Flughafen-Werbesendungen auf Kosten der ORF-Gebührenzahler?

Flughafen mehr Mitarbeiter als die Gemeinde Wien?

Wien (OTS) - Geht es nach dem niederösterreichischen ORF, dann ist der Flughafen Schwechat laut dem Beitrag am 21.2. in Bundesland heute, der größte Arbeitgeber Ostösterreichs (http://www.ots.at/redirect/Flughafen) . Zum Vergleich - die Flughafen Wien AG beschäftigt laut letztem Quartalsbericht 4.210 Mitarbeiter, während beispielsweise die Gemeinde Wien rund 65.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Eine Studie die im Auftrag des Verkehrsministeriums (auf Kosten der Steuerzahler?!) erstellt wurde (http://www.ots.at/redirect/standortstudie) behauptet ebenfalls, dass der Flughafen der größte Arbeitgeber Ostösterreichs sei. Dabei werden neben den 15.300 Mitarbeitern am Flughafen und bei den Airlines, zusätzlich 12.350 indirekte bei Lieferanten und 12.370 durch die Ausgaben der Mitarbeiter induzierte Arbeitsplätze ins Treffen geführt, um die Wichtigkeit der Flugverkehrswirtschaft zu betonen. Dass die in Summe rund 40.000 errechneten Arbeitsplätze noch immer weniger sind, als die 65.000, die auch ohne Rechentricks bei der Gemeinde Wien arbeiten, scheint den Studienautoren entgangen zu sein.

Es gibt aber auch eine interessante Publikation des renommierten niederländischen CE Delft Instituts, die aufzeigt, dass der Flugverkehr in Wahrheit kaum zusätzliche Arbeitsplätze oder Wirtschaftsleistung schafft, sondern dass es sich vielmehr um eine Verlagerung von diesen handelt. Beispielsweise würden Essen und Getränke die am Flughafen oder während eines Fluges konsumiert werden, sonst einfach anderswo konsumiert. Geld das für Flugreisen ausgegeben wird, würde nahe liegender Weise entweder für andere Reisen oder im Inland ausgegeben. Auch die Bedeutung für die Industrie ist entsprechend kritisch zu hinterfragen. So werden mit dem Flugzeug nicht nur zusätzlich hergestellte Waren exportiert, sondern im Gegenzug jene Waren weniger bei uns hergestellt, die mit dem Flugzeug importiert werden. Weiters gibt es auch umweltfreundlichere Transportmittel als das Flugzeug, die genauso Arbeitsplätze garantieren und die in direkter Konkurrenz damit stehen.

Dazu kommt, dass der Steuerzahler die Arbeitsplätze im Flugverkehr -wider Willen - großzügig subventioniert. So ist der Flugverkehr weitgehend von Grundsteuer, Mehrwertsteuer und Mineralölsteuer befreit, verursacht aber gleichzeitig hohe Gesundheits- und Umweltkosten. Das wirkt sich nicht nur auf das Leben der mehr als 500.000 direkt betroffenen Menschen negativ aus, auch die anderen Österreicher merken den Effekt im Geldbörsel und bei Sozialleistungen, Bildung und medizinischer Betreuung, wo es an allen Ecken und Enden fehlt. Die Milliarden, welche die Lufthansa/AUA auf dem Umweg über die ÖIAG und den negativen Kaufpreis erhalten hat, sind ein weiteres Beispiel für die verfehlte Luftverkehrspolitik.

Vor diesem Hintergrund und einer am Flughafen Schwechat seit Jahren rückläufigen Anzahl an Flugbewegungen, wirkt die 24-minütige Fernsehsendung, die in Österreich-Bild am 22.2. ausgestrahlt wurde und die im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung von Halbwahrheiten und Lobeshymnen auf den Flughafen Schwechat besteht, wie eine Propagandasendung, die den Eindruck vermitteln soll, dass der Flughafen der Wirtschaftsmotor der Region schlechthin ist
( http://www.ots.at/redirect/Flughafen1 ). Dass in der ORF-Produktion bekannte Probleme und Skandale nicht einmal erwähnt oder, wie im Falle der Fluglärmproblematik, mit einem angeblich vorbildhaften Dialogforum u. ä. abgetan wurden, verstärkt den Eindruck, dass damit positive Stimmung für die 3. Piste gemacht werden sollte. Dass dieses angeblich 2,5 Milliarden teure Bauwerk aus wirtschaftlicher Sicht eine Schnapsidee ist und mit der Fokussierung des Fluglärms auf den Wiener Zentralraum und dessen dicht besiedelten Süden eine umweltpolitische Katastrophe darstellt, hat sich entweder noch nicht bis zu den Verantwortlichen durchgesprochen oder die überwiegend negativen Konsequenzen für die Region werden auf Grund anderer Interessen bewusst in Kauf genommen.

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