- 15.03.2015, 10:00:02
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Krank durch Medikamente
700.000 Österreicher nehmen mehr als fünf verschiedene Medikamente täglich. Das kann zu gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen führen.
Utl.: 700.000 Österreicher nehmen mehr als fünf verschiedene
Medikamente täglich. Das kann zu gefährlichen Neben- und
Wechselwirkungen führen. =
Wien (OTS) - Wenn Patientinnen und Patienten zu viele verschiedene
Medikamente zu sich nehmen, kann es zu einem Medikamentencocktail
kommen, der unvorhergesehene Wechselwirkungen hervorruft. Vor allem
bei älteren Patienten müssen oft mehrere Leiden gleichzeitig
behandelt werden, weswegen die Zahl der Wirkstoffe deutlich höher
ist. Die Experten des Wiener Krankenhauses Göttlicher Heiland
unterziehen daher die Medikamentenliste ihrer Patienten einer genauen
Überprüfung und Abstimmung. Auf diese Weise kann die Lebensqualität
oft deutlich gebessert werden.
Laut aktueller Statistik des Hauptverbandes der
Sozialversicherungsträger haben in Österreich in einem Quartal rund
700.000 Menschen mehr als fünf Wirkstoffe verschrieben bekommen. Etwa
158.000 Menschen bekommen sogar mehr als zehn Wirkstoffe.
"Eigentlich sollte niemand mehr als fünf Wirkstoffe bekommen, weil
die Wechselwirkungen sonst kaum abschätzbar sind", sagt Mag.a Petra
Gludovatz. Sie ist klinische Pharmazeutin und leitet die
Krankenhausapotheke der Vinzenz Gruppe-Krankenhäuser in Wien. Sie
setzt sich regelmäßig mit dem Ärzteteam über die individuelle Wirkung
von Wirkstoffen auf einzelne Patientinnen und Patienten auseinander.
Die neueste Ausgabe des Vinzenz magazins zeigt, wie wichtig eine gute
Abstimmung der einzelnen Medikamente ist. Dabei wird der
Krankheitsverlauf einer Patientin in der Abteilung für Akutgeriatrie
und Remobilisation im Krankenhaus Göttlicher Heiland beschrieben. Die
Angehörigen wussten sich wegen der zunehmenden Verwirrtheit der
85-Jährigen nicht mehr zu helfen und suchten bereits einen Heimplatz.
Bei der Aufnahme in die Akutgeriatrie wurden die Medikamente der Frau
überprüft und es stellte sich heraus, dass unerwünschte
Nebenwirkungen die Ursache für Ihren Zustand bildeten. Die
Medikamente wurden - unter Beobachtung - langsam abgesetzt, heute ist
die Patienten wieder geistig fit und der Heimplatz kein Thema mehr.
Wie kommt es aber zu so einem unerfreulichen Medikamenten-Mix? Dazu
Oberarzt Dr. Andreas Wehrmann vom Krankenhaus Göttlicher Heiland:
"Zum einen ist es das ‚Doctor Shopping‘. Für die zunehmenden
Erkrankungen werden verschiedene Ärzte aus unterschiedlichen
Fachrichtungen aufgesucht. Verbunden mit einem mangelnden
Informationsfluss weiß niemand exakt Bescheid, welche Medikamente
schon alle eingenommen werden, es kann sogar zu Doppelverschreibungen
des gleichen Wirkstoffes kommen. Außerdem wird Medizin zunehmend
spezialisierter, man traut sich nicht in den Fachbereich des anderen
einzugreifen." Verschlimmert wird diese Situation durch einen
falschen Einnahmezeitpunkt. "Oft wird das sedierende Mittel in der
Früh genommen, der Patient ist tagsüber benommen und nachts munter
und unruhig", so Wehrmann. Wenigen sei bewusst, dass auch frei
verkäufliche Produkte starke Wirkungen verursachen können.
Hautkontakt nach dem Kaiserschnitt
Von einer Maßnahme des Wiener St. Josef-Spitals für einen optimalen
Lebensstart berichtet ein anderer Artikel der Ausgabe des Vinzenz
magazins: Der Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt ist nicht nur
entscheidend für die Mutter-Kind-Beziehung, er stellt auch ein
unvergessliches Erlebnis dar. Sectio-Bonding ermöglicht diesen
Kontakt auch bei einem Kaiserschnitt.
Dass der direkte Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt nun auch bei
einem Kaiserschnitt möglich ist, bedeutet für viele Mütter eine
Erleichterung. Der Begriff "Sectio-Bonding" setzt sich aus lateinisch
"Sectio" für "Schnitt" ("Kaiserschnitt") und englisch "Bonding" für
"Verbinden" zusammen. Dabei wird das Kind, sofort nach dem es aus dem
Bauch geholt wurde, auf die Brust der Mutter gelegt, mit einem
"Bonding-Schlauch" gesichert und bleibt dort bis zum Ende der
Operation.
Operation mit "Rendezvous"
In einem weiteren Artikel in der neuesten Ausgabe des Vinzenz
magazins geht es um eine verbesserte Operationstechnik, die im Kampf
gegen Dickdarmkrebs eingesetzt wird. Im Krankenhaus der Barmherzigen
Schwestern in Wien kommt seit kurzem eine neue Technik zum Einsatz,
die erst in wenigen spezialisierten Einrichtungen angewandt wird.
TAMIS steht für Transanal Minimally Invasive Surgery und bezeichnet
eine Operationstechnik bei der zwei operierende Teams simultan
aufeinander zuarbeiten. Und zwar von einer Seite über den Anus und
von der anderen über den Bauchraum. "So können wir mit
ausgezeichneter Übersicht alle Teile des Tumors exakt identifizieren
und onkologisch gerecht entfernen", sagt dazu der Leiter der
Chirurgie, Primarius Univ.-Prof. Mag. Dr. Alexander Klaus.
Die neueste Ausgabe des Vinzenz magazin mit diesen und vielen
weiteren interessanten Beiträgen steht ab sofort unter
www.vinzenzgruppe.at zum kostenlosen Download im pdf-Format oder als
e-magazin unter
http://www.vinzenzgruppe.at/media/vinzenzmagazin/01-15
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