• 10.03.2015, 11:11:02
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Olga Neuwirth komponiert "Orlando" im Auftrag der Wiener Staatsoper

Wien (OTS) - Im Zuge des Schwerpunktes zu zeitgenössischer Musik, der
in den nächsten Spielzeiten den Spielplan der Wiener Staatsoper
prägen wird, hat Staatsoperndirektor Dominique Meyer für die nächsten
fünf Spielzeiten fünf Kompositionsaufträge fixiert. Das chronologisch
letzte Uraufführungsprojekt hat er heute in einem Pressegespräch
präsentiert:
Olga Neuwirth komponiert für die Wiener Staatsoper die Oper "Orlando"
basierend auf Virginia Woolfs gleichnamigem Roman. Das Libretto
besorgt die franko-amerikanische Autorin und Dramatikerin Catherine
Filloux. Die Premiere ist für Dezember 2019 vorgesehen - Besetzung
und Leading Team werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Orlando ist der erste große literarische Erfolg Virginia Woolfs, der
zu einem der prominentesten Klassiker der englischen Moderne
avancierte. Es thematisiert die Verflechtung von
Geschlechtsidentität, Liebe und künstlerischer Kreativität und bricht
poetisch auf raffinierte Weise gesellschaftliche und persönliche
Realität.

"Von Kindheit an hat mich einfach alles interessiert. Von Kunst und
Politik bis Wissenschaft und der Psychologie der Menschen.
Leidenschaftlich gegenüber allem. Von den kleinen und den großen
Dingen in der Welt lasse ich mich gleichermaßen inspirieren, eben von
der wunderbaren Vielfalt des Lebens. Auch das sehe ich in Orlando
widergespiegelt. Denn die Essenz der fiktiven Biografie Orlando ist
die Liebe zum Seltsamen, Übernatürlichen, zur List, zur
Kunstfertigkeit, Überhöhung und Übertreibung. Auch geht es immer
wieder um Erinnerung und eine kultivierte, höchst raffinierte Form
von sexueller Anziehungskraft und gegen das Einzwängen in die
Laufrichtung eines einzigen Geschlechts. Aber auch darum, sich nicht
bevormunden und herablassend behandeln zu lassen, was einem als Frau
immer wieder geschieht und geschehen wird. Virginia Woolf
hinterfragte in Orlando die Rollen von Mann und Frau, die Stellung
der Frau in der Gesellschaft und ihren Zugang zur Literatur. Aber in
meinem Musiktheater wird es nicht um einen theoretischen Beweis,
sondern Szene um Szene um verschiedene Möglichkeiten, eine nach der
anderen - auch musikalisch - gehen", so Olga Neuwirth. "Für mich sind
Orlando und Musik sehr ähnlich: denn die Geschichte von Orlando durch
die Jahrhunderte vermittelt, wie (klassische) Musik, auf der einen
Seite bitter-süßen Schmerz jenseits von Worten und andererseits
präzise Strukturen, Proportionen, Abstraktion und
mathematisch-wissenschaftliches Denken und: Trost. Denn jedes Leben
entsteht durch einen Prozess der Selbsterschaffung. Indem wir leben,
erschaffen wir unsere eigene Welt. Wie in der Musik, wie mit und
durch Orlando."

"Orlando" ist als durchkomponierte Oper in englischer Sprache für
Solisten, größeres Orchester und Chor mit einer Dauer von 90 bis 100
Minuten (ohne Pause) geplant.

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