- 13.03.2015, 10:52:22
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Schumpeter Gesellschaft: Mailath überreicht Schumpeter Preis 2015 an Top-Ökonom Lord Nicholas Stern für innovative Leistungen
Appell an die EU: Wachstum durch Investitionen in kohlenstoffarme Technologien ankurbeln
Utl.: Appell an die EU: Wachstum durch Investitionen in
kohlenstoffarme Technologien ankurbeln =
Wien (OTS) - Der renommierte und weltbekannte Ökonom Univ.-Prof.
Nicholas Stern (Lord Stern of Brentford), London School of Economics
and Political Science und Präsident der Britischen Akademie, ist
Preisträger des Joseph A. Schumpeter Preises 2015. Dr. Andreas
Mailath-Pokorny, Wiener Stadtrat für Wissenschaft und Kultur,
überreichte Lord Nicholas Stern den Preis am Freitag, 13. März 2015,
in Wien in Rahmen eines Festaktes in der Österreichischen
Nationalbank. Am heutigen Festakt nahmen neben zahlreichen
prominenten Gästen aus Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und
Diplomatie Bundeskanzler a.D. Dr. Franz Vranitzky, Präsident der
Schumpeter Gesellschaft, und Gastgeber Univ.-Prof. Dr. Ewald Nowotny,
Gouverneur der Österreichischen Nationalbank (OeNB), teil. Die
Laudatio wurde von Univ.-Prof. Dr. Michael Landesmann, Johannes
Kepler Universität, Linz, und wissenschaftlicher Leiter des Wiener
Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (www.wiic.ac.at),
gehalten.
Der aus Mitteln des "Helmut-Zilk-Fonds für Internationale
Beziehungen Wiens" gestiftete Schumpeter-Preis wird auf Vorschlag der
Schumpeter Gesellschaft für innovative Leistungen auf dem Gebiet der
Wirtschaft, der Wirtschaftswissenschaften oder der Wirtschaftspolitik
vergeben.
Wissenschaftsstadtrat Mailath-Pokorny: "Seine wirtschaftlichen
Überlegungen beziehen immer auch Umwelt und soziale Faktoren ein"
"Der diesjährige Preisträger Nicholas Stern hat sich als Ökonom,
aber gewissermaßen auch als Zukunftsforscher verdient gemacht. Seine
weitsichtigen Analysen zum Klimawandel und den wirtschaftlichen
Folgen einhergehender Katastrophen bündeln verschiedene
wissenschaftliche Disziplinen zur wichtigen Frage menschlichen
Zusammenlebens in der Zukunft. Seine wirtschaftlichen Überlegungen
beziehen immer auch Umwelt und soziale Faktoren ein: als solches ist
er ein überaus spannender Forscher, der durch seine Vielschichtigkeit
im Umgang mit Komplexität fasziniert", so Wiens Wissenschaftsstadtrat
Andreas Mailath-Pokorny im Rahmen der Preisverleihung.
Weltweit bahnbrechend: Stern Report zum Klimawandel für die
britische Regierung (2006)
Univ.-Prof. Nicholas Stern ist I.G. Patel Professor für Ökonomie
und Staatswissenschaften und Vorsitzender des Grantham Research
Institute on Climate Change and the Environment und des ESRC Centre
for Climate Change Economics and Policy an der London School of
Economics and Political Science (www.lse.ac.uk/grantham). Lord Stern
ist auch Präsident der British Academy (www.britishacademy.ac.uk). Er
war von 2000-2003 Chef Ökonom und Senior Vice President der Weltbank.
2006 zeichnet er für den weltweit bahnbrechenden Stern Report ("Stern
Review on the Economics of Climate Change") verantwortlich, in dem er
die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels wissenschaftlich
analysiert. Zwischen 2003 und 2007 arbeitete er für die britische
Regierung als Leiter des Government Economic Service. Zuvor war
Nicholas Stern Chef Ökonom der Europäischen Bank für Wiederaufbau und
Entwicklung (EBRD).
Lord Stern: "War durch Schumpeter's Arbeiten während meiner
ganzen Karriere sehr stark beeinflusst"
"Ich fühle mich äußerst geehrt, den Joseph A. Schumpeter Preis zu
erhalten", sagte Nicholas Stern bei der Preisverleihung. Er
präzisierte: "Ich war durch Schumpeters Arbeiten während meiner
ganzen Karriere sehr stark beeinflusst, zunächst als Student, als ich
Ökonomie studierte, bis hin zu meiner aktuellen Zeit an der London
School of Economics and Political Science (LSE). Schumpeter selbst
hat ein Jahr zwischen 1906 und 1907 an der LSE verbracht, nachdem er
seine Studien der Rechtswissenschaften und Ökonomie an der
Universität Wien abgeschlossen hat. Aus diesem Grund hoffe ich, dass
dieser Preis die Verbindung zwischen der London School of Economics
und Wien weiter vertiefen wird."
Appell an die EU: Wachstum und Wohlstand durch Investitionen
in kohlenstoffarme Technologien
Bei seiner Dankesrede nach dem Erhalt des Schumpeter Preises 2015
sagte Lord Stern: "Schumpeter's Theorie der 'kreativen Zerstörun',
wonach neue Technologien und Unternehmen Alteingesessene verdrängen,
war eine der großen Erkenntnisse der Ökonomie im 20sten Jahrhundert,
und sie hat bis heute eine wichtige Resonanz". Er präzisierte: "Zu
einer Zeit, wenn viele europäische Länder damit kämpfen,
Wirtschaftswachstum zu stimulieren, wären sie gut beraten, sich an
Schumpeter`s Schlussfolgerungen zu erinnern wie technologische
Veränderung Perioden intensiver Kreativität und Innovation, die
Prosperität und Wohlstand generieren, einläuten können. Wir können
sehen, dass kohlenstoffarme Technologien so eine solche Möglichkeit
eröffnen, Schumpeter'sches Wachstum zu erzeugen."
Appell an Europa: "Europa könnte die Speerspitze der
industriellen und städtischen Revolution des 21. Jahrhunderts sein."
Der Schumpeter Preisträger Lord Stern weist auf die realen Kosten
des Klimawandels hin und fordert Anreizsysteme: "Wenn Regierungen
klare und starke Politik implementieren würden, um Aktivitäten mit
hohem CO2-Verbrauch mit deren realen Kosten zu konfrontieren, und die
Entwicklung von kohlenstoffarmen Alternativen durch Anreizsysteme
fördern würden, könnten sie eine Periode der Transformation und
Wachstum in den europäischen Volkswirtschaften entfesseln. Darüber
hinaus wird diese Politik einen größeren Hebeleffekt haben, wenn
Europa in dieser Sache zusammenarbeitet. Europa könnte die
Speerspitze der industriellen und städtischen Revolution des 21.
Jahrhunderts sein, sodass seine Städte weniger verstopft und
verschmutzt, und ihre Energiesysteme effizienter, sauberer,
kohärenter und sicherer werden."
Bundeskanzler a.D. Dr. Franz Vranitzky: Stern ist innovativ im
Schumpeter'schen Sinne
Bundeskanzler a.D. Dr. Franz Vranitzky, Präsident der Schumpeter
Gesellschaft, sagte anlässlich der Preisverleihung: "Der Schumpeter
Preis 2015 geht an einen exzellenten Ökonomen, der im
Schumpeter'schen Sinne innovativ ist. Prof. Nicholas Stern denkt
nicht nur Neues, sondern setzt das neue Denken auch in der Wirtschaft
und Politik durch. Er macht seine Theorien für die Praxis
verständlich und relevant. Stern tritt für einen Wandel der
Wirtschaft ein, sodass die von ihm prognostizierten immensen Kosten
und Problemstellungen, die durch den Klimawandel hervorgerufen
werden, mit Marktmechanismen gelöst werden; aber - und hier sind wir
ebenfalls bei Schumpeter - auch die öffentliche Hand soll und muss
diese Problematik erkennen und handeln."
Bisherige Schumpeter Preisträger:
Vaclav Klaus (Tschechien), Helmut Kohl (BRD), Ted Turner (CNN),
Josei Itho (Nippon Life), Reinhard Mohn (Bertelsmann), Helmut Sohmen
(Hong Kong), Derek C.Bok (Harvard), Romano Prodi (EU), Ferdinand
Piech (VW), Peter Brabeck-Letmathe (Nestlé), James David Wolfensohn
(Weltbank), Jorma Ollila (NOKIA), Günter Verheugen (EU), Nandan M.
Nilekani (Infosys Technologies), Tatsuro Matsumae (Tokai University),
Fürst Hans Adam II. von und zu Lichtenstein, Joachim Hunold (Air
Berlin), Barry Eichengreen (University of California, Berkeley),
Frank Stronach (Magna International), Güler Sabanci (Sabanci Holding,
Istanbul), Mario Draghi (Chef der Europäischen Zentralbank, EZB)
Einen offiziellen Lebenslauf von Nicholas Stern finden Sie unter:
http://www.lse.ac.uk/GranthamInstitute/profile/nicholas-stern/
Pressefotos können unter www.schumpeter-gesellschaft.com
heruntergeladen werden.
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