- 02.03.2015, 09:03:13
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25 Jahre Lungentransplantation: Der „zweite Atem“ aus Wien
Feier und Symposium am 6. März 2015 an der MedUni Wien und im AKH Wien
Utl.: Feier und Symposium am 6. März 2015 an der MedUni Wien und im
AKH Wien =
Wien (OTS) - Im November 1989 wurde an der Medizinischen Fakultät der
Universität Wien die erste Lungentransplantation vorgenommen. 25
Jahre später gilt die Medizinische Universität Wien bzw. das AKH Wien
als eines der vier weltweit führenden Zentren für
Lungentransplantation neben Hannover, Toronto und Cleveland. Jährlich
bekommen 120 PatientInnen ihren "zweiten Atem" aus Wien.
Was das Wiener Programm so einzigartig macht: An der
Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien / AKH Wien werden
auch alle Spenderlungen aus der Slowakei, Ungarn, Kroatien,
Slowenien, Griechenland, Zypern, Rumänien und Estland transplantiert,
da diese Länder selbst über kein Transplantationszentrum verfügen.
"Da wir mehr Lungen bekommen, als wir benötigen, ist das eine
win-win-win-Situation für alle. Für PatientInnen in Österreich, für
die Betroffenen in den Ländern und für den Eurotransplant-Raum. Die
ganze Welt beneidet uns darum", sagt Walter Klepetko, seit Anfang an
Leiter des Lungentransplantationsprogramms der MedUni Wien und des
AKH Wien und Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie.
Rund zwei Drittel der in Wien transplantierten Lungen stammen aus den
acht kooperierenden Ländern mit insgesamt 63 Millionen Einwohnern.
Durch die große Menge an Spenderlungen ist es den ForscherInnen an
der MedUni Wien auch möglich, exzellente Studien abzuwickeln und neue
Operationstechniken zu entwickeln oder anzuwenden. Das wiederum
untermauert die Top-Position, die sich das Zentrum in Wien weltweit
erworben hat.
Vor rund vier Jahren wurde zum Beispiel erstmals eine
Ex-vivo-Lungenperfusion an der Klinischen Abteilung für
Thoraxchirurgie der MedUni Wien / AKH Wien angewandt. Österreich
zählte damit zu den ersten Ländern, in denen dieses Konzept
erfolgreich eingesetzt wurde. Mit dem Ex-vivo-Lungenperfusionssystem
kann die Lunge genau beurteilt und "repariert" werden. Lungen, die
früher nicht für eine Transplantation verwendet worden wären, werden
an ein Beatmungsgerät angeschlossen und gespült und zeigen an diesem
System eine beeindruckende Verbesserung der Organfunktion und können
dadurch in einem optimalen Zustand transplantiert werden.
Mit dieser und anderen aktuellen Entwicklungen auch bei den
Operationstechniken und den besseren Möglichkeiten, mit der Abstoßung
umgehen zu können, haben sich auch die Indikationen, bei denen mit
einer Fremdlunge geholfen werden kann, in den vergangenen Jahren
stark ausgeweitet. COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und
Emphysem sind mit rund 35 Prozent die größte Gruppe. Rund 20 Prozent
der Betroffenen leiden an einer Lungenfibrose, einer Erkrankung des
Lungengewebes und je 15 Prozent an Cystischer Fibrose, einer
angeborenen Stoffwechselerkrankung, sowie Lungenhochdruck. Besonders
die Anwendung bei Cystischer Fibrose war eine der wichtigsten
Entwicklungen. Sie bedeutet vor allem für jüngere Menschen eine
wirksame Therapie im fortgeschrittenen Stadium dieser Erkrankung.
Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien
Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert. Dort
werden in der Grundlagen- wie in der klinischen Forschung vermehrt
Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt. Die Forschungscluster
umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie,
kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und
Immunologie. Die vorliegende Arbeit fällt inhaltlich in den
Themenbereich des Clusters kardiovaskuläre Medizin.
Termin: 25 Jahre Lungentransplantation in Wien
Am Freitag, 6. März 2015, findet von 12-14 Uhr im Hörsaalzentrum der
MedUni Wien/AKH Wien (Hörsaal 1, Ebene 7 im AKH) ein Symposium mit
dem Titel "25 Jahre Lungentransplantation in Wien - ein Beispiel für
Europäische Zusammenarbeit" statt. MedUni Wien-Rektor Wolfgang Schütz
und die Ärztliche Direktorin des AKH Wien, Gabriela Kornek, eröffnen
das Event, es referieren u.a. EU-Kommissar Johannes Hahn,
Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser und die Wiener
Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Der Eintritt für Interessierte
ist frei.
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