• 27.02.2015, 10:36:05
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Nein zur Substanzbesteuerung heißt auch Nein zu Erbschafts- und Schenkungssteuer

Jede Form von Substanzbesteuerung trifft den Mittelstand, belastet heimische Unternehmen und kostet Arbeitsplätze

Utl.: Jede Form von Substanzbesteuerung trifft den Mittelstand,
belastet heimische Unternehmen und kostet Arbeitsplätze =

Wien (OTS) - "Vermögensteuern sind und bleiben die unintelligenteste
Möglichkeit einer Gegenfinanzierung der Steuerreform", hielt Dr.
Günter Stummvoll, Sprecher der Steuer-Informationskampagne des
österreichischen Mittelstandes heute, Freitag, im Rahmen einer
Pressekonferenz einmal mehr fest. "Grundsätzlich ist das scheinbare
Abrücken der SPÖ von 'klassischen Vermögenssubstanzsteuern' als ein
erstes Zeichen der Vernunft durchaus zu begrüßen", so Stummvoll, der
jedoch hinzufügte: "Aber es stellt sich natürlich die Frage, was
unter Substanzsteuer zu verstehen ist. Und da ist die Antwort völlig
klar: Erbschafts- und Schenkungssteuern zielen ebenso direkt auf die
Eigentumssubstanz des Mittelstandes und der heimischen Betriebe wie
die klassischen Vermögensteuern. Nein zur Substanzbesteuerung heißt
daher auch Nein zu Erbschafts- und Schenkungssteuer!" Diese Steuern
seien aus gutem Grund abgeschafft worden.

Stummvoll: Anreize für Leistung, Eigentum setzen

"Eine Wiedereinführung wäre geradezu ein Anachronismus und würde hart
erarbeitetes Eigentum, Betriebe und damit heimische Arbeitsplätze
massiv gefährden", so Stummvoll, denn: "Im letzten Jahr der
Erbschaftssteuer, die mit August 2008 abgeschafft wurde, gab es
62.000 Fälle. Davon waren gezählte 16 über einer Million Euro. Will
man also ein signifikantes Volumen erzielen, dann müsste die
Freibetragsgrenze entsprechend niedrig sein und es bliebe somit nur
die Besteuerung des breiten Mittelstandes und der Klein- und
Mittelbetriebe übrig." Betriebsübergaben in Zeiten konjunktureller
Herausforderungen und steigender Arbeitslosigkeit zunehmend
unleistbar zu machen, "wäre aber das genaue Gegenteil dessen, was es
derzeit an Impulsen für Investitionen, Wachstum und Beschäftigung
brauchen würde", betonte Stummvoll. Gerade jetzt müsse man vielmehr
verstärkt Anreize für Leistung, Eigentum und das Schaffen von
Arbeitsplätzen setzen und dürfe diese nicht durch neue Belastungen
konterkarieren. Daher: "Nein zur Substanzbesteuerung, denn sie
vernichtet heimische Jobs."

Hübner: Erbschafts- und Schenkungssteuer müsste breiten Mittelstand
treffen

"Als Vertretung der österreichischen Steuerberater und
Wirtschaftsprüfer halten wir die Wiedereinführung der Erbschafts- und
Schenkungssteuer für nicht sinnvoll", bekräftigte Mag. Klaus Hübner,
Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder. Denn wenn eine
Erbschafts- oder Schenkungssteuer dem Fiskus etwas bringen soll,
müssten entweder die Steuersätze sehr hoch sein oder sie müsste breit
angelegt werden, "also den Mittelstand treffen, der ja eigentlich
entlastet werden soll", so Hübner. Auch sei in der Praxis die
Bewertung der zu besteuernden Erbschaft oder Schenkung sehr schwierig
und aufwändig, wenn überhaupt möglich. Für Immobilien bestehe das
Problem der tatsächlichen Verkehrswerte. Bei Aktien stelle sich das
Stichtagsproblem und die Bewertung von Schmuck, Oldtimern oder Kunst
sei fast unmöglich. "Und beim betrieblichen Vermögen gefährdet die
Erbschafts- oder Schenkungssteuer ganz klar den Fortbestand des
Unternehmens und damit Arbeitsplätze", so Hübner, der zusammenfassend
feststellte: "All diese Fakten lassen eine Substanzbesteuerung in
Form von Erbschafts-, Schenkungs- und Vermögensteuern in höchstem
Maße unvernünftig erscheinen."

Lehner: Erbschaftsteuer ungeeignet für Gegenfinanzierung einer
Steuerreform

"Die Erbschaftssteuer eignet sich kaum zur - wenn auch nur teilweisen
- Gegenfinanzierung von Entlastungen im Einkommen- bzw.
Lohnsteuertarif", betonte Wirtschaftsforscher, Steuer- und
Budgetexperte Hon.Prof. Dr. Gerhard Lehner. Dies sei darin begründet,
dass das Aufkommen erheblich von nicht beeinflussbaren und nicht
vorhersehbaren Faktoren, wie etwa Todesfällen, abhänge. "Die
Erbschaftsteuer kann bei Betriebsübernahmen außerdem zu erheblichen
Finanzierungsproblemen der Erben führen und damit auch Arbeitsplätze
gefährden", wies Lehner auf die negativen Auswirkungen hin. Zudem
erfordere eine solche Steuer einen hohen Verwaltungsaufwand, vor
allem in der Bewertung von Liegenschaften. "Gerade auch dieser Punkt
stellt ein großes Problem dar und lässt an der Sinnhaftigkeit einer
Einführung zweifeln", so Lehner abschließend.

Weitere Informationen finden Sie unter www.der-mittelstand.at

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