- 02.03.2015, 12:59:47
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AKNÖ-Vizepräsident Fiala: "Wir brauchen mehr Geld für Bildung"
Fachtagung "Bildungsabbruch": Lösungsvorschläge rasch umsetzen!
Utl.: Fachtagung "Bildungsabbruch": Lösungsvorschläge rasch
umsetzen! =
Wien (OTS/AKNÖ) - Das Thema Bildungsabbruch und seine Verhinderung
beschäftigte mehr als 200 TeilnehmerInnen der Tagung "Übergänge
erfolgreich gestalten", die von der Niederösterreichischen
Arbeiterkammer (AKNÖ) und der Pädagogischen Hochschule
Niederösterreich in St. Pölten organisiert wurde. Gemeinsam mit
ExpertInnen wurden Lösungsansätze diskutiert, um die Zahl der Schul-
und AusbildungsabbrecherInnen zu senken. Die Forderung ist klar: "Es
braucht ein ausreichendes Budget für Bildung, das gezielt eingesetzt
und koordiniert wird", so AKNÖ-Vizepräsident Michael Fiala.
"Bildungsabbruch muss breiter in der Öffentlichkeit diskutiert
werden. Diese Veranstaltung zeigt einmal mehr, wie groß das Interesse
ist", sagte AKNÖ-Vizepräsident Michael Fiala auf der von der
Niederösterreichischen Arbeiterkammer und der Pädagogischen
Hochschule Niederösterreich veranstalteten Fachtagung "Übergänge
erfolgreich gestalten" in St. Pölten ExpertInnen aus
unterschiedlichen Disziplinen versuchten gemeinsam mit mehr als 200
SchülerberaterInnen, Jugend- und SozialarbeiterInnen, Jugendcoaches
sowie LehrerInnen und PädagogInnen Lösungsansätze zu finden, um die
Zahl der BildungsabbrecherInnen zu senken.
Schulabbruch wird vererbt
Österreichweit haben rund 75.000 Jugendliche, also fast acht Prozent
der heute 15- bis 24-Jährigen, weder eine mittlere oder höhere Schule
noch eine Lehre oder eine andere Berufsausbildung abgeschlossen. Das
ergibt eine Untersuchung des Instituts für Höhere Studien (IHS).
Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten und bildungsfernen
Milieus sind überdurchschnittlich oft betroffen. "Das ist kein
Zufall. Unser Schulsystem ist sozial selektiv und benachteiligt
bestimmte Gruppen", erklärte Mario Steiner vom IHS. Die Situation bei
Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist besonders dramatisch.
"Unter den Kindern von Zugewanderten sind in der ersten Generation
22,6 Prozent frühe BildungsabbrecherInnen, in der zweiten Generation
immer noch 13,4 Prozent", so Steiner. Schwer haben es auch Kinder,
deren Eltern selbst nur die Pflichtschule abgeschlossen haben. Von
ihnen haben 18,2 Prozent keinen weiterführenden Abschluss.
Mehr Mittel für Umsetzung
Die TeilnehmerInnen hatten in 5 verschiedenen Workshops die
Gelegenheit, das Thema Bildungsabbruch aus verschiedenen Perspektiven
zu beleuchten. Schwerpunkte wurden u.a. auf die Themen
interkulturelle Kompetenz, außerschulische Jugendarbeit und soziales
Lernen gelegt. Aus den Gruppenarbeiten entstanden zahlreiche
Lösungsansätze, die letztendlich auch ein politischer Auftrag an den
Gesetzgeber sein sollen. "Wir haben hier sowohl die nötige Expertise,
als auch konkrete Maßnahmen erarbeitet, wie zum Beispiel eine
indexbasierte Schulfinanzierung nach sozialen Kriterien. Nun gilt es,
diese umzusetzen. Dafür brauchen wir ausreichende Mittel, die gezielt
eingesetzt werden müssen", fordert der AKNÖ-Vizepräsident.
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