- 26.02.2015, 11:41:03
- /
- OTS0111 OTW0111
Burgenland: Evangelische Kirche sucht "Bildungshelden"
Superintendent Koch: "Kirche muss Bildungsauftrag weiterführen und intensivieren" - Bischof Bünker: "Evangelischer Religionsunterricht ist hervorragender Ethikunterricht"
Utl.: Superintendent Koch: "Kirche muss Bildungsauftrag weiterführen
und intensivieren" - Bischof Bünker: "Evangelischer
Religionsunterricht ist hervorragender Ethikunterricht" =
Oberschützen (OTS/epdÖ) - Bildung sei ein zentrales Grundanliegen
der Reformation, erklärte der evangelische Superintendent des
Burgenlandes Manfred Koch bei der Pressekonferenz anlässlich des
Jahres der Bildung der Evangelischen Kirchen in Österreich am 26.
Februar im Wimmer-Gymnasium in Oberschützen. Gerade im Burgenland
könne man auf eine lange evangelische Schultradition zurückblicken,
so Koch. Neben dem evangelischen Wimmer-Gymnasium, das vor 170 Jahren
gegründet wurde, hätten auch zahlreiche ein- und zweiklassige
Pflichtschulen zur Bildung im Burgenland beigetragen. Dennoch sieht
Koch nach wie vor Handlungsbedarf im Bildungsbereich. "Man müsste
annehmen, dass sich nach 500 Jahren das Anliegen der Reformation
erfüllt habe. Das ist aber nicht der Fall. Laut einer aktuellen
Statistik sind in Österreich 600.000 Menschen Analphabeten", so der
Superintendent. Dazu zählen auch Personen, die Texte zwar lesen, aber
nicht erfassen können. "Ich denke, diese Tatsache stellt die Kirche
vor eine neue Herausforderung. Wir müssen unseren Bildungsauftrag
weiterführen und intensivieren." Insofern sei das Schwerpunktjahr
Bildung auch nicht der Startschuss oder der Höhepunkt kirchlicher
Bildungsbestrebungen, sondern Auftrag zur Weiterarbeit, betonte Koch.
Den hohen Stellenwert der Bildung innerhalb der Kirchen der
Reformation betonte auch Bischof Michael Bünker. Die Reformation habe
es sich nicht nur zum Ziel gemacht, die Kirche zu erneuern, sondern
die Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Diese
gesamtgesellschaftliche Erneuerungsbewegung habe auch Schulen und
Universitäten umfasst. Auch heute noch spielt etwa das Schulwesen
eine wichtige Rolle für die Evangelischen Kirchen, so der Bischof. So
gab es nicht nur evangelische Schulgründungen im 16. Jahrhundert,
sondern auch im 21. Jahrhundert. Aufgrund der SchülerInnenzahl und
der Anmeldungen könne man sehen, dass diese Schulen auch heute noch
eine hohe Attraktivität besitzen, sagt Bünker.
Zum Bildungsauftrag der Kirche gehöre auch der konfessionelle
Religionsunterricht, der von den Schülerinnen und Schülern sehr gut
angenommen werde. Bünker spricht sich klar für den
Religionsunterricht aus, dieser sei ein geeignetes Mittel gegen
Radikalisierung sowie Extremismus. Für Schülerinnen und Schüler, die
den konfessionellen Religionsunterricht nicht besuchen, wünscht sich
der Bischof einen verpflichtenden Ethikunterricht. Allerdings spricht
er sich klar für die Beibehaltung des konfessionellen
Religionsunterrichts aus und betont: "Der evangelische
Religionsunterricht ist ein hervorragender Ethikunterricht. Er macht
die Schülerinnen und Schüler dialogfähig und bringt sie in Kontakt
mit anderen Religionen und Weltanschauungen."
Das Jahr der Bildung diene aber auch dazu, auf soziale Probleme rund
um das Thema Bildung aufmerksam zu machen, so Bünker. "Österreich
steht besonders dort schlecht da, wo es um Bildungschancen von
Kindern aus sozial schwachen Familien, aus Familien mit
Migrationshintergrund oder beispielsweise um Kinder von
Alleinerziehenden geht. Nur jedes vierte Kind hat einen besseren
Bildungsabschluss als seine Eltern. Hier gibt es dringenden
Handlungsbedarf."
"Bildung geht uns alle an! Als evangelisches Bildungswerk im
Burgenland wollen wir Erwachsene in ihrer Fort- und Weiterbildung
unterstützen sowie Pfarrgemeinden bei ihren Bildungsprojekten
fördern", erklärte Tanja Sielemann, Pfarrerin in Oberschützen und
Obfrau des Evangelischen Bildungswerks Burgenland. Ein Höhepunkt des
Bildungsjahrs im Burgenland sei der österreichweite Bildungssonntag
am 15. März. Neben Gottesdiensten werden auch zahlreiche andere
Veranstaltungen an diesem Tag stattfinden. Darüber hinaus werden das
ganze Jahr hindurch Bildungsveranstaltungen im Burgenland
stattfinden. Mit der Aktion "Bildungshelden" möchte man besonders
engagierte MitarbeiterInnen der Pfarrgemeinden suchen, die am 30.
Oktober ausgezeichnet werden, kündigte Pfarrerin Sielemann an.
Zwischen dem Jahr 2013, das schwerpunktmäßig dem Thema Diakonie
gewidmet war, und dem Jahr 2017, in dem das 500. Jubiläum der
Reformation gefeiert wird, haben die Evangelische Kirche A.B., die
Evangelische Kirche H.B. und die Evangelisch-methodistische Kirche in
Österreich das Jahr 2015 zum Schwerpunktjahr Bildung erkoren.
Zahlreiche thematische Veranstaltungen und Initiativen werden die
kommenden Monate prägen. Informationen dazu
www.bildungundreformation.at█
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | EPD






