• 24.03.2015, 19:30:02
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Wiener Zeitung – Leitartikel von Reinhard Göweil: „17“

Ausgabe vom 25. März 2015

Utl.: Ausgabe vom 25. März 2015 =

Wien (OTS) - Der 17. sei der Glückstag der Regierung geworden,
erklärte Bundeskanzler Werner Faymann, warum er den 17. November als
Zieldatum für die Bildungsreform nannte. Der Hintergrund dazu: Den
17. März erkor die Regierung zum Termin für die Steuerreform - und
sie schaffte ihn. Die darob ausgeschütteten Glückshormone beflügeln
die Regierung nun tatsächlich - das vorliegende Papier zur
Bildungsreform ist brauchbarer als vieles davor.

Und weil in Verhandlungen mit Ländern und Lehrergewerkschaft oftmals
ohnehin nur Zahlenmystik hilft, soll das Werk also am 17. vollbracht
sein. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist es dabei, nicht in
Italien zu sein, denn dort ist die 17 eine Unglückszahl (vergleichbar
der 13).

Im Tarot und der Kabbala dagegen ist die 17 der Stern - und der
verheißt nur Gutes.

Beides, Tarot und Kabbala, sollte die Regierung unbedingt bemühen,
damit die Länder aus der geplanten Schulautonomie keine
Machtautonomie machen - und die gute Absicht durchkreuzen. Dann
müssten 1 und 7 zu Hilfe eilen, denn die 1 steht für den Magier und
die 7 für den Sieg.

Wir sehen, die Regierung mag dafür gescholten werden, dass sie für
alles relativ lange braucht, doch zahlenmystisch macht ihr niemand
was vor. Für den Finanzausgleich schlage ich daher als Termin den 17.
Mai 2016 vor, denn dieser Tag ist auch ein Dienstag - und neben der
17 ist der Dienstag Lieblingstag in der neuen Regierungsmystik. Das
ist zwar kein Mirakel, denn an diesem Tag ist Ministerrat, sollte
dabei aber mitbedacht werden.

Um ihr Glücksmoment so richtig auszureizen, müssten SPÖ und ÖVP die
Nationalratswahl im Juni 2018 ansetzen. Denn nur im Juni dieses
letzten Jahres der Legislaturperiode fällt ein für Wahlen bevorzugter
Sonntag auf den 17.

Sollte die Regierung ihre neue mystische Seite rücksichtslos
ausleben, ist ein grandioser Wahlerfolg praktisch garantiert.

Ob die SPÖ und ÖVP dabei die Nase vorne haben werden, kann nur
geträumt werden, immerhin pochen beide auf 17. Vielleicht liefern
solch paranormale Wahlen ja einen völligen Gleichstand, und die
Herren Faymann und Mitterlehner teilen sich das Kanzleramt.

Um das zu vermeiden, ist eine Zahlenmystik-Reform dringend geboten,
und die benötigt eine Zahlenmystikreformkommission. Die muss sich
einen Termin setzen, aber bitte keinen 17.

www.wienerzeitung.at/leitartikel

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