• 19.03.2015, 12:08:06
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„Ein Jahrhundert tabu: Der Völkermord an den Armeniern“ in „Universum History“

Am 20. März um 22.45 Uhr in ORF 2, Schwerpunkt in Ö1

Utl.: Am 20. März um 22.45 Uhr in ORF 2, Schwerpunkt in Ö1 =

Wien (OTS) - Es gibt nur wenige Verbrechen des 20. Jahrhunderts,
deren Aufarbeitung ein Politikum darstellt. Der Völkermord an den
Armeniern polarisiert auch 100 Jahre danach. Trotz einer weltweiten
Anerkennung bestreitet die offizielle Türkei bis heute den Genozid.
Grund für "Universum History", am Freitag, dem 20. März 2015, um
22.45 Uhr in ORF 2 die Geschichte der tabuisierten Tragödie auf
besondere Weise aufzurollen. In der Dokumentation "Ein Jahrhundert
tabu - Der Völkermord an den Armeniern" von Nicolas Jallot und Régis
Genté (deutsche Bearbeitung: Caroline Haidacher) begeben sich die
Enkelin eines Opfers und der Nachkomme eines Täters gemeinsam auf
eine höchst emotionale Spurensuche in die Vergangenheit - um das Tabu
zu brechen und die Erinnerung an die Leidensgeschichte der Armenier
auch in der Türkei wachzuhalten.

Unter dem Titel "Der verschwiegene Genozid" greift auch Ö1 den Beginn
des Völkermordes an der armenischen Bevölkerung vor 100 Jahren auf.
Von der Geschichte bis in die Gegenwart beschäftigen sich ab 18.
April zahlreiche Sendungen aus den unterschiedlichsten Bereichen mit
der armenischen Identität und Kultur, mit der Frage nach Schuld und
Verantwortung. Das Programm im Detail ist abrufbar unter
http://oe1.ORF.at/armenien.

Es ist ein dunkles Kapitel der Geschichte. Am 24. April 1915 ließ die
jungtürkische Regierung mehr als 2.000 armenische Politiker und
Intellektuelle verhaften und exekutieren. Doch dies war nur der
Anfang. Das jungtürkische "Komitee Einheit und Fortschritt"
beschließt eine grausame "Säuberungsaktion". Die gesamte armenische
Bevölkerung wird enteignet und aus ihren Häusern vertrieben. In den
berüchtigten Todesmärschen werden die Armenier/innen durch die
syrische Wüste nach Aleppo getrieben. Der Befehl, möglichst wenige
lebend ankommen zu lassen, kostet - je nach Schätzung - zwischen
300.000 und 1,5 Millionen Armenierinnen und Armeniern das Leben.

Es war der erste systematische Völkermord des 20. Jahrhunderts: 2015
jährt er sich zum 100. Mal. Die offizielle Türkei bestreitet bis
heute den Genozid. Die Beziehungen zum Nachbarstaat Armenien sind bis
heute belastet. Die Dokumentation schildert die Verfolgung der
Armenier aus einer neuen Perspektive. Von zwei Menschen, Fethiye
Çetin und Hasan Cemal, die mit dem Völkermord auf eine einzigartige
persönliche Weise verbunden sind. Ihre gemeinsame Auseinandersetzung
hat in der Türkei ein Tabu gebrochen.

Hasan Cemal, Journalist und Autor, ist der Enkel von Cemal Pascha,
der 1915 als einer der Hauptverantwortlichen den Völkermord der
Osmanischen Republik plante. Lange teilte Hasan Cemal die Ansicht der
türkischen Geschichtsschreibung, dass es keinen Genozid gegeben habe,
und genoss das Ansehen und die Vorteile, die sein Name und Vorfahre
ihm in der Türkei verschafften. Genauere Auseinandersetzung mit
historischen Fakten und die Ermordung seines armenischen Kollegen
Hrant Dink öffneten ihm die Augen. Heute bezeichnet er die
Geschehnisse von 1915 als geplanten Genozid - in der Türkei wird er
deshalb geächtet und angegriffen.

Fethiye Çetin, Schriftstellerin, Menschenrechtsaktivistin und
Rechtsanwältin, wurde in eine muslimische Familie geboren. Von ihrer
sterbenden Großmutter erfuhr sie, dass sie eigentlich armenische
Christin ist. Während eines Todesmarsches im Zuge der Deportation der
Armenier wurde sie von ihrer Mutter getrennt und von einem türkischen
Militärbeamten als Muslimin großgezogen.

Beide, Çetin und Cemal, Schlüsselfiguren des öffentlichen Lebens,
begeben sich auf eine Reise in die Zeit ihrer Vorfahren. Eine sehr
persönliche, sehr schmerzhafte, aber auch besondere Annäherung. Sie
begeben sich auf die Spuren einer Geschichte, die tragischer nicht
sein konnte, eine Geschichte von Verfolgung und Vertreibung, die bis
heute vom Land der Täter totgeschwiegen wird.

Die Dokumentation ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als
Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der
ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

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