- 26.02.2015, 08:51:44
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SOS Mitmensch: Siegfried Stupnig und "Flucht nach vorn" erhalten Ute Bock Preis für Zivilcourage
Herausragender Einsatz für die Lebensperspektiven von tschetschenischen und anderen Flüchtlingen in Österreich
Utl.: Herausragender Einsatz für die Lebensperspektiven von
tschetschenischen und anderen Flüchtlingen in Österreich =
Wien (OTS) - Am 3. März verleiht SOS Mitmensch zum 12. Mal den
Ute-Bock-Preis für Zivilcourage. Der Kärntner Siegfried Stupnig wird
für seinen herausragenden Einsatz für die Lebensperspektiven von
tschetschenischen Flüchtlingen in Österreich ausgezeichnet. Die
Wiener Initiative "Flucht nach vorn" erhält einen Preis für ihre
engagierte Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen. Die Preisreden
werden vom Journalisten Ari Rath, der Autorin Julya Rabinowich und
der Filmemacherin Nina Kusturica gehalten. Die Preise werden im
Wiener Rathaus von der Flüchtlingshelferin Ute Bock überreicht.
Siegfried Stupnig setzt sich seit mehr als einem Jahrzehnt für die
Lebensperspektiven von tschetschenischen Flüchtlingen ein. Er musste
nicht nur gegen Vorurteile ankämpfen, sondern auch gegen eine
Kärntner Politik, die lange Zeit gezielt auf Desintegration gesetzt
und ein "tschetschenenfreies Kärnten" propagiert hat. Vergeblich
suchte er um Unterstützung für seine Projekte an, mit denen er den
Flüchtlingen das Ankommen in einer neuen Umgebung erleichtern wollte.
Stupnig ist seit 2003 beim Verein ASPIS, der Hilfe für traumatisierte
Menschen leistet, tätig. Im Jahr 2004 gründete Stupnig den Kärntner
Fußballverein FC Tschetschenien. Seit 2008 hält Stupnig Fort- und
Weiterbildungsseminaren zum Thema Tschetschenien ab. Er organisierte
150 öffentliche Veranstaltungen unter dem Motto "KärntnerInnen lernen
TschetschenInnen kennen und umgekehrt".
"Siegfried Stupnig gehört zu jenen Menschen, die unglaubliche Arbeit
für Menschen in schwierigen Lebenssituationen leisten. Er hat sich zu
keinem Zeitpunkt von der über Jahre von höchster politischer Stelle
in Kärnten betriebenen Stimmungsmache gegen Tschetschenen anstecken
und von seiner Arbeit abbringen lassen. Sein Beitrag zur Stärkung
unserer Gesellschaft kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden",
betont Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.
Die von SOS Mitmensch ebenfalls preisgekrönte Initiative "Flucht nach
vorn" ermöglicht minderjährigen Flüchtlingen aus verschiedenen
Ländern Zugang zu Freizeitaktivitäten in Wien. Der junge Verein
unterstützt die Jugendlichen beim Aufbau sozialer Netzwerke und bei
gesellschaftlicher Teilhabe. Es werden gemeinsame Aktivitäten
organisiert, damit junge Menschen mit unterschiedlicher Geschichte
aufeinander treffen und von einander lernen und Vorurteile abbauen
können. Die Aktivitäten der Initiative umfassen Sport, Kunst, Kultur,
Musik und Performance.
"Die Initiative "Flucht nach vorn" vermittelt jugendlichen
Flüchtlingen das Gefühl von Ankunft, Stabilität und auch von
Normalität in Österreich. Das junge Team leistet auf ehrenamtlicher
Basis sehr wertvolle Arbeit mit den Jugendlichen. Es braucht mehr
solche vorbildhaften Initiativen in Österreich. Und es braucht viel
mehr öffentliche Unterstützung für bestehende Initiativen", betont
Pollak.
Der Ute-Bock-Preis für Zivilcourage wurde 1999 von SOS Mitmensch ins
Leben gerufen. Bisherige PreisträgerInnen waren: Ute Bock, Gertrude
Hennefeld, Vinzipfarrer Wolfgang Pucher, der Sozialarbeiter Bülent
Öztöplu, die Plattform Gerechtigkeit für Seibane Wague, LEFÖ, Ehe
ohne Grenzen, die Bleiberechtsplattform Oberösterreich, Elias
Bierdel, fünf junge Anti-AbschiebeaktivistInnen sowie der Polizist
Uwe Sailer.
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