- 20.03.2015, 08:14:32
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Steuerreform als Todesstoß für den Tourismus
Es gibt wohl keine Branche in Österreich, die mit so vielen Vorschriften, Bürokratie und sinnlosen Gesetzen konfrontiert wird, wie der Tourismus. Die Steuerreform ist ein Affront.

Utl.: Es gibt wohl keine Branche in Österreich, die mit so vielen
Vorschriften, Bürokratie und sinnlosen Gesetzen konfrontiert
wird, wie der Tourismus. Die Steuerreform ist ein Affront. =
Innsbruck (TP/OTS) - Die nun bekannte Steuerreform ist ein Affront
und ein komplettes Versagen unserer Vertreter der Branche. Alleine
die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Logis von 10 % auf 13 % stellt
einen massiven Wettbewerbsnachteil für unsere Hotellerie und für
Vermieter gegenüber unseren Nachbarländern dar. Wo doch Deutschland,
die Schweiz, Italien, Frankreich und die Beneluxländer in den letzten
Jahren die Mehrwertsteuer deutlich gesenkt haben, um am immer
schwierigeren Tourismusmarkt zu bestehen! Die Verlängerung der
Abschreibungszeiten sind schlechthin nicht verständlich, wo doch die
notwendigen Investitionsintervalle immer kürzer werden. Das
Arbeitszeitgesetz mit vorgegebenen nächtlichen Ruhezeiten erkennt
Ruhephasen nachmittags von z.B. vier Stunden nicht an. Eine daraus
resultierende Doppelbesetzung viele Arbeitsplätze ist schlichtweg
nicht finanzierbar.
Es gibt laut den veröffentlichten Statistiken im Tourismusland Tirol
immer wieder neue Rekorde bei den Ankünften und Nächtigungen. Aber
parallel dazu haben wir gerade im Tourismus einen Höchststand an
Arbeitslosen gemeldet, da stimmt doch etwas nicht! Aber auch dazu
gibt es eine Antwort: Unternehmen können sich diese Mitarbeiter
aufgrund der derzeitigen Besteuerung von Arbeit nicht mehr leisten.
Jener Bonus, den Einkommensbezieher am Ende der Steuerreform heraus
bekommen, steht in keinem Verhältnis zu den neuerlichen Belastungen
für die Tourismusbranche. Denn letztlich wird es durch diese
Belastungen unmöglich, Arbeit in unserem Lande zu fördern oder
überhaupt aufrecht zu erhalten. Nur eine gesunde Wirtschaftsstruktur
ist der Garant für den Erhalt zukünftiger Arbeitsplätze.
Sozialpartner in ihrer Rekordgier und der Zugriff auf vermeintlich
straffällige Betriebe sind uns darin keine Hilfe.
Für mich ist klar geworden, dass die Österreichische Bundesregierung,
allen voran Kanzler Faymann, Vizekanzler Mitterlehner sowie unser
Finanzminister Schelling nicht in der Lage sind, oder es auch nicht
wollen, Österreich in eine wirtschaftlich tragbare Zukunft zu führen.
Solange dieser aufgeblasene Apparat der Österreichischen
Bundesregierung nicht bei sich selbst Einsparungsmaßnahmen angeht,
werden wir uns nicht erholen können! Dieses Vorgehen ist ein Schlag
ins Gesicht vieler Unternehmer im Lande. Unsere Politiker sollten
sich überlegen, wer im Staat Österreich derart "strafbare" Handlungen
ohne Konsequenzen tätigen darf. Wohl nur Politiker können sich dies
erlauben.
Für den Tourismus sehe ich die größte Gefahr in der
Betriebsnachfolge. Unter diesen Voraussetzungen ist es geradezu ein
Wunder, wenn sich noch junge Leute als Unternehmer in die
Tourismusbranche wagen. Auch die Schenkungssteuer sowie die generelle
Besteuerung von Grund und Boden sind nicht mehr finanzierbar.
Josef Falkner
Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung
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