- 30.03.2015, 12:55:25
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Heinisch-Hosek: Frauen verdienen noch immer ein Viertel weniger
Instrumente zur Einkommenstransparenz werden evaluiert
Utl.: Instrumente zur Einkommenstransparenz werden evaluiert =
Wien (OTS) - Morgen ist Equal Pay Day: Der Tag, bis zu dem Frauen in
das Jahr 2015 hinein weiterarbeiten müssen, damit sie so viel
verdient haben, wie die Männer mit Ende 2014."Obwohl Frauen so gut
ausgebildet sind wie nie zuvor, verdienen sie noch immer 23,85
Prozent weniger als Männer. Das bedeutet 62 Tage an Mehrarbeit, hier
muss sich dringend etwas ändern", betont die Frauenministerin. "Von
diesem Viertel kann man rund 15 Prozent überhaupt nicht erklären -
das heißt, da sind Teilzeit, Überstunden und Berufswahl schon
herausgerechnet. Das sind die reinen Diskriminierungsprozente, die da
übrig bleiben", so die Ministerin.
Der Gender Pay Gap hat unterschiedliche Ursachen, hier müsse an
vielen Schrauben gedreht werden. Mit den Einkommensberichten, den
Gehaltsangaben in Stelleninseraten und dem Gehaltsrechner seien
wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht worden. "Jetzt braucht es
weitere Kraftanstrengungen", so Heinisch-Hosek, die bereits eine
Evaluierung der seit 2011 gesetzlich verpflichtenden Gehaltsangaben
in Stelleninseraten und Einkommensberichte, die Unternehmen ab 150
MitarbeiterInnen legen müssen, beauftrag hat: "Die vorhandenen
Instrumente müssen auf Basis der Ergebnisse weiter entwickelt werden,
um die Einkommensschere endlich schließen zu können. Ich baue hier
auf eine gute Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern."
Auch die Frage nach dem Wert von Arbeit ist für die Ministerin
zentral: "Was ist welche Arbeit wert, warum sind typische
Frauenbranchen schlechter entlohnt als typische Männerbranchen? Hier
braucht es ein Umdenken. Der gesellschaftliche Wert von Arbeit muss
unabhängig davon beurteilt werden, ob sie vorrangig von Frauen oder
von Männern ausgeführt wird - das muss sich auch in der Entlohnung
wiederspiegeln. Außerdem müssen die Rollenbilder überwunden werden,
die immer noch dazu beitragen, dass ein großer Teil der Frauen
niedrig entlohnte Berufe ergreift", so die Ministerin, die noch im
April eine Plattform präsentieren wird, die Frauen und Mädchen über
die Möglichkeiten im technischen Bereich informieren und dafür
begeistern soll.
Die vielen gut ausgebildeten Frauen müssen außerdem endlich auch in
den Chefetagen ankommen: "Die Selbstverpflichtung bei staatsnahen
Betrieben zeigt, dass Quotenregelungen wirken", so Heinisch-Hosek.
"Solche Maßnahmen will ich auch für die Privatwirtschaft erreichen.
Deutschland hat bereits gezeigt, dass es möglich ist. Jetzt gilt es,
auch in Österreich einen Schritt hin zu einer geschlechter- und
chancengerechten Zukunft zu setzen", so die Frauenministerin.
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