- 02.03.2015, 14:55:00
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Hundstorfer und Heinisch-Hosek präsentieren das Projekt Mütterschule gegen Radikalisierung
Entscheidend ist, die Jugendlichen bereits vor der Rekrutierung zu erreichen
Utl.: Entscheidend ist, die Jugendlichen bereits vor der
Rekrutierung zu erreichen =
Wien (OTS/SK) - Die Anschläge in Paris und in Kopenhagen haben
gezeigt, wie aktuell das Thema der Radikalisierung von Jugendlichen
und deren Rekrutierung für den Dschihad ist. Mit Mütterschulen will
man dem auch in Österreich entgegenhalten. Das von dem Verein "Frauen
ohne Grenzen" getragene Projekt wird vom Sozialministerium und vom
Bildungs- und Frauenministerium unterstützt. "Es ist klar, dass der
Fokus auf Prävention und Aufklärung liegen muss", betonte
Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Montag in einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit Bildungs- und Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek, Edit Schlaffer von "Frauen ohne Grenzen" sowie
Betroffenen und Aktivistinnen aus Kaschmir und Pakistan. ****
Es sei entscheidend, die Jugendlichen bereits vor der Rekrutierung zu
erreichen, sind sich die TeilnehmerInnen der Pressekonferenz einig.
Eine bedeutende Rolle spielen hier die Mütter, aber auch Väter
signalisieren laut Edit Schlaffer von "Frauen ohne Grenzen" bereits
Interesse. Um sich dem Phänomen der Radikalisierung
entgegenzustellen, müsse man gemeinsam vorgehen - "gemeinsam mit der
Zivilgesellschaft, mit engagierten Persönlichkeiten des öffentlichen
Lebens, den betroffenen Frauen, die etwas zu sagen haben", betonte
Heinisch-Hosek.
"Es geht darum, der Radikalisierung gegenzusteuern. Gegensteuern,
einerseits durch diverse Integrationsmaßnahmen, aber auch was den
Zugang zu Gesellschaft, zu Teilhabe und Arbeitsmarkt betrifft",
erklärte Hundstorfer. Besonders am Herzen liegt dem Arbeits- und
Sozialminister hier das Finalisieren von Schul- und
Ausbildungsabschlüssen. In dem Zusammenhang erinnerte Hundstorfer
auch an die Regierungsvereinbarung, die Ausbildungsverpflichtung bis
zum 18. Lebensjahr weiter zu entwickeln.
Heinisch-Hosek verwies auf die einschlägigen Weiterbildungsmaßnahmen
für PädagogInnen in diesem Bereich. "2013 und 2014 waren es je 30.000
Pädagoginnen und Pädagogen, die sich hierzu weitergebildet haben -
für Prävention, gegen Radikalisierung", sagte Heinisch-Hosek.
Die Bildungs- und Frauenministerin erinnerte auch an die morgen
stattfindende bereits dritte Fachkonferenz, bei der es um einen
Austausch von Bildungsministerium und Innenministerium in Sachen
Prävention geht. "Wir versuchen, im Bildungsbereich an allen Ecken
und Enden anzusetzen. Zum einen bei den Pädagoginnen und Pädagogen
selber, bei den Studierenden, bei den Präventionsbeamtinnen und
-Beamten und bei den Schülerinnen und Schülern an den Schulen direkt,
wo Workshops von NGOs angeboten werden", erklärte Heinisch-Hosek.
Die Ministerin führte in dem Zusammenhang auch an, dass die
SchulpsychologInnen an den Schulen extra auch für diese Problematik
geschult sind. Nicht unerwähnt blieb auch, dass die vier Ressorts
Bildungs- und Frauenministerium, Innenministerium,
Familienministerium und das Integrationsministerium bei der
"Beratungsstelle Extremismus" und der damit verbundenen Hotline
zusammenarbeiten.
Edit Schlaffer betonte, dass Radikalisierung viel mit "einer
Schieflage in unserer Gesellschaft" zu tun habe. Jugendliche, die
verletzbar sind, die nicht Fuß fassen konnten, die nicht integriert
worden sind in den Arbeitsmarkt sind gefährdet. "Das betrifft all
jene jungen Menschen, an denen die Chancen, die unser Staat ihnen
bietet, vorbeigehen", sagte Schlaffer. Diese Jugendlichen folgen dann
in ihrem Protest diesen Botschaften der Radikalen, ohne viel
nachzudenken. Daher solle ein institutionalisierter Raum für das
Nachdenken geschaffen werden. "Die erste Abwehrfront ist zuhause",
betonte Schlaffer.
Das Sozialministerium hat in den letzten Jahren bereits mehrere
Mütterschulen-Projekte in den Ländern Kaschmir, Indien, Sansibar,
Pakistan, Indonesien und Tadschikistan unterstützt. Die Qualität des
Ansatzes von "Frauen ohne Grenzen" zur Einbindung der Mütter und
Frauen bei der Prävention und Bekämpfung von Gewalt und
Radikalisierung zeigt auch die Einladung von Edith Schlaffer - als
einziger österreichischer Teilnehmerin - von US-Präsident Obama und
US-Außenminister John Kerry zum "White House Summit to Counter
Violent Extremism" am 18./19. Februar 2015 in Washington. (Schluss)
up/sc
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