• 25.03.2015, 20:26:38
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Kampf um Vertrauen, Kommentar zur Lufthansa von Lisa Schmelzer

Frankfurt (ots) - Frankfurt (ots) - An der Börse herrschte am
Mittwoch in Sachen Lufthansa schon wieder Business as usual: Nach dem
Kursverlust von in der Spitze 6% infolge des Germanwings-Absturzes am
Dienstag gab das Lufthansa-Papier in einem schwachen Umfeld gestern
nur 1,4% nach. Dem Unternehmen indes dürfte es angesichts der
Tragödie in den französischen Seealpen schwer fallen, in nächster
Zeit zum Normalbetrieb zurückzukehren. Denn für jede Fluggesellschaft
ist die Sicherheit in der Luft das höchste Gut. Kommen Zweifel an
diesem Asset auf - wie jetzt geschehen -, kann eine Airline schnell
unter Druck geraten.

Diese Entwicklung bekam zuletzt die asiatische Malaysia Airlines zu
spüren. Nachdem eine Maschine der Gesellschaft seit mehr als einem
Jahr verschollen ist und ein weiteres Flugzeug über der Ukraine
abgeschossen wurde, brachen die Umsatzzahlen ein. Ob die mittlerweile
schwer angeschlagene Gesellschaft, die seit Anfang März vom früheren
Aer-Lingus-Chef Christoph Müller geführt wird, überleben wird, steht
noch in den Sternen.

Ganz anders bei der mittlerweile aus anderen Gründen untergegangenen
Swissair. Die Schweizer waren 1998 mit einem schweren Unfall bei
Halifax konfrontiert, bei dem mehr als 200 Passagiere ihr Leben
verloren. Das Unglück hatte kaum wirtschaftliche Folgen, weil
Swissair auch beim Thema Sicherheit einen exzellenten Ruf hatte und
im Zusammenhang mit dem Absturz sehr offen kommunizierte.

Der Germanwings-Absturz trifft Lufthansa in einer für das Unternehmen
schwierigen Zeit. Konzernchef Carsten Spohr ist gerade dabei, die
Fluglinie neu aufzustellen, und wagt dabei den Spagat zwischen
Qualitätsanspruch und einem verstärkten Auftritt im Billigflugmarkt.
Kämen dauerhaft Zweifel an der Sicherheit auf, würde das den Erfolg
der Lufthansa-Billigableger Germanwings und Eurowings und damit den
des gesamten Konzerns gefährden. Zwar gilt Lufthansa als eine der
sichersten Airlines weltweit und auch die Maschinen der
Konzerntöchter unterliegen in Sachen Wartung den strengen Vorgaben
der Mutter. Aber die Sorgen der Flugreisenden in diesen Tagen sind
eben nicht nur rational und deshalb wird ein solches Unglück manchen
vom Fliegen abhalten.

Um Vertrauen zurückzugewinnen ist es daher wichtig, schnell die
Gründe für den Absturz des Airbus A320 zu ermitteln und in der
Öffentlichkeit offen darüber zu kommunizieren und damit umzugehen.
Von der Antwort auf die Frage nach den Ursachen - menschliches oder
technisches Versagen? - wird abhängen, wie schnell Lufthansa zum
Normalbetrieb zurückkehren können wird.

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