- 30.03.2015, 12:29:21
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Jelinek-Drama "Die Schutzbefohlenen" ist Lehrstück für Politiker
Caritas-Generalsekretär Schwertner nach "bewegender" österreichischer Erstaufführung im Burgtheater: Mehr mit Flüchtlingen reden, weniger über sie
Wien, 30.3.2015 (KAP) Das neue Stück der österreichischen
Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek "Die Schutzbefohlenen" über das
Thema Flüchtlinge sollte ein "Pflichttermin" für die Bundesregierung und auch
die Landeshauptleute sein. Das sagte Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus
Schwertner in einem "Kathpress"-Interview zur "bewegenden und berührenden"
Premiere des Dramas im Burgtheater. Zur österreichischen Erstaufführung waren
rund 30 Caritas-Mitarbeiter mit Präsident Michael Landau und Schwertner an der
Spitze sowie einige Flüchtlinge gekommen, die vor mehr als zwei Jahren erst in
der Votivkirche genächtigt hatten und später im Servitenkloster untergebracht
waren.
Die Aufschrift "Refugees welcome" auf den T-Shirts der Caritas-Theaterbesucher
stand in hartem Kontrast zu einem Bühnengeschehen, das Angst und Vorurteile
rund um Heimatvertriebene zeigt. Die Flüchtlingsdarsteller stehen dabei im
Wasser - ein Hinweis auf den oft über das "Massengrab" Mittelmeer führenden
Emigrationsweg, das karge Bühnenbild stellt mit einem Kreuz einen Querbezug
zur wochenlang als Flüchtlingsquartier benützten Votivkirche her. Autorin
Jelinek stellte bei ihren Recherchen zum Aischylos ("Die Schutzflehenden")
aufgreifenden Drama keinen direkten Kontakt zur Caritas und ihrer
Flüchtlingsarbeit her, berichtete Schwertner, sie habe aber "sprachlich
exzellent" die harte Realität der "Schutzbefohlenen" eingefangen mit Sätzen
wie: "Wir sind gar nicht da. Wir sind gekommen, doch wir sind gar nicht da."
Schicksale jenseits von Statistiken
Die dadurch indirekt zum Ausdruck kommende Tatsache, dass Flüchtlinge nicht
als Person mit einem individuellen Schicksal wahrgenommen werden, sondern als
anonyme Zahl in Auf- und Zuteilungsstatistiken, möge ein Lernanstoß sein,
wünscht sich der Caritas-Generalsekretär. Für die Politik, aber auch für die
Caritas selbst: Es gelte mehr mit den Flüchtlingen zu reden und weniger über
sie. Schwertner erinnerte daran, dass durch das Lager in der Votivkirche
deutlich wurde, dass Flüchtlinge willens und fähig sind, ihre Interessen
selbst zu vertreten.
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(ende) rme/gpu/
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