• 05.03.2015, 09:24:01
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Frauentag: FSG-Wien fordert gleiche Teilhabe in der Gesellschaft und Arbeitswelt

Wien (OTS/ÖGB) - Der 8. März "Internationaler Frauentag" steht für
den langen Kampf der Frauen für gleiche Teilhabe in der Gesellschaft
und in der Arbeitswelt. "Viel haben wir erreicht, vieles ist noch zu
tun", stellt Renate Anderl, Frauenvorsitzende der FSG-Wien, fest. Die
Forderung der ersten Stunde nach "gleichem Lohn für gleiche Arbeit"
ist bis heute noch aktuell. Österreichs Frauen verdienen weiterhin
weniger als Männer - laut dem "Gender Pay Gap" von Eurostat beläuft
sich die Differenz auf 23 Prozent. Im EU-Vergleich rangiert
Österreich damit an vorletzter Stelle. "Ich finde es als Schande,
dass wir im 21. Jahrhundert in der österreichischen Frauen- und
Gleichstellungspolitik beim Thema Einkommen noch immer nicht am Ziel
angelangt sind", meint Anderl.++++

"Wir werden aber alles daran setzen, unseren Forderungen Nachdruck zu
verleihen und auch durchzusetzen", betont Anderl und nennt einige
Beispiele: "Die Umsetzung eines kollektivvertraglichen
Mindesteinkommen von 1.500 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung, die
volle Anrechnung der gesetzlichen Karenzzeiten auf alle
arbeitsrechtlichen Ansprüche sowie den Ausbau qualitätsvoller
Kinderbildungseinrichtungen werden wir vorantreiben." Erfreulich
ist, dass Wien im Bereich der Kinderbildungseinrichtungen eine
Vorreiterinnen-Rolle übernommen hat. Als einziges Bundesland hat Wien
bereits 2012 das sogenannte Barcelona-Ziel von 33 Prozent für unter
dreijährige erreicht und hält aktuell bereits bei 43 Prozent. Auch
bei den über 3 - 6jährigen liegt der Versorgungsgrad weit über dem
Bundesdurchschnitt. "Damit setzt Wien ein wichtiges Zeichen für die
Vereinbarkeit von Beruf und Familie", ist Anderl erfreut.

Oberste Priorität auf der Agenda der FSG-Wien-Frauen ist eine rasche
steuerliche Umverteilung und eine damit verbundene
Einkommensverbesserung vor allem für Frauen. "Geld ist genug
vorhanden, mehr als je zuvor. Wir haben jedoch eine Schieflage im
Steuersystem: Arbeit ist zu hoch besteuert und Vermögen kaum", sagt
Anderl. "In fast keinem anderen OECD-Land werden Vermögen so niedrig
besteuert wie in Österreich. Die Steuerlast ist gerade für
Beschäftigte mit kleinen und mittleren Einkommen zu hoch. Eine
Steuerreform muss zu einer nachhaltigen Umverteilung der Steuerlasten
führen", bekräftigt die FSG-Wien-Frauenvorsitzende. Eine Erhöhung der
Negativsteuer wäre vor allem für Frauen, die wenig verdienen, weil
sie teilzeitbeschäftigt sind, dringend notwendig - ebenso die
Einführung der Negativsteuer für PensionistInnen. Das ist ein
wirksames Instrument, um Altersarmut - von der Frauen
überproportional betroffen sind - zu bekämpfen.

"Es ist höchste Zeit, dass sich auch Vermögende solidarisch zeigen
und ihren Beitrag leisten", hält Anderl fest und stellt klar: "Die
ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen werden diese Lohnsteuerreform
auf jeden Fall nicht bezahlen!"

Landesgeschäftsführer Gottfried W. Sommer unterstützt die Forderungen
der FSG-Wien-Frauen und meint: "Es ist unverständlich, dass im 21.
Jahrhundert berufstätige Frauen noch immer in allen Lebensbereichen
benachteiligt sind. Gläserne Decke, Einkommens- und Bildungsnachteil
oder Benachteiligung alleinerziehender Mütter - Schlagworte, die lang
bekannt sind und leider noch immer nichts an Aktualität eingebüßt
haben. Eine Verbesserung ist zwar zu erkennen, aber von einer
Gleichberechtigung kann noch lange nicht die Rede sein."

Weiters äußert er sich sehr kritisch zu den ständigen Diskussionen um
eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters. "Diese Aussagen
sind völlig unnötig und entbehrlich und dürfen nicht ständig mit der
Debatte für die Finanzierung einer Steuerreform ins Spiel gebracht
werden. Es geht darum, sich ernsthafte Gedanken zu machen, um eine
faire Steuerentlastung für die ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen
anzustreben, anstatt zu glauben auf dem Rücken der Frauen
populistisch Punkte sammeln zu können", bekräftigt Sommer.

Die FSG-Frauen, so Anderl, halten an dem Zitat von Johanna Dohnal
fest: "Nur eine Frauenorganisation, die lästig ist, hat eine
Existenzberechtigung" und begrüßen die laufende Aktion der SPÖ-Frauen
"Good Weibs!".

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