- 12.03.2015, 13:41:28
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„Eine Strategie, deren Umsetzungsmaßnahmen unzureichend sind, macht sich selbst zur Makulatur!“
Rat für Forschung und Technologieentwicklung zieht Bilanz nach vier Jahren FTI-Strategie der Bundesregierung
Utl.: Rat für Forschung und Technologieentwicklung zieht Bilanz nach
vier Jahren FTI-Strategie der Bundesregierung =
Wien (OTS) - Vier Jahre nach Verabschiedung der FTI-Strategie der
Bundesregierung unter dem Titel "Der Weg zum Innovation Leader" zieht
der Rat für Forschung eine erste Bilanz hinsichtlich der
Verwirklichung der gesteckten Ziele. Bereits jetzt ist dabei ein
zentrales Problem der FTI-Strategie offensichtlich: "Ein Großteil der
Zielsetzungen und Maßnahmen der Strategie ist nicht ausreichend
konkretisiert und quantifiziert sowie mit klaren Verantwortlichkeiten
hinterlegt worden," so der Vorsitzende des Forschungsrates, Dr.
Hannes Androsch, und weiter: "Wenn also die Bundesregierung das von
ihr selbst gesteckte Ziel noch erreichen will, müssen die Ziele der
Strategie näher ausgeführt und auch mit konkreten quantitativen
Zielvorgaben hinterlegt werden. Nur dann kann mit der Umsetzung der
Maßnahmen ein konkretes Ziel verfolgt und dessen Erreichung messbar
gemacht werden."
Ein zentrales Problem betrifft die Finanzierung von Forschung,
Technologie und Innovation. Beide Schlüsselindikatoren für die
F&E-Finanzierung - die F&E-Quote und der private Finanzierungsanteil
von F&E - stagnieren seit Jahren. In Hinblick auf das Zieljahr 2020
der FTI-Strategie ist im Vergleich zu den führenden Ländern Europas
und der Welt sogar eine rücklaufende Dynamik zu erwarten. Die
Maßnahmen der FTI-Strategie, die diesem Rückfall entgegensteuern
könnten, sind bislang mit zu wenig Nachdruck oder - wie etwa das vom
früheren Bundesminister Johannes Hahn angekündigte
Forschungsfinanzierungsgesetz - gar nicht umgesetzt worden.
"Die Befunde des Status quo zum Zeitpunkt der Erarbeitung der
Strategie zeichneten ein durchaus realistisches und kritisches Bild
der damaligen Ausgangsposition Österreichs als FTI-Standort", so
emer.Univ.-Prof. Peter Skalicky, der stellvertretende Vorsitzende des
Rates. Fünf Jahre später haben sich die globalen und auch die
nationalen politischen, wirtschaftlichen und sozialen
Rahmenbedingungen jedoch verändert, und wenngleich der Großteil der
Zielsetzungen der FTI-Strategie nichts von ihrer Aktualität eingebüßt
hat, so braucht es doch dringend eine Anpassung der Maßnahmen.
Können die Ziele der FT-Strategie noch erreicht werden?
Aktuell stagniert Österreich als FTI-Standort weiterhin im
Mittelfeld; die Zielsetzung, in die Gruppe der Innovation Leader
aufzurücken, bleibt weit entfernt. Problematisch ist hierbei vor
allem, dass Österreichs Aufholdynamik nicht stärker, sondern
schwächer geworden ist.
Die Umsetzungsaktivitäten, die dem Erreichen der Strategieziele
dienen sollen, sind derzeit nicht ausreichend. Der gesamte
Umsetzungsprozess bedarf nach Ansicht des Forschungsrates einer
fokussierten Steuerung, denn bei gleichbleibender Entwicklungsdynamik
werden die Ziele der Strategie nicht erreicht werden. Dabei muss den
Themen Bildung, Forschung Technologie und Innovation höchste
Priorität eingeräumt werden.
Hintergrund
Am 31. August 2009 hat der Ministerrat beschlossen, eine
ressortübergrei-fende Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer Strategie
für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) unter der politischen
Federführung des Bundeskanzlers und des Vizekanzlers einzusetzen. Die
Steuerungsgruppe für den Strategieentwicklungsprozess trat am 5.
Oktober 2009 erstmalig zusammen. Die FTI-Strategie wurde im August
2010 fertiggestellt und am 8. März 2011 vom Ministerrat
verabschiedet. Inzwischen sind vier Jahre ver-gangen und der von der
FTI-Strategie vorgegebene Zeithorizont 2020 wird in fünf Jahren
erreicht sein.
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