- 27.03.2015, 11:23:20
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Stefan Prochaska: Rückzug der Kandidatur für Präsidentschaft
Medienöffentliche Mandate und Präsidentschaft nicht vereinbar – Reformen wären gefährdet
Utl.: Medienöffentliche Mandate und Präsidentschaft nicht vereinbar
– Reformen wären gefährdet =
Wien (OTS) - Stefan Prochaska zieht seine Kandidatur für das
Präsidentenamt der Rechtsanwaltskammer Wien mit sofortiger Wirkung
zurück und legt auch sein Amt als Vizepräsident der Kammer zurück.
Die Entscheidung hat sich der Rechtsanwalt mit dem Spezialgebiet
komplexer Wirtschaftsstreitigkeiten und Wirtschaftsstrafsachen mit
Medienöffentlichkeit nicht leicht gemacht. Er habe feststellen
müssen, dass seine Tätigkeit als Anwalt und eine Funktion als
Kammerpräsident sich nicht so miteinander vereinbaren lassen würden,
dass er beides zur Zufriedenheit der Kunden und Kammermitglieder
ausüben könne. Die Entscheidung fiel zu Gunsten seines Berufs als
Rechtsanwalt aus. Hier seine Stellungnahme.
"Ich habe während der letzten Wochen zur Kenntnis nehmen müssen, dass
eine Präsidentschaft dazu führen würde, in bedeutenden und
medienöffentlichen Mandaten (high profile cases) in eine Zwickmühle
zu geraten. Die Kammer erwartet von einem Präsidenten, persönliche
Attacken und Diffamierungen mit präsidialer Zurückhaltung
hinzunehmen, und die Kunden verlangen offensives und engagiertes
bedingungsloses Einschreiten, um für Ihre Interessen das Maximum zu
erreichen.
Ich bin zu der Wahl mit einem sehr ambitionierten Reformprogramm
angetreten, für dessen Umsetzung ich viel Zeit und Kraft sowie einen
starken Rückhalt in der Kollegenschaft benötige. Wenn ich aber meine
Energie nicht für die Reformen der Kammer sondern für die Wahrung des
Standeskorsetts einsetzen müsste, dann würden Reformen scheitern. Die
für mich einzige Möglichkeit, dies zu verhindern, wäre, wenn ich als
Rechtsanwalt zurückstecke. Doch dies kann und will ich nicht.
Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, schließlich habe ich
während der letzten neun Jahre ehrenamtlicher Tätigkeit in der Kammer
sehr viel Zeit und Kreativität für die Anliegen der Wiener
Kammermitglieder investiert und viel Positives erlebt und erzielt.
Ich wünsche den anderen Kandidaten viel Erfolg und hoffe auf eine
starke Standesvertretung."
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