Detektive - Überwachung von Arbeitnehmern

Wien (OTS) - Der Österreichische Detektiv-Verband (ÖDV) nimmt den Artikel des Standard vom 04.03.2015 "Wann Arbeitnehmer überwacht werden dürfen" von Lara HAGEN zum Anlass, folgende Mitteilung zu machen.

Die Gewerbeordnung - ein Bundesgesetz - normiert eindeutig im § 129 Abs. 5, dass Berufsdetektiven "die Beobachtung und Kontrolle der Treue von Arbeitnehmern" erlaubt ist. Die Aufgabe des Berufsdetektiven in so einem Fall ist es, nach Prüfung des berechtigten Interesses des Auftraggebers, welches vereinfacht gesagt dann anzunehmen ist, wenn dem Auftraggeber ein Schaden entsteht, eine Pflichtverletzung des Arbeitnehmers zu dokumentieren.

Im Krankenstand ist die Pflicht des Arbeitnehmers die Genesung. Es wird also nicht kontrolliert, ob der Dienstnehmer zu Hause ist, sondern ob sein dokumentierbares Verhalten im Widerspruch zu seiner Gesundung steht. Es ist nicht die Aufgabe des Berufsdetektivs zu Beurteilen, ob eine Pflichtverletzung besteht, sondern ledig Fakten zu sammeln, damit ein Gericht den Fall beurteilen kann.

Bei den ganzen Diskussionen, die den Medien zu entnehmen ist, fällt auf, dass immer wieder von den Rechten des Dienstnehmers gesprochen wird, dabei aber übersehen wird, dass ein Fehlverhalten dem Dienstgeber einen Schaden zufügt und dieser natürlich das Recht hat, diesen Schaden abzuwehren. In einer Rechtsordnung wie der unseren heisst das, dass ein Zivilgericht angerufen werden muss, dem dann aber Beweismittel vorzulegen sind. Daher ist die Beauftragung von Berufsdetektiven aus dem Prozess der Rechtsfindung nicht wegzudenken.

Was die Kosten angeht muss einmal mehr festgehalten werden, dass jede Dienstleistung Geld kostet. Da in Österreich aber das sogenannte Verursacherprinzip gilt, kann ein Auftraggeber die Kosten für Sicherung bzw. Beschaffung von Beweismitteln, also für den Detektiveinsatz, vom Verursacher des initialen Schadens im Wege einer Schadenersatzforderung einfordern.

Und noch ein Wort zum Schaden von beispielsweise ungerechtfertigtem Krankenstand: Wir leben in einer Gesellschaft, wo es den Unternehmern aufgetragen ist, dem Dienstnehmer im Krankenstand das Entgelt weiter zu bezahlen. Damit entsteht dem Unternehmer bereits der erste Schaden, denn bei Abwesenheit des Dienstnehmers wird dessen Arbeit nicht verrichtet. Aus genau diesem Grund aber, muss der Dienstgeber nun weitere Kosten (=Schaden) auf sich nehmen, weil er einen anderen Dienstnehmer mit der Vertretung des Erkrankten beauftragen muss oder aber Gefahr läuft, seine Leistung nicht erbringen zu können. Der Schaden ist also weit höher als "nur" die Entgeltfortzahlung, die ja eine soziale Errungenschaft ist.

Unternehmern - und auch Berufsdetektive sind solche - geht es nicht um die Bespitzelung der Dienstnehmer, es geht auch nicht um ein günstiges Beenden eines Dienstverhältnisses (Entlassung vs. Kündigung / Abfertigung) sondern es geht um die Pflichten eines ordentlichen Kaufmannes, der natürlich dem Unternehmen, den Eigentümern aber vor allem den anderen Dienstnehmern (durch die Sicherung ihrer Arbeitsplätze) in der Pflicht steht, jeden Schaden vom Unternehmen abzuwenden oder Gutmachung zu fordern.

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