• 19.03.2015, 16:05:58
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Sitzung des NÖ Landtages

Aktuelle Stunden zu Beginn

Utl.: Aktuelle Stunden zu Beginn =

St. Pölten (OTS/NLK) - Es folgte eine weitere Aktuelle Stunde zum
Thema "Bildungs- und Schulverwaltungsreform jetzt - innovative
Bildungspolitik statt verstaubter Parteipolitik".

Abgeordneter Emmerich W e i d e r b a u e r (G) vertrat die
Ansicht, die Kinder des 21. Jahrhunderts würden von Lehrern des 20.
Jahrhunderts in Einrichtungen des 19. Jahrhunderts und basierend auf
den Vorstellungen von Mara Theresia unterrichtet. Die Grundkonzeption
von Neuer Mittelschule und Zentralmatura sei gut, die Umsetzung aber
nicht genügend. Die Konkurrenz von NMS und AHS-Unterstufe gehöre
bereinigt. Die flächendeckende Umwandlung sei zu rasch erfolgt,
teilweise seien nur Türschilder ausgetauscht worden. Autonomie sei
nicht das Allheilmittel, die festgefahrenen Strukturen müssten
geändert werden. Die Pflichtschulzeit sei als eine Einheit zu sehen.

Abgeordnete Dr. Gabriele v o n G i m b o r n (FRANK) meinte,
was derzeit passiere, sei ein "ideologisch gefärbter Eiertanz auf dem
Rücken der Kinder". Bei der NMS seien die 300 Millionen Euro
verlorenes Geld. Die Schulpolitik sei unprofessionell, es gebe keinen
positiven Leistungseffekt gegenüber früher. Zum Gesamtschulkonzept
sage sie ein klares Nein, das wäre der Todesstoß für das
Bildungssystem. Sinnvoll wäre es, wenn sich die Direktoren ihre
Lehrer selbst aussuchen und sich auch wieder von ihnen trennen
könnten.

Abgeordnete Mag. Bettina R a u s c h (VP) betonte, statt
gegenseitiger Schuldzuweisungen sollte man gemeinsam im eigenen
Wirkungsbereich aktiv werden, wie etwa bei der Senkung der
Klassenschülerhöchstzahl. Die laufende flächendeckende Evaluierung
der NMS zeige, dass nicht alles von heute auf morgen besser geworden
sei und dass es regionale Unterschiede gebe. Insgesamt befinde sich
die NMS aber auf einem guten Weg. Die Kompetenzaufteilung neu zu
gestalten, erfordere, ohne Scheuklappen an die Frage heranzugehen. Es
gehe um Dezentralisierung, Deregulierung und ernst gemeinte
Subsidiarität. Je näher am Betroffenen die Entscheidungen fielen,
desto besser seien sie.

Abgeordneter Emmerich W e i d e r b a u e r (G) sagte, die
Ergebnisse und Resultate der Bildungskommission würden die Länder und
den Bund gleichermaßen betreffen. Die Klassenschülerhöchstzahl zu
begrenzen, sei eine gute Entscheidung im Bundesland Niederösterreich
gewesen. Bei der Bildungsdirektion hätten das Land und der
Landesschulrat seine Aufgaben zu erfüllen. Leider sei bisher die
Rolle der Schulpartner noch nicht ausreichend ausdiskutiert worden.
Viele Fragen stellten sich auch beim verpflichtenden Religionen- bzw.
Ethikunterricht.

Abgeordneter Ing. Martin H u b e r (FP) meinte, ein modernes
Bildungssystem müsse die Experten einbinden bzw. auf die Experten
hören. Es sei unmöglich, in Österreich neun unterschiedliche
Bildungssysteme einzuführen, trotzdem sei es höchst an der Zeit, dass
auch in der Bildung der Föderalismus einkehre. Seine Fraktion sei
gegen die Gesamtschule und für eine Aufwertung der Lehrer. Lehrer
sein, müsse eine Berufung werden.

Abgeordneter Walter N a d e r e r (FRANK) sprach über das
Schulsystem in Berlin, das man auch in Österreich anwenden könnte.
Das wesentliche bei der Bildung sei, Neugierde und Interesse bei den
Kindern zu wecken. Es sei notwendig, den Schulen mehr schulautonome
Tage zu gewähren und die Schule für externe Vortragende zu öffnen.

Abgeordnete Ilona T r ö l s - H o l z w e b e r (SP)
rekapitulierte die Bildungs- und Verwaltungsreformdiskussion der
letzten Jahre. Die Kompetenzen im Bildungswesen seien über
verschiedene Ressorts verteilt. Lernen dürfe nicht nur eine
Verpflichtung sein, sondern müsse auch Spaß machen. Dies könne man
mit einer sogenannten Bildungskette erreichen. Die aufbauende Bildung
beispielsweise umfasse die Zusammenarbeit u. a. zwischen
Kindergarten, Volksschule und Neue Mittelschule. Ihre Fraktion
unterstütze auch das berufsvorbereitende Jahr in der 9. Schulstufe,
weil auf kein Talent verzichtet werden dürfe.

Zweiter Präsident Mag. Johann H e u r a s (VP) bezeichnete die
Lehrerpersönlichkeiten und die Pädagogen als besonders wichtig für
ein erfolgreiches Schulsystem. Die Evaluierung der Neuen Mittelschule
habe ein zwiespältiges Ergebnis gebracht. Eine erfolgreiche Schule
sei immer auf die handelnden Personen zurückzuführen. Weiters gehe es
um die Klärung der Kompetenzen im Bildungsbereich, der Bund soll die
Zielvorgaben vorgeben, die Länder sollen die Organisation übernehmen
bzw. die Schulen mit ausreichender Autonomie versehen.

(Forts.)

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