• 17.03.2015, 12:38:33
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Wien erhält neues Ronald McDonald Haus für schwer kranke Kinder

Häupl/Wehsely/Klima: "Wir wollen helfen, Eltern bei der Behandlung ihrer Kinder zu unterstützen und entlasten"

Utl.: Häupl/Wehsely/Klima: "Wir wollen helfen, Eltern bei der
Behandlung ihrer Kinder zu unterstützen und entlasten" =

Wien (OTS) - Nicht immer ist es möglich, schwer kranke Kinder in der
Nähe ihres Wohnorts zu behandeln. Spezial- oder Kinderkliniken sind
vielfach hunderte Kilometer weit weg. Das ist nicht nur eine schlimme
Belastung für die kleinen PatientInnen, sondern auch für die ganze
Familie. Um den betroffenen Familien noch mehr Leid zu ersparen,
errichtet die Ronald McDonald Kinderhilfe Häuser für ein "Zuhause auf
Zeit", also für die Dauer der Behandlung, und übernimmt die Kosten
des Aufenthalts. In Wien gibt es bereits ein Kinderhilfe Haus
gegenüber des St. Anna Kinderspitals, das voll ausgelastet ist. Nun
soll ein zweites im 9. Bezirk in der Borschkegasse angrenzend an das
Wiener AKH errichtet werden.

Krankenanstaltenverbund räumt Baurecht für 99 Jahre ein

"Herausragende medizinische Leistungen haben in Wien eine lange
Tradition. Unsere Stadt gehört zu den Vorreitern der Spitzenmedizin",
betont Bürgermeister Michael Häupl. "Umso wichtiger ist es, dass die
Stadt Projekte fördert, die gute Rahmenbedingungen für jene schafft,
die diese Spitzenmedizin brauchen", zeigt sich Häupl beeindruckt vom
Engagement der Ronald McDonald Kinderhilfe. "Um diese Einrichtung
möglich zu machen, räumt der Wiener Krankenanstaltenverbund der
Ronald McDonald Kinderhilfe auf einem seiner Grundstücke ein Baurecht
für 99 Jahre ein", erzählt Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Der
Vertrag dazu wird im Laufe der Woche unterzeichnet. "Das Haus wird
vor allem akut oder chronisch kranken Kindern mit ihren Eltern zur
Verfügung stehen, die in den verschiedenen Abteilungen am Wiener AKH
und im St. Anna Kinderspital behandelt werden", ergänzt
Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely.

Kein schwer krankes Kind soll ohne Eltern sein müssen

"Auf diesen Moment haben mein Team und ich in den letzten Monaten
intensiv hingearbeitet. Mit dem Bau dieses Hauses sind wir unserer
Vision wieder einen entscheidenden Schritt näher gekommen: Kein
schwer krankes Kind in Österreich soll ohne seine Eltern sein
müssen", freut sich Sonja Klima, geschäftsführende Präsidentin der
Ronald McDonald Kinderhilfe.
Der Initiator in der Bundeshauptstadt und ehemaliger Vorstand der
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Arnold Pollak ist
froh, dass es bald ein zweites Ronald Mc Donald Haus in Wien geben
soll, denn das erste ist völlig ausgelastet: "Neben der Belastung der
Krankheit kommt für die Familien auch noch die Kostenfrage eines
Aufenthalts in Wien dazu. Mit den Ronald McDonald Häusern nehmen wir
den Eltern diese Last. Ein weiterer Vorteil: Die Familien sind dort
nicht alleine, sondern können sich mit anderen Betroffenen
austauschen."

17 Appartements können kostengünstig genutzt werden

Das neue "Zuhause auf Zeit" wird aus 17 Appartements bestehen, die
zwischen 30 und 35 Quadratmeter groß sind und einen großen
Gemeinschaftsraum mit Küche, Spielzimmer, Wohnzimmer, Büro,
Waschküche, Lagerräume sowie eine 24/7 Familien- und Hausbetreuung
bietet. Die Familien leisten einen Kostenbeitrag von sechs Euro pro
Tag. Bei Bedürftigkeit springt die Ronald McDonald Kinderhilfe ein,
die auch für Instandhaltung und Reinigung aufkommt.

Architekt Albert Wimmer legte bei seinen Planungen viel Wert auf den
optimalen Einsatz von Tageslicht und die Verwendung von Naturfarben.
Zum Wohlfühlhaus gehört auch ein Garten mit altem Baumbestand sowie
Gartenterrassen auf unterschiedlichen Niveaus. Die Übergabe des
Grundstücks erfolgt Mitte des Jahres, der Baubeginn ist im September
geplant. Die Entscheidung welche bedürftigen Familien notwendig einen
Platz brauchen, wird von den behandelnden ÄrztInnen getroffen.

Vier Ronald Mc Donald Häuser in ganz Österreich

Seit 27 Jahren stellt die Ronald McDonald Kinderhilfe schwerkranken
Kindern gemeinsam mit ihren Familien ein "Zuhause auf Zeit" zur
Verfügung. Derzeit gibt es vier Ronald McDonald Häuser in
unmittelbarer Nähe von Spezial- und Kinderkliniken in Wien, Graz,
Salzburg und Innsbruck. Sie bieten jährlich rund 900 betroffenen
Familien eine Wohnmöglichkeit. Die Häuser und der laufende Betrieb
wird durch den Verein Ronald McDonald Kinderhilfe zu 100 Prozent aus
Spenden finanziert. Dadurch leistet die Ronald McDonald Kinderhilfe
einen wesentlichen Beitrag dazu, die auf hohem Niveau befindliche
öffentliche Gesundheitsversorgung um das, insbesondere für
schwerkranke Kinder unersetzliche familiäre Umfeld zu ergänzen.

Spitzenmedizin in Wien

Wien kann nicht umsonst zu den Zentren der internationalen
Spitzenmedizin gezählt werden. Jene schwer kranken kleinen
PatientInnen, die mit ihren Eltern in den Ronald McDonald Häusern
untergebracht sind, profitieren von der hohen Qualität der
medizinischen Versorgung in Wien. Viele von ihnen müssen immer
wieder aus diagnostischen und therapeutischen Gründen behandelt und
stationär betreut werden und bleiben so oft jahrelang an ein
Krankenhaus gebunden. Die Universitätsklinik für Kinder- und
Jugendheilkunde hat beispielsweise gemeinsam mit dem St. Anna
Kinderspital mehr als 140.000 ambulante Kontakte pro Jahr und 10.000
stationäre Aufnahmen. "Bei der Überlebensrate in der pädiatrischen
Onkologie schneidet Österreich hervorragend ab - das haben wir nicht
zuletzt den herausragenden Leistungen hier in Wien zu verdanken. Über

70 % aller Kinder- und Jugendlichen mit Krebserkrankungen werden
heute geheilt", so Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Die
wichtigsten Einrichtungen und Leistungen:
• Kinder mit lebensbedrohlichen Stoffwechselstörungen finden optimale
Versorgung Im Wiener AKH. Dort befindet sich das weltweit drittgrößte
Screeningzentrum zum Aufdecken angeborener Stoffwechselerkrankungen.
Das Screening kann 72 Stunden nach der Geburt durchgeführt werden.
Seit Bestehen des Screenings - also seit etwa fünf Jahrzehnten -
wurden mehr als 4 Millionen Neugeborene untersucht und 2.600
Stoffwechselerkrankungen bei Neugeborenen gefunden.
• In der Wiener Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
befindet sich Österreichs einzige Zentren
o für Kinder mit Hirntumoren - rund 95 Prozent aller Hirntumore
werden hier behandelt. Etwa 850 Kinder mit Hirntumoren werden im AKH
behandelt, 60 neue kommen jährlich dazu.
o für epilepsiechirurgische Eingriffe bei Kindern
o für Herztransplantationen bei Kindern
o für Lungentransplantationen bei Kindern
o für Kinderdialyse in Österreich
• Das St. Anna Spital stellt zusammen mit dem St. Anna
Kinderkrebs-Forschungsinstitut eines der renommiertesten und
erfolgreichsten onkologischen Zentren in Europa dar. Sämtliche Kinder
aus Ostösterreich, die an einer Leukämie bzw. einem soliden Tumor
erkrankt sind, das sind etwa 100 neuerkrankte Kinder pro Jahr,
werden dort versorgt . Jährlich finden 30
Stammzellentransplantationen statt. In der
Transplantationsnachsorgeambulanz werden 600 Patienten betreut. Bei
der häufigsten Krebserkrankung des Kindesalters, der akuten
lymphoblastischen Leukämie, die noch vor 50 Jahren immer tödlich
verlief, liegt die Heilungsrate heute bei über 90 Prozent.
• Neben der Charitee in Berlin beherbergt das AKH eines der größten
Perinatal-Zentren für Frühgeborene. Hier werden extrem Frühgeborene
(ab der 23. Schwangerschaftswoche) , Mehrlingsgeburten, komplexe
Fehlbildungen, Risikoschwangerschaften mit drohender
Frühgeburtlichtkeit betreut.
• Zudem ist im AKH das größte pädiatrische Zentrum Österreichs mit
einer pädiatrischen Intensivstation, die die prä- und postoperative
Betreuung bei herzchirurgischen und neurochirurgischen Eingriffen
bzw. komplexe intensivmedizinische Fälle u.v.m. übernimmt.

Das AKH Wien ist nicht nur eines der größten Krankenhäuser Europas,
sondern zum AKH gehört auch eine der besten medizinischen
Universitäten Europas, deren Rektorat ebenfalls die Errichtung des
geplanten Hauses unterstützt. Eine seltene Allianz zwischen
öffentlicher hochqualitativer Gesundheitsversorgung und
Spitzenforschung unter einem Dach, die auch spitzenmedizinische
Leistungen erbringt.

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