• 05.03.2015, 14:11:05
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Heinisch-Hosek: BMBF setzt wichtige Maßnahmen für Gendergerechtigkeit

OECD-Bericht: Nach wie vor beträchtliche Unterschiede in den Bildungskarrieren von Buben und Mädchen.

Utl.: OECD-Bericht: Nach wie vor beträchtliche Unterschiede in den
Bildungskarrieren von Buben und Mädchen. =

Wien (OTS) - Im Vorfeld des internationalen Frauentages wird heute
der erste, eigenständige OECD-Bericht zu Gendergerechtigkeit in der
Bildung veröffentlicht. Fazit: Es bestehen massive Unterschiede in
den Bildungskarrieren von Buben und Mädchen. Aber: Es gibt keine
unterschiedlichen Begabungen oder Fähigkeiten von Buben und Mädchen.
Das BMBF setzt im Bereich Gender Gaps zahlreich und nachhaltig
Maßnahmen.

Im Vorfeld des Internationalen Frauentages am Sonntag, 8. März 2015,
veröffentlicht die OECD heute weltweit ihren ersten Bericht zu
Gendergerechtigkeit in der Bildung: "The ABC of Gender Equality in
Education. Aptitude, Behaviour, Confidence". Die Daten dieses
Berichts stammen aus PISA-Testungen von 2000 bis 2012 sowie PIAAC
(Programme for the International Assessment of Adult Competencies)
2012.

"Der OECD-Bericht zeigt, dass Mädchen und Buben von Geburt an
geschlechtsspezifischen Zuschreibungen ausgesetzt sind, die sich
massiv auf ihren weiteren Bildungs- und damit auch Lebensweg
auswirken. Unser Engagement muss einer Bildung und Erziehung gelten,
die Kinder individuell nach ihrem Potenzial fördert. Wir setzen
mehrere Schwerpunkte im Bereich Gendergerechtigkeit - zum Beispiel in
der Lehrerfortbildung, bei den zentralen Testungen oder mit der
Professur für Genderpädagogik", so Bildungsministerin Gabriele
Heinisch-Hosek. Weiter: "Wir müssen hier Fairness und Gerechtigkeit
schaffen!"

Wichtige Maßnahmen des BMBF zu Gendergerechtigkeit in der Bildung

Auf- und Ausbau von Genderkompetenz ist zentraler Teil der
Pädagog/innenausbildung
In der Aus- und Weiterbildung der Lehrer/innen soll verstärkt dafür
sensibilisiert werden, das eigene Verhalten im Unterricht, z.B.: bei
der Vermittlung der Lehrinhalte und bei der Beurteilung der
Schüler/innen, zu hinterfragen und der Übertragung von
Geschlechterstereotypen gezielt entgegenzuwirken. Dafür hat das BMBF
an der Pädagogischen Hochschule Salzburg ein Koordinationszentrum für
Gender- und Diversitätskompetenz eingerichtet und auch eine Professur
für Geschlechterpädagogik geschaffen. Auch die vom Bildungsressort
geplanten Forschungsvorhaben werden diesen Aspekt verstärkt
berücksichtigen. Sowohl der nationale Bildungsbericht als auch der
PISA-Expertenbericht sind u.a. diesen Fragestellungen gewidmet. Im
Bereich der Fachdidaktik unterstützt das BMBF insbesondere im Fach
Mathematik Pädagog/innen im gendersensiblen Unterricht.

Gerade in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern besteht
ein starker Zusammenhang zwischen der Problematik des Gender Gaps und
Fragen der Vermittlung. Daher setzt das Bildungsministerium hier
einen Schwerpunkt in der Lehrer/innenfortbildung: Weiterführung des
Projektes IMST (Innovationen machen Schulen top) zur
Qualitätsverbesserung des MINT-Unterrichts an den Schulen
(IMST-Gender-Netzwerk bietet Fortbildung und Beratung für
Lehrer/innen). Es wurde auch eine Handreichung für gendersensible
Fachdidaktik im Mathematikunterricht zur Verfügung gestellt, die über
die Homepage des BMBF abrufbar ist.

Zentrale Testungen wie die Neue Reifeprüfung
Erwiesen ist auch, dass standardisierte Tests helfen, Gender Gaps
entgegenzuwirken. Alle Schüler/innen erhalten unabhängig vom
Geschlecht die gleichen Aufgaben und subjektive Faktoren bei der
Beurteilung werden minimiert. Darüber hinaus steigt die Verantwortung
dafür, die Schüler/innen optimal zu fördern und zu möglichst guten
Leistungen bei der Prüfung hinzuführen. Mittelfristig wird also auch
die standardisierte zentrale Reifeprüfung zu einer Verringerung des
Gendergaps beitragen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie auf einen Blick

- Buben vor allem im Bereich Lesen schwächer
- Mädchen erzielen durchschnittlich schlechtere Ergebnisse in
Mathematik
- Nach wie vor starke Differenzen zwischen den Geschlechtern in der
Berufswahl

Fazit: Unterschiede in den Bildungskarrieren, aber keine
unterschiedlichen Begabungen
Die Studie kommt zum Schluss, dass es keine unterschiedlichen
Begabungen oder Fähigkeiten zwischen Buben und Mädchen gibt, sondern
dass die differenten Bildungskarrieren von zahlreichen anderen
Faktoren abhängen. Auch spezielle Erwartungen von Eltern und
Lehrer/innen an Buben und Mädchen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Was es braucht, sind gemeinsame Anstrengungen, um alle Schüler/innen
dabei zu unterstützen, ihr individuelles Potenzial entfalten zu
können.

Die gesamte Studie finden Sie unter:
http://www.oecd.org/publications/the-abc-of-gender-equality-in-educat
ion-9789264229945-en.htm

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