bodenschutzgesetzes sowie des Bundes-Pflanzenschutzgesetzes.
Auf Gemeindeebene hat Ottensheim eine Vorzeigefunktion:
Bürgermeisterin Ulrike Böker hat die Verwendung von Roundup im öffentlichen Raum vor rund drei Jahren verboten, weil niemand die Ungefährlichkeit wirklich bestätigen konnte. Nun werden die unerwünschten Pflanzen im Bereich der Straßen und Gehwege von Hand entfernt - mit Unterstützung von Klient/innen der Lebenshilfe.
LR Anschober: "Die beiden Beispiele zeigen, dass es auch ohne den Einsatz von gefährlichen Unkrautvernichtern geht - meine Forderung daher, im gesamten öffentlichen Bereich auf Glyphosat zu verzichten! Viele Gemeinden können dem Beispiel Ottensheim folgen. Zudem können Landwirt/innen und Hausgärtner/innen einen riesigen Beitrag leisten, indem sie Roundup oder ähnliche Präparate nicht mehr einsetzen, und damit nicht nur die Böden schützen, sondern auch unsere Lebensmittel direkt vor einem Glyphosat-Eintrag bewahren."

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