WKÖ-Schultz: Freihandelsabkommen TTIP bietet Chancen für KMU

Von Wirtschaftskammer ko-organisierte Veranstaltung in Brüssel zeigt Chancen und Möglichkeiten für KMU im Rahmen des Freihandelsabkommens EU-USA auf

Wien (OTS/PWK145) - "Der internationale Handel ist in Österreich und der EU so gut wie der einzige Wachstumsmotor. KMU, die im internationalen Handel tätig sind, gelten als innovativer, produktiver und wettbewerbsfähiger, und sie haben die sichereren Arbeitsplätze", erklärte Martha Schultz, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und des europäischen Wirtschaftskammerndachverbandes EUROCHAMBRES, anlässlich der Veranstaltung "Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft TTIP - neue Möglichkeiten für KMU?" heute, Donnerstag, in Brüssel. Die Veranstaltung der WKÖ und der Industrie-und Handelskammern in Bayern wurde in Zusammenarbeit mit dem deutschen Kammerndachverband DIHK organisiert, mit Unterstützung des Enterprise Europe Network und von EUROCHAMBRES.

"Wir müssen versuchen, mehr KMU in den Export zu bringen. Handelsabkommen sind ein sehr gutes Instrument, um die Rahmenbedingungen im internationalen Handel für alle österreichischen und europäischen Firmen, insbesondere jedoch für KMU, zu verbessern", so Schultz. Eines der wirtschaftlich bedeutendsten Freihandelsabkommen ist das derzeit mit den USA verhandelte TTIP: "Es ist unbestritten, dass von den Regeln, die mit einem Handelsabkommen geschaffen werden, die kleinen und mittleren Unternehmen überdurchschnittlich profitieren." Aus Sicht der WKÖ ist es besonders erfreulich, dass TTIP erstmals ein eigenes KMU-Kapitel enthalten soll, in dem auf besondere Probleme und Anliegen der KMU eingegangen wird.

In erster Linie sollen mit TTIP die Zölle im industriell-gewerblichen Bereich abgeschafft werden. "Wir haben Rückmeldungen von österreichischen KMU, die aufgrund der dortigen Zölle ihre wettbewerbsfähigen Produkte nicht in die USA exportieren", betonte Schultz. Auch im regulatorischen Bereich mit den ungerechtfertigten sogenannten "nicht-tarifären Handelshemmnissen" (unterschiedlichen technische Vorschriften bzw. Normen, Doppelzertifizierungen etc.) könnte ein ehrgeiziges TTIP EU-weit hunderte Milliarden Euro an Kosten ersparen. Gerade KMU sind aufgrund begrenzter Ressourcen bei regulatorischen Problemen mit den Behörden und der Bürokratie des Importlandes rasch überfordert. Mit TTIP würden die Regulierungsbehörden enger zusammenarbeiten und unnötige technische Regulierungen reduzieren oder verhindern.

Der Investitionsschutz ist ein sehr wichtiger Mechanismus für alle Firmen, die Niederlassungen oder Betriebsstätten im Ausland gründen. Die Investitionsschutzbestimmungen verhindern etwa Diskriminierung oder entschädigungslose Enteignungen durch den Gaststaat. "Die Investor-Staat-Streitbeilegung, die es EU-weit in rund 1400 Investitionsabkommen der EU-Mitgliedstaaten schon gibt, hat sich bewährt. TTIP bietet die Gelegenheit, ein reformiertes und neues Investitionsschutzsystem zu schaffen, das den Interessenausgleich zwischen der Regelungshoheit des Staates einerseits und dem berechtigten Schutz von Investitionen vor Diskriminierung, direkter und indirekter Enteignung etc. andererseits sicherstellt. Ein solches Investitionskapitel wird als Vorbild für viele andere Staaten dienen", so die Vizepräsidentin von WKÖ und EUROCHAMBRES abschließend. (FA)

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