Anreize schaffen! Mehrwertsteuer auf Kulturgüter und -leistungen erhöhen ist keine nachhaltige Lösung

Wien (OTS) - Die Bildrecht - die Gesellschaft zur Wahrnehmung visueller Rechte, spricht sich gegen die geplante Anhebung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Kunst- und Kulturleistungen aus. Aus der Sicht der Bildrecht ist es angesichts stagnierender Kulturbudgets dringend notwendig eine Strategie und ein Klima des Anreizes zu schaffen - Impulse, die Investitionen in die Kunst auslösen und Kunst- und Kulturschaffende stärken.

Mit der geplanten Erhöhung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes von 10% bei Kunst- und Kulturleistungen gewinnt die Kunst nicht mehr an Wert, sondern - wie es unisono alle betroffenen Kulturträger kritisieren - verliert ihn. Sie verliert nämlich an Publikum. Eine Verteuerung der gesamten Kulturleistungen schadet der österreichischen Kulturlandschaft. Denn wie sollte sich damit die Nachfrage nach Kunst und Kultur erhöhen oder auch nur am gleichen Niveau bleiben? Erhalten die kulturkonsumierenden Menschen im Land durch andere Steuerentlastungen soviel mehr an Pouvoir, um das auszugleichen? Der Kunst gebührt ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz, weil sie ein ideelles ‚Grundnahrungsmittel’ ist. Je breiter ihre Leistbarkeit, desto mehr Einkommens- sprich Bevölkerungsschichten kommen in ihren Genuss. Ein simples, aber gutes Rezept, das mit einer Steueranhebung vereitelt wird und gegen die wir uns im Interesse aller Kunstschaffenden und ihrem Publikum entschieden aussprechen.

Die mit der Finanzkrise einhergehenden Kürzungen der Kulturausgaben könnten mit einer finanziellen Erleichterung im Kunst- und Kulturbereich ausgeglichen werden. Eine bis jetzt immer noch ungenutzte Chance sehen wir in der Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit für Kunstankäufe. Privatpersonen und Unternehmen muss via steuerlicher (Teil)Absetzbarkeit ein nennenswerter Anreiz zu Kunstkäufen und zu Kunstsponsoring geboten werden. Das wäre eine längst fällige, effektive Maßnahme, um auch jenen Kunstmarkt zu stabilisieren, der nicht für die Bestverdienenden relevant ist. Damit wäre eine konjunkturelle Vision verbunden und gleichzeitig eine kunstfreundliche: nämlich die Vielschichtigkeit der Gegenwartskunst in Österreich aufrecht zu erhalten.

Der Schöpfergeist und das kulturelle Niveau, für das Österreich weit über die eigenen Grenzen hinweg bekannt ist, brauchen ein Echo. Der Stellenwert der Kunst misst sich an der Möglichkeit ihrer Wahrnehmung. Wir rufen die Politik dazu auf, diese Möglichkeit nicht fiskal zu beschränken, sondern - im Gegenteil - zu fördern!

Die Bildrecht - Gesellschaft zur Wahrnehmung visueller Rechte -vertritt österreichweit und international Kunstschaffende aus den Sparten der Malerei, Grafik, Bildhauerei, Fotografie, Video- und Lichtkunst, Choreografie, Architektur und des Designs. http://www.bildrecht.at

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