• 25.03.2015, 10:46:07
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Schultes: Soja aus Österreich - eine nachhaltige Erfolgsgeschichte

China importiert ein Viertel der Soja-Weltproduktion, Europa, Japan stagnieren

Utl.: China importiert ein Viertel der Soja-Weltproduktion, Europa,
Japan stagnieren =

Wien (OTS) - "Österreich ist Sojaprofi. Wir bewirtschaften zwar nur
knapp 2% der EU-Ackerfläche, sind aber der viertgrößte Sojaproduzent
der Europäischen Union. Unsere Eiweißstrategie macht sich bezahlt:
Wir erzeugen gentechnikfreies Soja für die menschliche Ernährung und
als Futtermittel, wir haben uns in beiden Bereichen florierende
Exportmärkte aufgebaut und sind mittlerweile bei Eiweiß kein
Netto-Importeur mehr. Außerdem schützt jede Tonne Eiweiß, die im
Inland erzeugt wird, den Regenwald vor Abholzung. Heimischer
Sojaanbau schließt offene Kreisläufe: Wir sind weniger auf Importe
angewiesen, sparen Devisen, reduzieren den globalen Transportwahnsinn
und schaffen Wertschöpfung für die Landwirtschaft. Das ist eine
klassische Win-win-Situation im Sinne der Nachhaltigkeit. Mit einem
Wort: Soja aus Österreich ist zur nachhaltigen Erfolgsgeschichte
geworden." Dies stellte heute Hermann Schultes, Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich, fest.

Propaganda versus Wahrheit

"Weder die europäischen noch die österreichischen Konsumenten
müssen beim Fleischkonsum ein schlechtes Gewissen haben, denn
entgegen der Global2000-Propaganda sind es nicht die Europäer, die
den steigenden Sojaverbrauch verursachen. Dieser hat seine Ursache in
den Entwicklungs- und Schwellenländern, allen voran China. Dort ist
die Entwicklung des Verbrauches geradezu atemberaubend. Innerhalb von
nur 20 Jahren haben sich die Sojaimporte Chinas von Null auf zuletzt
72 Mio. t gesteigert, dieses Land allein importiert rund 25% der
Weltproduktion. Die Erklärung dafür ist Chinas steigender Wohlstand.
Damit verändern sich die Konsumgewohnheiten, es wird mehr Fleisch
gegessen", erläuterte Schultes. "Wie zynisch muss man sein, um den
Menschen dort ihren bescheidenen Wohlstand, der sich eben auch in
geänderten Ernährungsgewohnheiten ausdrückt, vorzuwerfen?" fragte der
Präsident.

Österreichischer Sojaanbau ist nachhaltig

"Die enorme Ausweitung der Sojaproduktion in Südamerika ging nicht
nur zu lasten riesiger Weideflächen, sondern auch von Regenwald.
Heimischer Sojaanbau reduziert dem gegenüber wirksam den Druck,
solche Flächen zu Ackerland umzuwandeln", verwies Schultes auf die
Nachhaltigkeit heimischer Sojaflächen und führte weiter aus: "Ein
weiterer Aspekt ist, dass die Sojabohne als Leguminose
'stickstoffautark' ist. Die in Symbiose an den Wurzeln der
Sojapflanze lebenden Bakterien stellen den für das Pflanzenwachstum
notwendigen Stickstoff zur Verfügung. Es bedarf daher keines
zusätzlichen Mineraldüngers. Darüber hinaus hinterlässt die Sojabohne
auch noch eine geringe Menge Stickstoff für die Folgekultur."

Eiweißstrategie: EU und Österreich

"Eiweiß ist essenziell für die menschliche Ernährung und für die
Tierhaltung. Zudem haben die meisten Konsumenten in der EU ein
gewisses Unbehagen gegenüber der Gentechnik. Eine bessere
Eigenversorgung Europas mit eigenem Eiweiß anzustreben und nicht mehr
so stark auf Importe angewiesen zu sein, ist das Ziel unserer
Eiweißstrategie. Es laufen daher verschiedenste Anstrengungen, die
Selbstversorgung in diesem Bereich zu verbessern. Eines der
konkretesten Projekte ist die Forcierung des heimischen Sojaanbaues.
Daneben verbessern der Anbau von Ölsaaten insgesamt und auch die
Produktion von Bioethanol die heimische Eiweißbilanz. Aus den
agrarischen Rohstoffen, die auf einem Hektar wachsen, entstehen
ebenso viele Eiweißfuttermittel, wie Bioethanol. Dieser Aspekt ist
zwar wohl bekannt, wird jedoch in der Diskussion um Biotreibstoffe
beharrlich ignoriert", so Schultes.

Sojaanbau und -zucht: gentechnikfrei

"Wir haben in Österreich eine sehr gute und erfolgreiche
Wertschöpfungskette rund um die Sojabohne. Wir erzeugen faktisch
alles, vom Saatgut bis zum Tofu", fasste Schultes zusammen. "Im
heimischen Sojaanbau werden keine GVO-Sorten verwendet. Die Ernte
wird zu großen Teilen von österreichischen Verarbeitungsbetrieben im
Bereich der Fermentationsprodukte (Sojadrinks) oder der Mahlprodukte
(Sojamehle), etwa in der Backindustrie, benötigt. Der Exportanteil
der inländischen Verarbeitungsbetriebe ist hoch. Heimisches Soja wird
zunehmend auch in der Fütterung eingesetzt. Ein österreichisches
Züchtungsunternehmen, das Sojabohne im Programm hat, schaffte schon
nach relativ kurzer Zeit die ersten Sorteneintragungen. Darüber
hinaus gibt es in Güssing eine Ölmühle, die Sojabohne verarbeiten
kann", informierte der LK-Präsident.

EU hat nur geringen Anteil an globaler Sojabohnenproduktion

Die Sojabohne ist, global gesehen, eine der Hauptkulturen.
Innerhalb der Ölsaaten ist sie die absolute Nummer eins mit einer
Jahresproduktion von zuletzt 312 Mio. t. Sie deckt etwa 60% der
globalen Ölsaatenproduktion ab. Mit großem Abstand folgen Raps (72
Mio. t) und Sonnenblume (40 Mio. t). Überwiegend ist die Sojabohne
heute am amerikanischen Kontinent heimisch, obwohl sie ursprünglich
aus Asien stammt.

Der Anteil der Europäischen Union an der Welt-Sojaproduktion
umfasst nur etwa 0,5%. Es gibt bis jetzt relativ wenige EU-Länder,
die über einen namhaften Sojaanbau verfügen. Österreich nimmt in
diesem Ranking den respektablen vierten Platz ein. Die Ernte 2014
repräsentiert knapp 8% der EU-Menge, wobei die Alpenrepublik nur über
knapp 2% der EU-Ackerfläche verfügt.

Speziell die südamerikanischen Staaten haben die Erzeugung in den
letzten 20 Jahren massiv ausgedehnt. Auf riesigen Farmen im
amerikanischen Mittelwesten sowie in Argentinien und Brasilien wurde
der Sojaanbau systematisch ausgeweitet. Doch nicht überall ging
steigender Sojaanbau zu lasten des Regenwaldrodes. So haben die USA
die Produktion in den letzten 30 Jahren verdoppelt, wobei sicher
nicht ein Hektar Regenwald dafür geschädigt worden ist.
(Schluss)

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