- 24.03.2015, 14:34:29
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Die Meister von morgen sind gefunden
Das erste firmen- und branchenübergreifende LehrlingsCrossmentoring-Programm des BFI Wien hat seine ersten Absolventen.
Utl.: Das erste firmen- und branchenübergreifende
LehrlingsCrossmentoring-Programm des BFI Wien hat seine ersten
Absolventen. =
Wien (OTS) - 15 Monate, 16 Dreier-Teams aus jungen und arrivierten
Mitarbeitern, sechs Firmen, drei Generationen - aus dieser Formel
setzte sich das erste firmen- und branchenübergreifende
LehrlingsCrossmentoring des BFI Wien zusammen. "Mit dem Programm
‚Meister statt Master‘ wollten wir zeigen, dass uns die restliche
Welt zu Recht um unser duales Ausbildungssystem beneidet, dass
branchen- und hierarchieübergreifende Kontakte spannend, produktiv
und vorurteilsabbauend sind und dass wir alle, unabhängig von Alter
und Position, von jedem etwas lernen können", blickt Valerie
Höllinger, Geschäftsführerin des BFI Wien auf die Genese des
Programms zurück. "Und ich glaube, das Experiment ist mehr als nur
geglückt."
Mitte März wurden nun die ersten Absolventinnen und Absolventen des
LCM ausgezeichnet. 16 Lehrlinge, 16 junge Lehrabsolventen -
sogenannte Peers - und 16 Mentoren aus den Unternehmen A1, Bank
Austria, BFI Wien, Flughafen Wien, REWE International AG sowie der
Wiener Städtische Versicherung erhielten ihre abschließenden
Zertifikate: "Es erfüllt uns mit Stolz, wenn man in so kurzer Zeit
live miterleben darf, wie sich die jungen Menschen von schüchternen
Mauerblümchen zu gefestigten Persönlichkeiten entwickeln und
selbstsicher - vor Peers und arrivierten Kolleginnen und Kollegen
gleichermaßen - sich selbst und ihre Standpunkte vertreten können",
so Höllinger zufrieden. "Ziel war es eben nicht nur, das Image der
Lehre in der Öffentlichkeit aufzupolieren, sondern in erster Linie
den jungen Menschen abseits der fachlichen Ausbildung bei der
persönlichen Weiterentwicklung unter die Arme zu greifen."
Mehr als nur die Schulbank drücken
Dementsprechend lag der Fokus des LehrlingsCrossmentorings auf einem
abwechslungsreichen außercurriculären Förderungsprogramm. Über die
letzten 15 Monate kochten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
gemeinsam im Workshop zum Thema gesunde Ernährung, lernten im
Improvisationstheater ihre Scheu abzulegen und erfuhren von
Benimmexperten Thomas Schäfer-Elmayer wie man sich bei einem
Geschäftsessen standesgemäß verhält. "Die heimischen Lehrbetriebe
beweisen bei den internationalen Wettbewerben, dass sie fachlich zu
den besten der Welt zählen", so Höllinger. "Wir haben versucht, den
jungen Menschen zusätzliche Kompetenzen zu vermitteln, die sie nicht
in der klassischen Lehrausbildung erwerben und die sie für ein
gelungenes und zufriedenes Leben brauchen können. Zudem wollten wir
ihnen ein Gespür dafür geben, wie wichtig die eigene Außenwirkung
ist", so die Geschäftsführerin des BFI Wien.
Und die Lehrlinge nahmen diese Gelegenheit dankbar an: "Neben der
fachlichen Ausbildung ist es natürlich toll zu erfahren, wie man
durch die Augen anderer Personen wahrgenommen wird und wie man seine
Wirkung auf andere noch verbessern kann", erklärte etwa ein Lehrling
nach einem der "Persönlichkeitsentwicklungsseminare mit Funfaktor".
"Manieren statt Blamieren - zu lernen, wie du gut bei anderen
ankommst, gleichzeitig erfolgreich sein kannst und Spaß mit dir und
den Menschen um dich herum hast, war eine großartige Erfahrung für
mich", meinte ein zweiter Absolvent des LehrlingsCrossmentoring im
Anschluss an den "Business-Ethik und Etikette"-Workshop mit Thomas
Schäfer-Elmayer.
Über alle Grenzen hinaus
Besonderes Asset des vom BFI Wien initiierten LehrlingsCrossmentoring
war laut Höllinger sicherlich, allen Beteiligten einen Blick über den
Unternehmenstellerrand zu ermöglichen. Stehen Lehrlinge in anderen
Firmen vor denselben Herausforderungen wie ich? Wie gehen
Lehrlingsausbildner in anderen Betrieben mit ihren Schützlingen um?
Und welche Karrierechancen und welchen Stellenwert hätte ich als
Lehrling bei der Firma XY, seien Fragen, die man in der Regel nur
sehr theoretisch beantwortet bekomme. "Beim LehrlingsCrossmentoring
hatten alle Beteiligten aber die Möglichkeit zum direkten - und vor
allem sehr offenen - Erfahrungsaustausch. Der daraus gezogene
Erkenntnisgewinn bringt nicht nur jeden Einzelnen weiter. Auch die
beteiligten Unternehmen können durch diesen Austausch wertvolle
Punkte für den eigenen Lehrbetrieb mitnehmen", ist Höllinger
überzeugt. "Die Ausbildungszeit ist sowohl für das Unternehmen als
auch für die Lehrlinge selbst eine besondere Herausforderung. Fragen,
Unsicherheiten, Wünsche - das sind Punkte, die in der Regel nur
innerhalb des 2er-Gespanns Lehrherr-Lehrling geklärt werden. Eine
unabhängige Außensicht und die Erfahrungen anderer Lehrbetriebe zu
bekommen, ist hier definitiv ein Mehrwert, der alle Beteiligten in
ihren Bestrebungen, das Beste aus einem Lehrverhältnis herauszuholen,
weiterbringen kann."
Neue Sichtweisen
Hans Steiner, Gründer der "First International Apprentice Academy" -
eine Vermittlungsplattform für Lehrlinge aller Branchen - und als
Trainer permanenter Begleiter des LehrlingsCrossmentorings,
beschreibt die Initiative des BFI Wien jedenfalls als einmalige
Chance für alle Beteiligten: "Wann haben junge Menschen schon die
Chance, sich mit Top-Führungskräften zusammenzusetzen, das Networking
professionell zu erlernen und auch noch berufliche Erfahrungen zu
sammeln?" Aber auch die "Arrivierten" haben seiner Meinung nach viel
aus dem Programm mitnehmen können: "Jugendliche leben nicht, wie
vielfach unterstellt, in einem Wertevakuum, sie haben jedoch
traditionelle Werte sozusagen ‚umgewertet‘. Hier ist sicherlich für
unsere Mentorinnen und Mentoren das größte Feld zur persönlichen
Weiterentwicklung gewesen: Schließlich haben diese Lernfelder allen
Beteiligten neue Möglichkeiten und Sichtweisen für ihre Arbeit im
eigenen Unternehmen geboten."
Nach dem LCM ist vor...
Bei einer Eintagsfliege will das BFI Wien das LehrlingsCrossmentoring
jedenfalls nicht belassen. "Wir arbeiten fieberhaft an der
Optimierung des Programms. Und ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen:
die Fortsetzung wird größer, noch abwechslungsreicher und noch
interessanter für die Jugendlichen aufgebaut sein", verspricht
Höllinger abschließend.
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