WHO-Einstufung von Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend offenbart Unzulänglichkeit der EU-Pestizidzulassung

GLOBAL 2000 fordert Glyphosat-Verbot und verbesserte Risikobewertung für Pestizide

Wien (OTS) - Nachdem Mediziner und Umweltschutzorganisationen seit Jahren vor einer möglichen krebserregenden Wirkung von Glyphosat warnten, hat nun die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO das weltweit am häufigsten eingesetzte Pestizid als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. "Die Entscheidung der WHO war überfällig und absolut richtig", sagt Helmut Burtscher, Umweltchemiker der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000: "Umso brisanter ist die Tatache, dass die erst kürzlich von Deutschland durchgeführte EU-Risikobewertung von Glyphosat absolut kein Gesundheitsrisiko durch den Wirkstoff Glyphosat entdeckt haben will."

Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung (BfR) führte 2014 im Zuge der EU-Wirkstoffprüfung für Pestizide im Auftrag der Europäischen Union eine Neubewertung der gesundheitlichen Risiken von Glyphosat durch und kam zu der Schlussfolgerung, dass sich "nach Prüfung von mehr als 1.000 neuer Studien keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei den Versuchstieren" hätte finden lassen. Burtscher dazu: "Diese offensichtliche und eklatante Fehlbeurteilung des gesundheitlichen Risikos von Glyphosat verlangt nach einer lückenlosen und transparenten Aufklärung der Ursachen dieser Fehlleistung."

Inakzeptable Schwächen des europäischen Zulassungssprozesses für Pestizide musste die EU-Kommission bereits vor drei Jahren hinsichtlich des Risikos für Bienen eingestehen. Die Verbote dreier Neonicotinoide und Fipronil und die grundlegende Neugestaltung der Risikobewertung für bestäubende Insekten waren die Folge. Analog dazu verlangt die WHO-Einstufung von Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" nicht nur das sofortige Verbot von Glyphosat für Landwirtschaft und Hausgärten. Vielmehr bedarf es einer grundsätzlichen Überarbeitung und Verbesserung der in der EU-Pestizidverordnung festgelegten Methoden und Datenerfordernisse zur Ermittlung des gesundheitlichen Risikos von Pestiziden und Pestizdrückständen. Der Schutz von AnwenderInnen aus Landwirtschaft und Hausgartenbereich sowie der KonsumentInnen muss oberstes Ziel sein!

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DI Dr. Helmut Burtscher, Umweltchemiker GLOBAL 2000, 0699 142 000 34 bzw. helmut.burtscher@global2000.at

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