Spindelegger in ÖSTERREICH zur Causa Hypo: "Ich habe ein reines Gewissen"

Der ehemalige ÖVP-Chef und Finanzminister im großen "ÖSTERREICH am SONNTAG"-Interview über die Hypo-Causa, seinen Rückzug und sein Ukraine-Engagement

Wien (OTS) - Der ehemalige ÖVP-Chef und Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) bricht im großen "ÖSTERREICH am SONNTAG"-Interview sein Schweigen zur Causa Hypo. "Ich habe ein reines Gewissen", so Spindelegger. Der ehemalige Finanzminister ist davon überzeugt, dass die aktuellen Maßnahmen der Regierung in der Hypo-Causa ohne seine Vorarbeiten nicht möglich wären: "Ich habe bei der Hypo Entscheidungen getroffen. Meine Entscheidungen haben die Hypo dorthin gebracht, zu tun, was richtig ist. Ohne mein Handeln ginge das nun nicht. Ich habe mir bei der Hypo nichts vorzuwerfen." Der ehemalige Finanzminister betont, dass er es war, der schon einen Beitrag zur Aufklärung geleistet habe: "Ich habe die Voraussetzung dafür gelegt, dass alles aufgearbeitet werden kann. Ich habe die Griss-Kommission eingerichtet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist nun das Referenz-Dokument für den U-Ausschuss."

Der ehemalige ÖVP-Chef äußert sich im Interview auch über die Umstände seines Rückzugs: "Hier sind einige Dinge zusammengekommen. Mein Vater wurde zu dieser Zeit gerade begraben. Es war also auch eine emotionale Geschichte. Und ich habe gesehen: So, wie ich glaube, dass es richtig ist, wird es schwer sein, die Dinge in Österreich durchzusetzen. Und ich will nicht, dass ich zu etwas gezwungen werde, rein aus Parteiräson oder weil die Regierung das so will. Wenn ich etwas nicht mittragen kann, dann gehe ich lieber. Und das habe ich gemacht."

Seine neues Engagement für das Ukraine-Projekt beschreibt Michael Spindelegger so: "Es ist jetzt eine vollkommen andere Tätigkeit. Ich stelle für die Ukraine mit internationalen Partnern einen Plan auf. Das ist sehr herausfordernd, weil es das größte Problem ist, in der Ukraine Frieden zu schaffen - und gleichzeitig wieder eine Perspektive für die Bevölkerung zu bekommen." Dass ausgerechnet Oligarch Dimitri Firtasch hier finanziert, kommentiert Spindelegger so: "Ich stehe nicht in seinem Sold, sondern arbeite für die Agentur. Diese wird von Arbeitgeberverbänden, deren Vorsitzender Herr Firtasch ist, ebenso getragen wie von Arbeitnehmerverbänden. (...) Die Agentur ist völlig unabhängig. Ich weiß, was ich tue und ich lasse mich garantiert auf nichts ein, das unehrenhaft ist."

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