Menschen – Würde im Fokus von Palliative Care

Wien (OTS) - Eine unüberhörbare Stimme in der Entwicklung im Gesundheits- und Sozialsystem sein

Der 5. Österreichische Palliativkongress hat als Motto "Menschen -Würde im Fokus von Palliative Care". Die Begründung sei, so Harald Retschitzegger, Präsident der Österreichischen Palliativgesellschaft (OPG), dass bei allen gesundheitspolitischen Herausforderungen und den gleichzeitig notwendigen wirtschaftlichen Überlegungen immer der betroffene Mensch im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen müsse. Retschitzegger: "Unsere Aufgabe als OPG ist es, daran mitzuwirken, dass in jedem Betreuungskontext Bedingungen vorherrschen, die den Menschen ein Leben und Sterben ermöglichen, in welchem diese Würde hochgehalten wird. Mit diesem Kongress möchten wir einen fachlich fundierten Beitrag dazu leisten und eine unüberhörbare Stimme vieler Menschen sein, die sich diesem Thema stellen. Mit dem Beschluss im Nationalrat zu den Ergebnissen der parlamentarischen Enquetekommission stehen die Chancen gut, dass die Menschen und die Würde in der weiteren Entwicklung des Gesundheits- und Sozialsystems in Österreich einen wesentlichen Platz einnehmen werden. Um das medizinisch gewährleisten zu können, brauchen wir auch in Österreich so wie in vielen anderen europäischen Ländern die Möglichkeit einer Facharztausbildung für Palliativmedizin!"

Nachholbedarf bei Ausbildung, Wissenschaft und Forschung

Herbert Watzke, Professor für Palliativmedizin an der Medizinischen Universität Wien, weist darauf hin, dass die Palliativmedizin bereits als Prüfungsstoff Einzug in die Ausbildungspläne der medizinischen Universitäten gefunden hat und damit für die heranwachsende Medizinergeneration eine palliativmedizinische Versorgung ein selbstverständlicher Teil ihrer Berufsausübung sein wird. Viel schwieriger sei es, die jetzt tätigen MedizinerInnen zu erreichen. Es gebe zwar Fortbildungsangebote, ein Umschwung in der Akzeptanz der Palliativmedizin habe aber noch nicht überall stattgefunden. Hier sei noch großer Nachholbedarf gegeben.

Watzke: "Darüber hinaus ist auch die Forschungsaktivität im Bereich der Palliativmedizin in Österreich gering. Die parlamentarische Enquetekommission hat einen Ausbau dieses Segments empfohlen. Sie anerkennt damit auch, dass medizinische Maßnahmen bei PalliativpatientInnen nicht nach Gefühl und Gutdünken getroffen werden dürfen, sondern wie in den anderen Gebieten der Medizin auch zunehmend evidenz-basiert sein müssen. Damit sind die forschungsfördernden Institutionen in Österreich aufgerufen, Mittel auch für diesen Forschungsbereich zur Verfügung zu stellen, was bisher de facto nicht der Fall war."

Das Geschenk des Da - Seins als Beitrag ehrenamtlicher Hospizarbeit

Leena Pelttari, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich, weist darauf hin, dass ehrenamtliche Tätigkeit in Hospiz und Palliative Care unverzichtbar ist: "Das große Geschenk der ehrenamtlichen Begleitung ist das einfache DA-Sein, Zeit zu haben und ein Stück Alltäglichkeit in eine schwierige Situation zu bringen. Ehrenamtliche stehen auch für gesellschaftliche Werte wie Solidarität und Mitmenschlichkeit. Die Situation in den Ländern Europas ist sehr unterschiedlich: von Ehrenamtlichen, die schwerkranke Menschen und ihre Familien begleiten, über die ehrenamtliche Tätigkeit als Palliativärztin bis zu Ehrenamtlichen, die z.B. ausschließlich Gartenarbeit für ein Hospiz machen. Die EAPC Task Force for Volunteering in Hospice and Palliative Care hat sich daher zum Ziel gesetzt, Art und Umfang des ehrenamtlichen Engagements im Hospiz- und Palliativbereich in Europa zu erfassen, den Wert und die Unterschiede zu beschreiben und damit auch den Stellenwert zu erhöhen."

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Harald Retschitzegger, MSc.
Präsident der Österreichischen
Palliativgesellschaft (OPG)
harald.retschitzegger@gmail.com
M: 0650/590 90 90

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