• 04.03.2015, 09:00:02
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ÖGfE-Schmidt: ÖsterreicherInnen sehen TTIP kritisch und fühlen sich schlecht informiert

56 Prozent gegen Freihandelsabkommen - 69 Prozent beklagen Informationsdefizit - Umfrage

Utl.: 56 Prozent gegen Freihandelsabkommen - 69 Prozent beklagen
Informationsdefizit - Umfrage =

Wien (OTS) - "Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und
den USA wird hierzulande breit diskutiert. Dennoch fühlt sich eine
Mehrheit der ÖsterreicherInnen schlecht informiert. Das Meinungsbild
zu TTIP ist von grundsätzlicher Skepsis geprägt", kommentiert Paul
Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für
Europapolitik (ÖGfE), die Ergebnisse einer aktuellen ÖGfE-Umfrage.
"Mehr Transparenz und vor allem eine stärker faktenbasierte Debatte
sind notwendig."

Download Grafiken:
http://www.oegfe.at/cms/uploads/media/Grafiken_TTIP.pdf

Etwa ein Viertel (24 Prozent) der ÖsterreicherInnen fühlt sich "eher
gut" über die Inhalte des Freihandelsabkommens (TTIP) und die
laufenden Verhandlungen informiert. Zwei Drittel (69 Prozent)
beklagen ein Informationsdefizit (6 Prozent "weiß nicht/Keine
Angabe"). Das Gefühl mangelnder Information wird in sämtlichen
Befragungsgruppen wahrgenommen.

Die Zahl der expliziten BefürworterInnen von TTIP hält sich - mit 9
Prozent - zurzeit in engen Grenzen. Die geringe Zustimmung zieht sich
durch alle Befragungsgruppen. 56 Prozent erklären sich als dezidierte
GegnerInnen des Freihandelsabkommens, in überdurchschnittlichem
Ausmaß etwa Männer (65 Prozent) sowie die Gruppe der 36 bis
65-Jährigen (72 Prozent).
Etwa ein Drittel (32 Prozent) der Befragten sieht sich außerstande zu
beurteilen, ob sie persönlich "eher für oder gegen" das Abkommen
sind. Drei Viertel der Befragten bis 25 Jahre fällt es schwer, die
eigene Position zu TTIP zu bestimmen ("kann ich nicht beurteilen": 76
Prozent).

Jene Befragten, die sich "eher gut" über das Abkommen informiert
fühlen, äußern sich häufiger positiv (23 Prozent) darüber als jene,
die "eher schlecht" informiert sind (5 Prozent).

Als Hauptinformationsquellen über TTIP werden von den Befragten -
spontan - Printmedien (71 Prozent) und TV (63 Prozent) genannt. Mit
weitem Abstand folgen das Internet (17 Prozent), Gespräche im
Freundes- und Bekanntenkreis (11 Prozent) und das Radio (7 Prozent).
[Zusammengefasste Kategorien aus Einzelnennungen. Jede/r Befragte
konnte bis zu 3 Nennungen abgeben.]
Jene Befragten, die das Internet als eine ihrer Informationsquellen
nannten, fühlen sich zu 47 Prozent "eher gut" über das
Freihandelsabkommen informiert. Jene, die TV bzw. Printmedien als
eine ihrer Informationsquellen angaben, sehen sich nur zu 20 bzw. 23
Prozent "eher gut" informiert.

"Dass derzeit auch verschiedene Teilaspekte von TTIP mehrheitlich
negativ beurteilt werden bzw. sich die ÖsterreicherInnen mit der
Festlegung der eigenen Position schwer tun, ist daher nicht
überraschend", meint Schmidt. "Jene Befragten, die sich eher schlecht
über TTIP informiert fühlen, erwarten auch eher negative Auswirkungen
für Österreich."

Die größten Sorgen der ÖsterreicherInnen gelten der Umwelt. 77
Prozent erwarten durch TTIP explizit negative Folgen. Für nur 3
Prozent überwiegen die positiven Aspekte (8 Prozent "weder noch" | 12
Prozent "weiß nicht/Keine Angabe").

Ähnlich die Beurteilung im Punkt Konsumentenschutz. 62 Prozent sehen
negative Konsequenzen, nur 2 Prozent positive (13 Prozent "weder
noch" | 23 Prozent "weiß nicht/Keine Angabe").

Was die Auswirkungen von TTIP auf den Rechtsstaat betrifft,
befürchten 49 Prozent nachteilige Folgen, optimistisch sind nur 4
Prozent. Keine relevanten Veränderungen erwarten 18 Prozent, fast ein
Drittel (29 Prozent) kann diese Frage allerdings nicht beantworten.

Auch im Bereich Beschäftigung sind die Befragten mehrheitlich
pessimistisch: 57 Prozent glauben, dass durch das Abkommen die
negativen Folgen überwiegen werden. 13 Prozent erwarten mehrheitlich
positive Auswirkungen (13 Prozent "weder noch" | 17 Prozent "weiß
nicht/Keine Angabe"). Befragte mit Hochschulabschluss rechnen
überdurchschnittlich häufig mit positiven Folgen (31 Prozent).

Die positivste Einschätzung bezieht sich auf die Auswirkungen von
TTIP auf die heimische Wirtschaft. 21 Prozent glauben, dass diese
durch das Abkommen zwischen der EU und den USA profitieren werde
(Befragte mit Universitätsabschluss: 42 Prozent). Dennoch gibt es
auch in diesem Punkt eine Mehrheit von 53 Prozent, die dies explizit
nicht so sieht (10 Prozent "weder noch" | 16 Prozent "weiß
nicht/Keine Angabe").

"Mit der Veröffentlichung des Verhandlungsmandats hat die
EU-Kommission einen späten, aber wichtigen Schritt zu mehr Offenheit
in punkto TTIP gesetzt, weitere sollten folgen. Aber auch in
Österreich sollte mehr kommuniziert und verstärkt öffentlich
diskutiert werden, um Klarheit über die potenziellen Auswirkungen des
Freihandelsabkommens mit den USA zu schaffen", so Schmidt
abschließend.

Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen
Studiengesellschaft im Februar 2015 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt.
Befragt wurden österreichweit 535 Personen per Telefon (repräsentativ
für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre/Gewichtung nach
Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/-
4,5 Prozent. Fehlende Werte auf 100 Prozent = "weiß nicht/Keine
Angabe", Differenz auf 100 Prozent aufgrund gerundeter Werte.

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