conwert: Fairness Opinion von Hohlbein/Proschofsky zum Übernahmeangebot

Wien (OTS) - Peter Hohlbein und Alexander Proschofsky standen bei der Hauptversammlung conwert 2014 als Vertreter der freien Aktionäre zur Wahl als Verwaltungsräte der conwert. Die dortige klare Stimmmehrheit für Peter Hohlbein und Alexander Proschofsky wurde von der Verwaltungsratsvorsitzenden Kerstin Gelbmann nur durch willkürlichen Ausschluss von 5,5 Mio. Stimmen verhindert. Diese Stimmrechtssperre wurde vor kurzem bereits durch die österreichische Übernahmekommission als unrechtmäßig beurteilt. Dieser Beschluss wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die rückwirkende Bestellung als Verwaltungsräte zur Folge haben.

Als rechtmäßig gewählte Vertreter der freien Aktionäre geben Peter Hohlbein und Alexander Proschofsky daher folgende Einschätzung des Übernahmeangebots der Deutschen Wohnen ab:

1. Das Angebot von 11,50 Euro/Aktie liegt weit unter allen marktüblichen Bewertungsparametern. So beläuft sich bereits der Buchwert je conwert Aktie samt ausgewiesener Reserven im Available-for-Sale-Portfolio auf 12,96 Euro. Der EPRA Net Asset Value (NAV) liegt per 31.12.2014 bei 15,70 Euro/Aktie. Das Angebot entspricht somit nur ca. 73% des EPRA NAV 2014, während die Deutsche Wohnen aktuell zu ca. 135% des EPRA NAV 2014 gehandelt wird. Im Vergleich dazu hat Deutsche Wohnen Ende 2013 für die Übernahme von GSW Immobilien durchgerechnet ca. 119% des EPRA NAV bezahlt.

2. Das qualitativ überwiegend sehr gute Wohnportfolio von conwert in Österreich und Deutschland weist unserer Ansicht nach erhebliche Bewertungsreserven auf. conwert hat hier in den vergangenen Jahren im Gegensatz anderen Immobiliengesellschaften der Peer Group nur sehr moderate Wertzuschreibungen vorgenommen. Zum Vergleich hat Deutsche Wohnen im Jahr 2014 ihr Gesamtportfolio um 10,8%, ihre Berliner Immobilien gar um ca. 12% aufgewertet. conwert hingegen hat ihr Berliner Portfolio nur um 5%, das gesamte Deutschland-Portfolio lediglich um 1,8% aufgewertet.

3. Die aktuellen Marktrenditen liegen unserer Einschätzung nach deutlich unter den von conwert ausgewiesenen Verkehrswertrenditen (5,9% Berlin, 5,2 % Potsdam, 7,1% Dresden, 7,6% Leipzig, 4,3% Wien), woraus sich unserer Einschätzung nach Aufwertungspotenzial im dreistelligen Millionenbereich ergibt. Wir weisen darauf hin, dass Deutsche Wohnen in der für ca. 1,8 Mrd. Euro erworbenen GSW im Folgejahr der Übernahme ca. 400 Mio. Aufwertungen vorgenommen hat. Eine Analogie zur gegenwärtigen Situation bei conwert ist erkennbar.

4. Deutsche Wohnen hat die gemeinsam erzielbaren Synergiepotenziale nicht näher ausgeführt. Zum Vergleich wurden im Rahmen der Übernahme von GSW zahlreiche Mitarbeiter abgebaut. Die Personal- und Sachkosten (ohne einmalige Aufwendungen) haben sich von 112,1 Mio. EUR in 2013 (Summe GSW + Deutsche Wohnen) um über 20 Mio. EUR auf 90,5 Mio. EUR in 2014 vermindert. Wir schätzen auf Basis von Peer-Group-Vergleichen das Einsparungspotenzial bei einer Übernahme von conwert auf 8,0 bis 13,5 Mio. Euro p.a. Dies ist in keiner Weise im Angebot der Deutsche Wohnen berücksichtigt.

5. Das Wohnportfolio von conwert in Deutschland umfasst 25.000 Wohneinheiten in guten Lagen und großteils guter Qualität. Im gegenwärtigen Konsolidierungsprozess am deutschen Wohnungsmarkt kommt diesem Portfolio eine wichtige strategische Bedeutung zu. Eine solche strategische Prämie fehlt vollkommen.

6. Der von conwert mit dem Geschäftsbericht 2014 publizierte verbesserte Ausblick für 2015 und 2016 findet im Angebot der Deutschen Wohnen bis dato keine Berücksichtigung.
Der von conwert nunmehr vorgelegte strategische Maßnahmenkatalog (Reduktion auf Kernregionen, Abbau Gewerbeportfolio, Überarbeitung der Finanzierungsstruktur) entspricht zu einem großen Teil unseren Forderungen und jenem Arbeitsprogramm, mit dem wir bereits im Mai 2014 zur Wahl als Verwaltungsräte angetreten sind und welches seither von vielen Aktionären eingefordert wurde.

Wir sehen darüber hinaus weitere Wertpotenziale im Rahmen der Bilanzansätze, Verstärkung des Managements - auch in Deutschland, richtiger Incentivierung des Managements und der Transformation der conwert zu einem Unternehmen mit klaren und einwandfreien Corporate Governance-Strukturen. Die Verwaltungsratsvorsitzende Kerstin Gelbmann fordern wir in diesem Zusammenhang auf, die aktuelle Entscheidung der Übernahmekommission zu respektieren und uns unverzüglich zu den rechtmäßig gewählten Verwaltungsräten zu benennen, anstatt weitere Aktionärsgelder für aussichtslose Rechtsmittel zu verschwenden.

Wir sehen für die conwert-Aktie auf einer Stand-Alone-Basis im derzeitigen Zustand eine Wertuntergrenze von 13,50 Euro/Aktie. Deutsche Wohnen wäre nach unserer Einschätzung grundsätzlich ein guter Partner für conwert. Jedoch ist der gebotene Preis von 11,50 Euro/Aktie vollkommen unzureichend, weshalb wir den Aktionären eine Annahme nicht empfehlen. Bei Umsetzung des bestehenden Arbeitsprogramms und der weiteren von uns eingeforderten Maßnahmen gibt es keinen Grund, warum der Aktienkurs nicht den Peer-Group-Unternehmen entsprechend den EPRA NAV erreichen oder überschreiten sollte.

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