• 23.03.2015, 20:51:38
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Die Umsetzung zählt, Kommentar zur Deutschen Bank von Bernd Neubacher

Frankfurt (ots) - Frankfurt (ots) - Es mehren sich die Anzeichen,
dass die Deutsche Bank ihre Tochter Postbank abstoßen will, um die
Bilanzsumme zu reduzieren und die Ertragskraft zu erhöhen. Eine
Abtrennung sehen zwei von drei Szenarien vor, welche der Vorstand dem
Aufsichtsrat nun präsentiert hat: Zur Debatte steht erstens, die
Postbank voll zu integrieren, zweitens, die Tochter zu veräußern, und
drittens eine Separation gleich des gesamten Privatkundengeschäfts.
An Kostensenkungen wird in keinem der Fälle ein Weg vorbei führen.

Vor allem die Aussicht auf eine Teilung in eine Investment- und eine
Retail Bank hat den Kurs am Montag getrieben. Tatsächlich wäre es die
schlechteste Variante. Denn sie würde eben jene Trennbankenstruktur
vorwegnehmen, gegen die Co-Chef Jürgen Fitschen verbal zu Felde
zieht. Mit guten Gründen: Verlässt das Massengeschäft den Konzern,
entfällt der Quervertrieb. Im Bereich Private & Business Clients etwa
bestehen die Kundendepots großenteils aus Produkten des hauseigenen
Investment Banking. Weitere Herausforderungen kämen hinzu, etwa jene,
stille Reserven offenzulegen und zu versteuern sowie Vorbehalte der
Politik vor einer wieder riskanteren Deutschen Bank zu relativieren.

Auch der Abschied allein von der Postbank birgt Fallstricke, nicht
nur, weil sie veräußert würde in einer Zeit, in der die Bewertung von
Retailbanken kaum mehr fallen kann. Das Institut gäbe sich erneut
einer Ergebnisvolatilität hin, welche der Postbank-Kauf hatte dämpfen
sollen. Spätestens wenn die Zinsen steigen und das Retail Banking
floriert, wird sich die Bank wieder eine starke Präsenz im
Massengeschäft wünschen.

Noch 2010 ließ man sich die Postbank letztlich rund 6,5 Mrd. Euro
kosten. Nun steht sie scheinbar der Strategie im Wege - auch dank
solcher Kapriolen kann man Renditeziele verfehlen. Es kommt nicht nur
darauf an, die richtige Strategie zu haben. Man muss sie auch richtig
umsetzen. Im Ausland macht etwa BNP Paribas der Bank vor, wie
Investment Banking und Massengeschäft in einer Universalbank
funktioniert. Im Inland zeigt ihr die Targobank, was Effizienz im
Retail Banking heißt: Die Crédit-Mutuel-Tochter hat eine
Kosten-Ertrags-Quote von 68%, das Privatkundengeschäft der Deutschen
Bank zeigt 80%. Spannend wäre es zu sehen, was eine
Postbank-Integration brächte, würde die Bank mit ihr Ernst machen.
Inzwischen ist aber eine Erwartungshaltung entstanden, angesichts
deren sich das Management, nach drei Kapitalerhöhungen binnen fünf
Jahren, wohl nicht trauen wird, die Aktionäre ein weiteres Mal um
Geduld zu bitten.

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