- 05.03.2015, 12:37:56
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FORMAT: Sorgfaltspflichtverletzungen in der Volksbanken AG
Gutachten dokumentiert „Vermögensverfall von 3,9 Milliarden Euro“
Utl.: Gutachten dokumentiert „Vermögensverfall von 3,9 Milliarden
Euro“ =
Wien (OTS) - Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft
(WKStA) hat die Ermittlungen im Strafverfahren rund um die
Österreichische Volksbanken AG ausgeweitet. Die Ursachen der
milliardenschweren ÖVAG-Vermögensvernichtung werden nun
strafrechtlich durchleuchtet. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin
FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.
"Die ÖVAG musste in den Jahren 2005 bis 2011 einen Vermögensverfall
von über 3,9 Milliarden Euro hinnehmen", schreibt WU-Professor Martin
Winner in seinem im Auftrag der ÖVAG erstellten Rechtsgutachten vom
Mai 2013. Das FORMAT exklusiv vorliegende Gutachten, das auf einen
Forensikbericht der Wirtschaftsprüfungskanzlei Ernst & Young Bezug
nimmt, liefert zahlreiche Hinweise dafür, dass ehemalige Vorstände
und Aufsichtsräte der ÖVAG ihre Sorgfaltspflichten verletzt haben.
Zur Übernahme von Investkredit und Kommunalkredit durch die ÖVAG
heißt es im Winner-Gutachten: "Der Vorstand hat unter den gegebenen
Umständen sorgfaltswidrig gehandelt." Denn die Banken wurden "ohne
Due Dilligence" übernommen. "Auch aus Sicht des Aufsichtsrats ist
dies aus meiner Sicht sorgfaltswidrig."
Das Justizministerium hat laut FORMAT bereits darauf reagiert und per
Weisung eine Fortsetzung des von WKStA eingestellten
ÖVAG-Strafverfahrens angeordnet. In einem FORMAT vorliegenden
Schreiben der Oberstaatsanwaltschaft Wien an die WKStA (Aktenzahl: 5
OStA 213/14w) wird eine Prüfung der Verdachtslage auf "ein
allfälliges Fehlverhalten der Entscheidungsträger in Bezug auf ein
Organisations-/ Überwachungsverschulden" angeordnet. "Der Weisenrat
hat keinen Einwand erhoben", schreibt Eva Marek als Leiterin der
Oberstaatsanwaltschaft Wien.
Der von Ernst & Young festgestellte Vermögensverfall von 3,9
Milliarden Euro wurde laut FORMAT fast zur Gänze vom Steuerzahler
ausgeglichen. Die Republik pumpte seit 2008 rund 2,2 Milliarden Euro
in die notverstaatlichte Kommunalkredit und weitere 1,35 Milliarden
Euro zur Rettung der ÖVAG.
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